Jogi Löw beim Champions-League-Finale eingeschlafen

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Übermannt von der Müdigkeit: Joachim Löw

Shanghai - Das Champions-League-Finale am Mittwochabend hat die ganze Welt elektrisiert - nur einen nicht: Joachim Löw ist während der Spielübertragung eingeschlafen.

Das gestand der Bundestrainer am Donnerstag. "Das ist mir auch noch nicht passiert, dass ich beim Champions-League-Finale eingeschlafen bin", so der Coach.

Das Spiel lief in Shanhgai um 4 Uhr Ortszeit. Die Zeitumstellung und der Jetlag nach dem langen Flug hatten dem Bundestrainer offenbar so stark zugesetzt, dass seine Müdigkeit stärker war als sein Fußball-Interesse. 30 Minuten vor Spielende ist er in seinem Hotelbett in den Schlag gesunken.

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Hellwach soll sich sein Not-Kader mit insgesamt fünf Neulingen gegen die international nur zweitklassigen Chinesen präsentieren. “Wir werden alles dafür tun, dass wir das Spiel gewinnen“, versprach Löw. Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn, der in China gerade zehn Folgen einer TV-Show mit einheimischen Torwart-Talenten aufzeichnet, erinnerte als Stargast beim Galaabend nochmals an das magere 1:0 beim ersten Vergleich mit den Chinesen 2005. “Wir haben damals in Hamburg mit Ach und Krach gewonnen“, sagte Asien-Held Kahn. Die Qualifikation für die WM 2010 haben die Chinesen bereits verpasst. “Sie werden uns aber körperlich alles abverlangen“, warnte Löw trotzdem.

Nur zwölf voll belastbare Feldspieler bestritten die letzte Übungseinheit. Die Verletzungen der Innenverteidiger Arne Friedrich und Heiko Westermann stürzten Löw in höchste Abwehrnot. Ein Trainingsabbruch von Bastian Schweinsteiger nährte beim Bundestrainer zusätzlich die Zweifel, ob gegen das von ihm als “Fußball-Entwicklungsland“ eingestufte China die heikle Asienreise mit dem ohnehin stark ersatzgeschwächt angereisten Minikader von 17 Mann zur erhofften Werbung für den deutschen Fußball werden kann.

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“Die Lage ist nicht so dramatisch“, versuchte Löw am Donnerstag zwar zu beruhigen. Er ließ aber schon beim Abschlusstraining mit einer Not-Variante mit dem Stuttgarter Neuling und Außenverteidiger Christian Träsch neben Rückkehrer Robert Huth im Zentrum üben. “Wenn es nicht gehen sollte, müssen eben die jungen Leute ran. Das ist doch schön. Irgendwann müssen sie doch Erfahrung sammeln“, meinte Löw.

Am Tag vor der China-Premiere der Nationalelf an diesem Freitag (14.00 Uhr/MESZ) hatte eine Schreckensmeldung die nächste gejagt. Der neben Huth im Abwehrzentrum fest eingeplante Friedrich wachte mit starken Schmerzen im erst im vergangenen Monat operierten linken Knie auf und konnte ebenso wie Westermann, der wegen einer Sehnenverletzung am rechten Fuß selbst “kaum Hoffnung“ auf einen Einsatz hat, nicht trainieren.

“Heute morgen war bei mir plötzlich Flüssigkeit im Knie und es tat weh“, berichtete Friedrich am Abend (Ortszeit) bei einer Gala von DFB und der Bundesliga mit den chinesischen Gastgebern in einem Nobel-Hotel in Shanghai. Ein Salbenverband sollte über Nacht helfen, Friedrich will gerade an seinem 30. Geburtstag nicht auf die lange erwartete Chance im Zentrum verzichten. “Ich werde alles versuchen“, kündigte der Herthaner an, “sonst haben wir ja nur noch Robert in der Innenverteidigung.“

Jetzt könnte sich rächen, dass Löw auch nach der Absage des Hamburgers Marcell Jansen - dem insgesamt 17. Ausfall - mit nur 17 Akteuren nach Fernost gereist war. Das geringste Problem stellt noch Schweinsteiger da. Der erfahrenste Akteur im Aufgebot brach wegen Rückenproblem das letzte Training ab, bei dem verkaufte Freikarten des DFB an chinesische Anhänger für Ärger in der deutschen Delegation sorgten. Das sei nur “eine Vorsichtsmaßnahme“ gewesen, versuchte Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zu beruhigen.

dpa./al.

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