Keine Radsportbegeisterung in Deutschland

Ex-Profi Wüst vor Tourstart: „Der Fußball tötet alles“

Marcel Wüst
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Marcel Wüst.

Ex-Profi Marcel Wüst macht sich wenig Hoffnung, dass der Start der Tour de France in Düsseldorf die Radsportbegeisterung in Deutschland entfacht.

Düsseldorf - „Wir sind eine Fußball-Nation und eine Nation, die gerne Helden verehrt“, sagte der 49-jährige Kölner dem Express (Donnerstag/Köln/Düsseldorf).

„Da kommt dann alle paar Jahre mal einer, der Wimbledon gewinnt oder die Tour und wird dann gefeiert. Aber der Fußball tötet alles.“ Die Deutschen seien keine Sportnation.

Zwar hoffe er, dass durch den Tourstart am Rhein am 1. Juli der Radsport-Funke überspringe. „Trotzdem wird es auch viele geben, die genervt sind, weil Straßen gesperrt sind oder sie nicht zu ihrem Bäcker kommen.“

Wüst wird am kommenden Donnerstag in Düsseldorf das Fahrerfeld für die Tour präsentieren. Das berühmteste Radsportereignis der Welt ist vom 29. Juni bis 2. Juli 30 Jahre nach dem Grand Départ in West-Berlin erstmals in Düsseldorf zu Gast.

In seiner aktiven Zeit gewann der Sprinter 14 Etappen bei den drei großen Länder-Rundfahrten Giro, Tour und Vuelta. Im März wurde Wüst, der bei einem Sturz vor 17 Jahren sein rechtes Augenlicht verlor, als Vizepräsident Marketing und Kommunikation in das Präsidium des Bundes Deutscher Radfahrer (BDB) gewählt.

dpa

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