Biathlon-Weltcup

Preuß sprintet auf Platz vier - Peiffer wird Zweiter

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Franziska Preuß (r.) landete im Sprint im schwedischen Östersund mit 39,8 Sekunden Rückstand und nur einem Schießfehler auf dem vierten Platz.

Östersund - Staffel-Weltmeisterin Franziska Preuß (Haag) hat den ersten Einzel-Podestplatz der deutschen Biathletinnen in diesem Winter nur knapp verpasst.

Nach seinem zweiten Platz im Sprint musste Arnd Peiffer seinen zuvor so starken Teamkollegen Simon Schempp trösten. Der 27-jährige Schempp, im Einzel noch Zweiter, erlebte am Samstag ein Debakel. Nach acht Fehlern und Rang 77 unter schwierigen Windbedingungen ist für ihn der Biathlon-Weltcup in Östersund schon vor der abschließenden Verfolgung beendet. „Heute wird er sich ärgern, morgen wird er sich ärgern. Ab Montag wird er sich auf Hochfilzen konzentrieren“, meinte der erfolgreiche Peiffer. „Wir werden ihm alle mal ein bisschen auf die Schulter klopfen.“

Peiffer hingegen legte sein Image als Biathlon-Spätstarter ab und erarbeitete sich für das Jagdrennen am Sonntag eine glänzende Ausgangsposition. Mit nur einem Fehler musste sich der frühere Sprint-Weltmeister lediglich dem viermaligen Weltcup-Gesamtsieger Martin Fourcade geschlagen geben. „Ein bisschen überrascht bin ich schon“, erklärte der 28-Jährige. „Aber umso schöner.“

Nur einen Tick schneller - und Franziska Preuß wäre ebenfalls auf das Podest gestiegen. 1,4 Sekunden fehlten ihr als Vierte beim Sieg der Tschechin Gabriela Soukalova zu Platz drei. „Jetzt bin ich gelöst, weil ich weiß, dass ich vorne reinlaufen kann“, sagte sie. Vanessa Hinz als Neunte (1/+ 52,0 Sekunden), Franziska Hildebrand auf Position 17 (0/+ 1:06,2 Minuten) und Miriam Gössner auf Rang 18 (2/+ 1:10,6 Minuten) trugen zu einem guten Mannschaftsergebnis bei.

Gössner übertraf ihr bestes Ergebnis aus dem vergangenen Winter, als sie nicht über einen 24. Platz in Antholz hinausgekommen war. „Ich bin mit Miri wirklich sehr zufrieden. Sich stabil weiterzuentwickeln, ist mir lieber“, bilanzierte Bundestrainer Gerald Hönig.

Vor allem das Herren-Team hat mit zwei Podestplätzen aus zwei Rennen einen glänzenden Saison-Einstieg geschafft. Peiffer geht mit einem Rückstand von 51,6 Sekunden auf Fourcade in die Verfolgung. Ihm im Nacken sitzt der norwegische Rekord-Weltmeister Ole Einar Björndalen (+ 55,2 Sekunden). Der Einzel-Sieger lief im Sprint auf Rang drei. „Martin ist weit entfernt, dann ist alles eng“, meinte Peiffer. „Am Ende ist der Schießstand wieder der Schlüssel.“

Mit der hohen Startnummer 66 profitierte er bei der Windlotterie von den schlechten Schieß-Ergebnissen von Schempp. Er passte seine Visiereinstellungen an. „Ich hatte gesehen, dass einige Probleme hatten und dann noch mal Rücksprache mit den Trainern gehalten“, berichtete Peiffer. Eine veränderte Saison-Vorbereitung hat sich wohl für ihn ausgezahlt. Ziel war, den Schwächen im Saison-Einstieg „vom Kopf her“ entgegenzusteuern, sagte Bundestrainer Mark Kirchner. „Ich wollte von der selbsterfüllenden Prophezeiung weg - nach dem Motto, ich bin der Spätstarter und jeder erwartet das“, sagte Peiffer.

Drei Tage nach Platz 51 über die 20 Kilometer lief er auf das Podium, für das eigentlich Schempp als großer Anwärter galt. Statt ins Gelbe Trikot schoss der Uhinger sich jedoch ins Aus. Er veränderte seine Gewehreinstellung nicht konsequent genug. „Acht Fehler habe ich im Sprint noch nie geschossen“, sagte Schempp enttäuscht. Nach seinem fast perfekten Saisonauftakt mit Platz zwei im Einzel muss Schempp nun den Rückschlag mit Blick auf den Kampf um den Gesamtweltcup schnell wegstecken: „Klar ist es heftig zuzuschauen. Da bleibt auf jeden Fall etwas hängen.“

Neben Preuß, Schempp und Peiffer hat der laufstarke Benedikt Doll als Fünfter (3 Fehler/ + 1:08,5 Minuten) die interne WM-Norm schon sicher. Daniel Böhm wurde guter 14. (2/+ 2:03,7 Minuten). Deutlich größere Rückstände müssen Erik Lesser als 30. (4/+ 2:22,1 Minuten) und Andreas Birnbacher als 47. (5/+ 2:52,4 Minuten) aufholen.

dpa

Zurück zur Übersicht: Sport-Mix

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser