Champions League-Finale: Barca gegen ManU

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Jünger als mancher aktive Spieler: Pep Guardiola (38)

Rom - Um 20.45 Uhr ist es soweit: In Rom steigt das finale Duell zwischen dem FC Barcelona und Manchester United.

Für den einen war es eher lästige Routine, für den anderen ein inspirierender Spaß. Den gewaltigen Medienrummel im Vorfeld des Champions-League-Endspiels zwischen Manchester United und dem FC Barcelona in Rom bewältigten die beiden Fußball-Lehrer auf ihre Weise. Eher kurz und emotionslos äußerte sich die Trainer- Legende Sir Alex Ferguson, länger und lebhafter fielen die Antworten des Novizen Josep Guardiola aus. So unterschiedlich wie der Auftritt der Trainer ist das Spiel beider Mannschaften: Der erfahrene Pragmatiker aus Schottland setzt in erster Linie auf Effizienz, der schöngeistige Spanier mehr auf Fußball-Kunst. 

Nicht nur auf Lionel Messi werden heute abend die Augen gerichtet sein.

Größer könnten die Gegensätze kaum sein: Als Ferguson zum ersten Mal einen Europacup gewann, war sein Gegenüber gerade mal zwölf Jahre alt. Alle Zweifel, dass er für den Job beim 19-maligen spanischen Meister zu unerfahren sein könnte, hat Guardiola mit dem Gewinn des nationalen Doubles und dem Einzug in das Finale der Königsklasse längst ausgeräumt. Seine Arbeit als Coach des B-Teams und seine Vergangenheit im legendären Nachwuchs-Internat “La Masia“ des Vereins kamen ihm bei seinem Einstieg zu Beginn der Saison zugute. “Er kennt alle und alles im Club. Sogar den Namen der Maus im Wäscheraum“, sagte der ehemalige Barça-Präsident Joan Gaspart.

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Guardiola war schon vor dem Anpfiff in Rom ein Gewinner der Partie: Der 38 Jahre alte frühere Barça-Profi gilt als Meisterschüler des noch immer einflussreichen Johan Cruyff, der ihn als neuen Chefcoach vorgeschlagen haben soll. In dessen Amtszeit lernte Guardiola den schnellen Kombinationsfußball schätzen und gewann 1992 den europäischen Landesmeister-Pokal. Wie der Niederländer tritt Guardiola als Missionar des Offensiv-Spiels auf, wie damals als Spieler stellt er sich auch heute als Coach ganz in den Dienst der Mannschaft. Die vielen Lobeshymnen auf seine Arbeit, die ihn am Ende einer erfolgreichen Saison zuteilwerden, hält er für übertrieben: “Trainer, die Wunder wirken, gibt es nicht. Ich habe keine Methode, ich habe gute Spieler.“ 

Über einen Mangel an exzellenten Profis kann sich auch Ferguson nicht beklagen. Leistungsträger wie die bärenstarken Manndecker Rio Ferdinand und Nemanja Vidic sowie der Weltfußballer des Jahres 2008, Cristiano Ronaldo, kommen seinen Idealvorstellungen nahe. Die umsichtige Zusammenstellung des Kaders machte sich in den vergangenen Jahren bezahlt. Allein elf der 18 Meistertitel fallen in seine nun schon 23-Jährige Amtszeit bei ManU. Das Lob von Sir Bobby Charlton für Sir Alex fiel daher überschwänglich aus. “Er ist ein fabelhafter Teammanager, vielleicht der größte Trainer, den jemals ein Club hatte“, lobte der Weltmeister von 1966 unlängst im “kicker“. 

Obwohl der erfolgreichste europäische Coach mit 67 Jahren die Pensionsgrenze bereits überschritten hat, ist sein Ehrgeiz weiterhin ungebrochen. Schon im Bus auf der Fahrt zum Moskauer Flughafen nach dem Champions-League-Triumph vor einem Jahr gegen den FC Chelsea forderte er seine Spieler auf, den Titel zu verteidigen. Und auch bei der diesjährigen Meisterfeier brachte er zum Ausdruck, dass er im kommenden Jahr den ebenfalls mit 18 Meisterschaften dekorierten FC Liverpool überflügeln will. Noch ist ihm der Trophäenschrank seines Clubs nicht voll genug. Was fehlt, sind europäische Landesmeister- Titel, die Manchester United auf eine Stufe mit Clubs wie Real Madrid (9), den AC Mailand (7) oder den FC Liverpool (5) stellen würden: “Wir wollen mit den großen europäischen Teams gleichziehen. Dieses Team ist jung und hat die Zukunft noch vor sich.“ 

 

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