Auch Männer gut

Biathletinnen mit starker Teamleistung

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Franziska Preuss

Annecy - Der erste Einzelerfolg der Saison ist in greifbarer Nähe: Die deutschen Biathleten waren auch beim Weltcup-Sprint in Annecy wieder auf Schlagdistanz. Am Ende reichte es nicht.

Erst 0,3, nun 2,5 Sekunden: Für Simon Schempp hat es beim Biathlon-Weltcup im französischen Annecy-Le Grand Bornand erneut nicht ganz gereicht. Nachdem sich der 25-Jährige tags zuvor als Staffel-Schlussläufer um einen Wimpernschlag dem Russen Anton Schipulin geschlagen geben musste, verpasste er am Samstag auch im Sprint trotz eines perfekten Schießens den Sprung auf das Podium. Schempp wurde dennoch als starker Fünfter bester Deutscher. Beim ersten Weltcupsieg des Norwegers Johannes Thingnes Bö schnappte Superstar Martin Fourcade dem Uhinger Rang drei weg. „Es war ein ordentliches Rennen. Am Schießstand bin ich super durchgekommen und auch läuferisch war es in Ordnung“, sagte Schempp im ZDF.

Beim ersten Weltcup auf französischem Boden in den Hochsavoyen überzeugten die deutschen Skijäger mit einer kompakten Teamleistung. Vor allem die Damen stellten bei erneut tollen Bedingungen und prächtiger Kulisse mit 47 Treffern bei 50 Schuss ihre Schießstärke unter Beweis. Für einen Podestplatz reichte es zwei Tage nach dem Staffelsieg jedoch auch nicht. Youngster Franziska Preuß und Franziska Hildebrand wurden beim zweiten Weltcupsieg der Schweizerin Selena Gasparin zeitgleich Sechste und erfüllten beide die Olympia-Norm. „Abgesprochen haben wir das nicht, das ist Zufall“, sagte die erst 19-jährige Preuß. Mit einem Lächeln kommentierte der Weltcup-Neuling die Sotschi-Norm: „Das ist echt cool.“

Die ebenfalls fehlerfrei gebliebene Laura Dahlmeier wurde Zehnte. Andrea Henkel (1 Fehler) lief auf Rang 13. Die zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle (2) kam als 38. ins Ziel. Bei den Männern schaffte der fehlerfreie Erik Lesser als Neunter den Sprung in die Top Ten. Florian Graf (1/18.), Christoph Stephan (1/22.), Arnd Peiffer (2/40. Platz) und Andreas Birnbacher (3/42.) fielen etwas ab. Den ersten Podestplatz des olympischen Winters in einem Einzelrennen wollen die Deutschen nun am Sonntag (11.15 Uhr und 13.25 Uhr/ZDF und Eurosport) in der Verfolgung in Angriff nehmen. „Die Voraussetzungen sind gut“, sagte Schempp.

Miriam Gössner verzichtet hingehen wegen zu großer Rückenschmerzen auf die Einzelrennen und reiste nach Hause. „Sie hat zu große Schmerzen beim Laufen und Schießen. Deshalb ist es nicht sinnvoll, dass sie hier läuft“, sagte Chef-Bundestrainer Uwe Müssiggang. Gössner kämpft nach einem schweren Radunfall im Mai, bei dem sie sich vier Rückenwirbel brach, um ihre Form für die Olympischen Winterspiele in Sotschi.

Schempp, einst mit Miriam Gössner liiert, ist nach seinem erkältungsbedingten Trainingsausfall zu Saisonbeginn schon gut in Form. Doch beim letzten Anstieg kam er in einen Pulk von mehreren Läufern, ein langsamerer Kontrahent machte trotz seiner Zurufe keinen Platz. „Da musste ich das Tempo rausnehmen. Das ist angesichts der knappen Abstände schon ein bisschen ärgerlich“, meinte er.

In ihrem erst vierten Weltcup-Einzelrennen zeigte Preuß, warum neben Laura Dahlmeier auch ihr die Zukunft im deutschen Team gehört. Am Schießstand legte sie wie Schempp ein unheimlich hohes Tempo vor und traf mit traumwandlerischer Sicherheit. In der Loipe kann sie mit der Weltspitze noch nicht mithalten. Das erwartet aber auch niemand. „Der Staffelsieg hat uns noch zusätzliche Motivation gebracht. Ich merke, dass das ganze Drumherum langsam normaler für mich wird“, erzählte Preuß. Vor einem Jahr lief sie noch im Deutschland-Pokal.

dpa

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