Rodeln am Königssee

Schwerer Sturz überschattet deutsche Siege

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Toni Eggert (l) und Sascha Benecken feiern ihren Sieg am Königssee. Foto: Tobias Hase

Trotz starken Schneefalls und schwieriger Bedingungen fuhren die deutschen Rodler zum Jahresbeginn zwei Erfolge am Königssee heraus. Überschattet wurde der Samstag vom schweren Sturz der Russin Demtschenko.

Schönau am Königssee (dpa) - Es war nicht einfach, im Schneetreiben am Königssee den Durchblick zu behalten: Doch Julia Taubitz bei den Damen sowie Toni Eggert und Sascha Benecken bei den Doppelsitzern trotzten den schlechten Bedingungen und siegten bei einem denkwürdigen Weltcup.

Überschattet wurde der erste Tag vom schweren Sturz der Russin Viktoria Demtschenko. Die 23-Jährige erlitt nach Aussage des verantwortlichen Rennarztes Andreas Leidinger ein Schädel-Hirn-Trauma mit Bewusstlosigkeit und kam in ein Krankenhaus.

Sportlich war es ein gelungener Tag für die deutschen Rodler. Eggert/Benecken brachen die acht Jahre dauernde Siegesserie ihrer Dauerrivalen Tobias Wendl/Tobias Arlt brechen können. Die Olympia-Dritten behaupteten sich mit gut drei Zehntelsekunden Vorsprung und bauten mit ihrem insgesamt vierten Erfolg in diesem Winter die Führung im Gesamtweltcup weiter aus. "Das ist für uns schon fast so etwas wie ein historischer Moment, wenn man die Ergebnisse der letzten Jahre betrachtet", sagte Eggert.

Seit 2010 hatten Wendl/Arlt jedes Weltcup-Rennen auf ihrer Heimbahn gewonnen. Die Olympiasieger zeigten sich als faire Verlierer. "Jede Serie reißt mal. Wir hatten im ersten Lauf auch ein bisschen Pech mit dem Schnee in der Bahn, aber das ist eben Freiluftsport", sagte Tobias Wendl.

Auch bei den Damen riss eine Serie. Olympiasiegerin Natalie Geisenberger verpasste erstmals seit sieben Jahren einen Sieg auf ihrer Heimbahn. Dafür durfte sie zum zweiten Mal in dieser Saison der 22-jährigen Julia Taubitz zu einem Weltcup-Erfolg gratulieren.

Bei teils starkem Schneefall kam Geisenberger indes nicht über Rang acht hinaus, bei beiden Läufen hatte die Miesbacherin mit dem schlechten Wetter zu kämpfen. "Ich kann mir nichts vorwerfen. Ich hatte einfach Pech. Die Bahn wurde jeweils lange vor mir gefegt oder kurz nach mir. Bei Schneefall ist man machtlos", sagte sie. Taubitz hatte bei den Kehrpausen mehr Glück. "Gleich vor mir wurde gekehrt. Das ist ein überraschender, aber sehr schöner Sieg", sagte die Oberwiesenthalerin, die bis auf 17 Punkte in der Gesamtwertung an die führende Geisenberger heranrückte.

Den Ausgang des Rennens bekam Viktoria Demtschenko vor Ort nicht mehr mit. Sie war längst zur Beobachtung im Krankenhaus in Bad Reichenhall. Die Tochter des früheren Weltklasse-Rodlers Albert Demtschenko wurde im ersten Lauf in einem der schnellsten Bahnabschnitte von ihrem Schlitten geschleudert und war mit dem Kopf auf dem Eis aufgeschlagen.

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