Wegen Fieber

Giro-Dominator Marcel Kittel gibt auf

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Marcel Kittel

Bari - Marcel Kittel hatte damit geliebäugelt, eine Woche vor Schluss kalkuliert auszusteigen. Jetzt erwischte es den zweifachen Etappengewinner bei seiner Giro-Premiere viel früher.

Marcel Kittels Triumphfahrt beim 97. Giro d'Italia wurde abrupt beendet. Der zweifache Etappengewinner gab das Rennen, das er bisher bestimmte, am Dienstag wegen einer fiebrigen Erkältung auf. „Der Giro hat mich früher erwischt als gedacht - ich muss dieses wunderbare Rennen wegen Fieber aufgeben. Ich bin total enttäuscht“, twitterte der 26 Jahre alte Radprofi aus Erfurt, der die 2. und 3. Etappe am Samstag und Sonntag im verregneten Irland im Massensprint für sich entschieden hatte.

Der Träger des Roten Punktetrikots trat zum Start des 4. Tagesabschnitts von Giovinazzo nach Bari, der ersten Etappe auf italienischem Boden, nicht mehr an. „Er bemüht sich jetzt um einen Rückflug. Zu Hause kann er sich am besten auskurieren“, sagte sein Manager Jörg Werner, der sich mit Kittel und dessen Giant-Shimano-Team Gedanken über den weiteren Saisonverlauf im Hinblick auf die Tour de France machen muss. „Vielleicht müssen wir das geplante Trainingslager in der Sierra Nevada in drei Wochen verschieben“, meinte Werner.

Kittel hat sich den Infekt offensichtlich im kalten irischen Regen geholt. „Marcel hatte sich schon vor zwei Tagen nach seinem zweiten Sieg in Dublin nicht 100-prozentig gefühlt. Seine Beschwerden besserten sich etwas am Ruhetag. Aber heute beim Frühstück hatte er dieselben Symptome, und wir haben mit der medizinischen Abteilung entschieden, ihn nicht starten zu lassen“, erklärte Team-Coach Marc Reef.

Die Aufgabe war ein unerwarteter Schlag für seine niederländische Mannschaft, gegen die die Konkurrenz bisher kein Mittel gefunden hatte. Jetzt haben die bisher düpierten Sprinter um den Italiener Elia Viviani und den Franzosen Nacer Bouhanni wieder Hoffnung. Auch im Vorfeld der 4. Etappe war Kittel, der im Vorjahr bei der Tour de France vier Etappen gewonnen hatte, als heißer Kandidat auf den Tagessieg gehandelt worden. Die äußeren Bedingungen der nur 121 Kilometer langen Etappe waren im Gegensatz zu den Vortagen im Nordwesten Europas ideal.

Trotz des frühen Abschieds fuhr Kittel beim Giro in den erlauchten Kreis derjenigen, die bei großen Länder-Rundfahrten mindestens je einen Abschnitt gewannen. 2011 hatte er bei der Vuelta als blutjunger Sprinter ein erstes Ausrufezeichen gesetzt, im Vorjahr folgte sein Siegeszug beim Saisonhöhepunkt in Frankreich.

Schon vor seiner Giro-Premiere hatte Kittel in einem dpa-Gespräch angedeutet, im Hinblick auf die am 5. Juli startende Tour ein frühzeitiges Ende ins Auge zu fassen. Allgemein war erwartet worden, dass er sich die letzte Giro-Woche mit den Alpen-Etappen schenken würde. Jetzt hat es ihn viel früher erwischt.

dpa

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