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Sturm der Entrüstung nach Machata-Sperre

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Manuel Machata (2.v.r.) ist für ein Jahr gesperrt worden.

Potsdam - Nach der harten Bestrafung für Pilot Manuel Machata wird der Gegenwind für den Bob- und Schlittenverband für Deutschland immer größer.

Der Fall Manuel Machata gewinnt jetzt auch sportpolitisch an Brisanz. Der Landessportbund Brandenburg hat mit Unverständnis auf die einjährige Sperre für den Bobpiloten vom SC Potsdam reagiert. „Nach jetzigem Erkenntnisstand hat Machata gegen keine Bestimmungen oder Vereinbarungen verstoßen, die eine solche Maßregelung rechtfertigen“, erklärte LSB-Präsident Wolfgang Neubert am Dienstag in einer Pressemitteilung und kritisierte zudem das Verhalten des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD). „Wir haben Verständnis für die Enttäuschung des Verbandes über das Abschneiden bei den Winterspielen in Sotschi, erwarten aber dennoch ein sachliches und korrektes Vorgehen und keinen Aktionismus.“

Da die an den russischen Doppel-Olympiasieger Alexander Subkow verliehenen Privat-Kufen nicht Material des Bobverbandes sowie dessen Partner, des Instituts für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten in Berlin (FES), waren, fehlt auch die rechtliche Grundlage für die Bestrafung. Machata hatte laut LSB-Mitteilung nur die Kufen-Leihgabe des Schweizer Herstellers Pius Meyerhans vereinbarungsgemäß an den späteren Olympiasieger Subkow weitergegeben. Eine Verfahrensweise, die es in ähnlichen Fällen schon im Bobverband gegeben haben soll und die nach eigenen Angaben des BSD - derzeit - nicht geregelt ist.

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„Da es sich bei den Kufen augenscheinlich nicht um Eigentum des Verbandes oder des Piloten handelte, erwarten wir einen fairen Umgang“, meinte LSB-Hauptgeschäftsführer Andreas Gerlach und betonte zugleich: „Der Landessportbund Brandenburg unterstützt die Entwicklung des Bobsports und fordert bei Bestätigung der bisherigen Tatsachen eine Rücknahme des Beschlusses des Bob- und Schlittenverbandes, um Machata eine weitere sportliche Perspektive zu ermöglichen.“

Die harte Bestrafung von Machata hatte noch am Montagabend einen wahren Shitstorm in den sozialen Netzwerken gegen den Verband ausgelöst. Sogar eine Petition, die den Rücktritt der kompletten BSD-Führung fordert, wurde online gestellt.

Auch der Schweizer Kufen-Eigentümer Meyerhans kann die Aufregung nicht verstehen, immerhin wechselten seine begehrten Kufen in den vergangenen Jahren mehrmals unter den Piloten. Auch Viererbob-Weltmeister Maximilian Arndt sollen sie angeboten worden sein. „Die sind etwa vier Jahre alt“, sagte Meyerhans der Märkischen Allgemeinen Zeitung (Dienstag) und fügte hinzu: „Der Verband sucht einen Sündenbock, um Unzulänglichkeiten zu verdecken. Wenn es im Verband keinen personellen Wechsel gibt, wird Manuel es schwer haben.“

dpa

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