Deutsche Tennisprofis

Kerbers Aus „kein Drama“ - Zverev vielversprechend, Lisicki verletzt

Perth/Auckland/Sydney - Viertelfinal-Aus für Angelique Kerber, Halbfinale für Julia Görges und Australian-Open-Absage von Sabine Lisicki - für die deutschen Tennisprofis hat die neue Saison recht unterschiedlich begonnen.

Ihren missglückten Saisonstart wollte Angelique Kerber schnell abhaken. „Ich habe nicht schlecht gespielt, ich mache mir keine Sorgen. Auf zum nächsten“, sagte die Nummer eins der Tennis-Welt nach dem Viertelfinal-Aus in Brisbane und vor der Weiterreise zur Australian-Open-Generalprobe nach Sydney.

Turnier statt Training hatten sich auch Kerbers Fed-Cup-Kolleginnen Andrea Petkovic und Julia Görges als Taktik für die Woche vor dem ersten Grand-Slam-Höhepunkt des neuen Jahres ausgesucht. Sabine Lisicki dagegen musste ihren Start bei den Australian Open absagen. „Sie hat nach wie vor Schulterprobleme, kann noch nicht voll trainieren und fühlt sich noch nicht fit für ein Grand-Slam-Turnier“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner am Freitag.

Petkovic reiste nach dem versöhnlichen Abschluss an der Seite von Alexander Zverev beim Hopman Cup in Perth nach Hobart. Görges flog nach ihrer Halbfinal-Teilnahme in Auckland ebenfalls nach Tasmanien.

Kerber: „Kein Drama“

„Es ist immer gut, Matches zu spielen, vor allem zu Beginn der Saison“, sagte Kerber. Die Sportlerin des Jahres ließ sich von der Niederlage gegen die Ukrainerin Jelina Switolina nicht beunruhigen. „Es war erst das erste Turnier. Und Grand Slams sind wieder eine ganz andere Geschichte“, sagte die 28 Jahre alte Linkshänderin aus Kiel. Das ist kein Drama, gegen eine kommende Top-Ten-Spielerin wie Switolina kann Angie auch mal verlieren“, kommentierte Rittner.

Im Gegensatz zu Kerber durften Görges und Petkovic ihre Auftritte zum Auftakt in das neue Jahr als Mutmacher werten. Görges bezwang beim WTA-Turnier in Auckland im Viertelfinale die frühere Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki und wertete den Erfolg nach einem zwischenzeitlichen 1:6, 0:3 als „bisher größtes Comeback meiner Karriere“. Im Kampf um den Einzug ins Endspiel unterlag die erkältungsgeschwächte 28-Jährige dann aber der Kroatin Ana Konjuh trotz starker Gegenwehr in 2:03 Stunden mit 3:6, 6:4, 3:6.

Petkovic haderte zwar bei der inoffiziellen Mixed-WM in Perth unmittelbar nach dem Match mit ihrer Leistung bei der 2:6, 6:7 (3:7)-Niederlage gegen die Britin Heather Watson. Dennoch kann die auf Platz 55 der Weltrangliste abgerutschte Hessin mit ihrem Start zufrieden sein. Zum Auftakt feierte Petkovic einen überzeugenden Sieg gegen die Französin Kristina Mladenovic, der Schweizerin Belinda Bencic musste sie sich nach drei Sätzen geschlagen geben. „Es nervt total, aus den Top 50 geflogen zu sein“, sagte Petkovic und äußerte die Hoffnung: „Hoffentlich läuft es in diesem Jahr andersrum.“

Zverev gibt sich selbstbewusst

Nicht andersrum, sondern kontinuierlich nach oben soll es für Petkovics Hopman-Cup-Partner Zverev gehen. Das Top-Talent aus Hamburg sorgte vor allem mit dem Sieg gegen den 17-maligen Grand-Slam-Champion Roger Federer für einen vielversprechenden Auftakt. „Ich habe das Gefühl, dass ich gerade richtig gutes Tennis spielen kann“, sagte der 19-Jährige. Platz 24 in der Rangliste soll für Zverev nur eine Momentaufnahme auf dem Weg in die Top Ten sein.

dpa

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