NHL

Draisaitl-Dreierpack "phänomenal" - Meilenstein steht bevor

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Leon Draisaitl (2.v.r) wird nach seinem dritten Tor von seinen Mitspielern und den Fans gefeiert. Foto: Jason Franson/The Canadian Press/AP

Leon Draisaitl spielt die bislang beste NHL-Saison seiner noch jungen Karriere. Nach seinem ersten Dreierpack in Nordamerika könnte der Eishockey-Nationalstürmer noch ein paar Rekorde in dieser Spielzeit brechen.

Edmonton (dpa) - Die Rekordjagd in seiner bislang persönlich besten NHL-Saison nimmt kein Ende. Eishockey-Nationalspieler Leon Draisaitl steht nach der nächsten Gala-Vorstellung ganz dicht vor einem weiteren Meilenstein seiner noch jungen Karriere.

Nach seinem ersten - in der NHL als Hattrick gewerteten - Drei-Tore-Spiel beim 8:4 (5:1, 2:3, 1:0) gegen Marco Sturms Los Angeles Kings fehlt dem deutschen Top-Star noch ein Punkt, um die magische Marke von 100 Scorer-Zählern in einer Saison zu durchbrechen. Das gelang zuvor noch keinem deutschen Spieler in der weltbesten Liga.

"Das nimmt unglaubliche Züge an und ist einfach phänomenal. Ein großer Moment für das deutsche Eishockey", sagte DEB-Chef Franz Reindl der Deutschen Presse-Agentur. Der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes ist gerade in seiner Funktion als Exekutivmitglied des Weltverbandes in Nordamerika unterwegs und verfolgte Draisaitls Leistung am Abend mit einem Staunen. "Ein großer Abend. Das ist echt aufregend. Es hat ja auch lang genug gedauert", sagte Draisaitl selbst zu seinem ersten NHL-Dreierpack überhaupt.

"Zu ihm gibt es einfach nichts mehr zu sagen. Sein Lauf im Moment ist unglaublich", meinte Bundestrainer Toni Söderholm. Der Finne darf sich Hoffnungen auf einen WM-Einsatz des 23-Jährigen im Mai in der Slowakei machen. Trotz des Sieges und seiner drei Tore plus einer weiteren Torvorlage bleiben die Playoff-Chancen der Oilers kurz vor dem Ende der NHL-Hauptrunde gering.

Draisaitl aber zählt schon jetzt zu den herausragenden Akteuren in dieser Spielzeit. Mit aktuell 99 Scorerpunkten ist der Kölner drittbester Spieler der Liga - noch vor Weltstars wie Sidney Crosby (Pittsburgh) oder Stanley-Cup-Sieger Alexander Owetschkin (Washington). In der Torschützenliste lag Draisaitl am Mittwoch mit nun 46 Toren aus 76 Spielen hinter dem Russen Owetschkin (49) auf Rang zwei. Drei Treffer fehlen dem Sohn des früheren Nationalspielers Peter Draisaitl, um den Franchise-Rekord eines Oilers-Spielers zu brechen: Vor genau 30 Jahren gelangen Jimmy Carson 49 Tore in einer Spielzeit. "Ich versuche, gar nicht darüber nachzudenken. Ich will mir diesen Druck nicht auferlegen. Ich bin einfach glücklich mit meiner Saison", sagte Draisaitl gewohnt zurückhaltend und bescheiden.

"Er hat einfach diesen Touch in der Offensive, der gefährlich ist", lobte dagegen Söderholm. "Hinzu kommt, dass er sich offensichtlich blind mit seinem Nebenmann versteht. Und wenn zwei so starke und talentierte Spieler gut miteinander harmonieren, dann geschieht auf dem Eis immer Entscheidendes", sagte Söderholm.

Mit "seinem Nebenmann" ist kein geringerer als Edmontons Superstar Connor McDavid gemeint - dem mit 112 Punkten zweiterfolgreichsten Spieler der Liga. Der 22 Jahre alte Kanadier gilt für viele Experten derzeit als bester Spieler der Welt, stand am Dienstag aber deutlich im Schatten seine kongenialen Mitspielers Draisaitl, der mal wieder zum besten Spieler der Partie gewählt wurde.

Drei Tore schoss zudem auch Ryan Nugent-Hopkins, alle im ersten Drittel erzielt - dem Kanadier gelang damit sogar ein echter Hattrick. Erstmals schaffte somit seit 33 Jahren wieder ein Oilers-Duo jeweils drei Tore im selben Spiel. Zuletzt trumpften Jari Kurri und Paul Coffey am 20. Dezember 1985 ebenfalls gegen die Kings so auf. "Ich freue mich für sie. Das war echt cool", meinte Oilers-Kapitän McDavid.

Abgesehen von Nugent-Hopkins Leistung gegen die Kings mit Ex-Bundestrainer Sturm als Assistenzcoach an der Bande ist Edmontons Problem in dieser Saison, dass Draisaitl und McDavid zwar ein überragendes Jahr spielen, der Kader sonst aber nicht viel hergibt. Draisaitls Nationalmannschaftskollege Tobias Rieder etwa erlebt mit bislang keinem einzigen Saisontor eine enttäuschende Spielzeit und wird im Sommer keinen neuen Vertrag in Edmonton erhalten.

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