Die Volleyball-Frauen im Porträt

Sie sind ein Paar! So ticken unsere EM-Heldinnen

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Lisa Thomsen (l.) ist mit der niederländischen Nationalspielerin Anne Buijs zusammen

Berlin - Die deutschen Volleyball-Frauen stehen im EM-Halbfinale. Eine ist mit einer anderen Weltklasse-Sportlerinnen liiert, eine andere hat Diabetes: Wir stellen die Heldinnen vor.

Schon vor der Zugfahrt nach Berlin ergriff die deutschen Volleyballerinnen die Sehnsucht nach dem Date ihrer Träume. „Das erste Spiel war wie ein Rendezvous“, beschrieb Bundestrainer Giovanni Guidetti den Start in die Heim-EM. Die Spiele danach seien wie ein weiteres Kennenlernen gewesen. Jetzt, nach dem Einzug ins Halbfinale, wollen Kapitänin Margareta Kozuch & Co. zur Sache kommen. Das Finale soll her. Und dann Gold. „Ich hoffe, wir können weiter siegen“, sagte Kozuch nach dem 3:0-Arbeitserfolg im Viertelfinale gegen die widerspenstigen Kroatinnen. „Diese Mädels zu stoppen, ist echt schwer“, meinte Guidetti über sein Team.

Berlin. Endlich. „Wir reden von Berlin seit dem 25. Mai“, erinnerte Guidetti nach dem vom Publikum im westfälischen Halle frenetisch bejubelten Halbfinal-Einzug an den Beginn der Mission Gold. Damals hatte der Italiener zum ersten Lehrgang nach Heidelberg geladen. Damals setzte er den Startschuss für ein Vorhaben, das über die Etappe Belgien am Freitag (20.00 Uhr/Sport1) bis ins Endspiel am Samstag (20.00 Uhr) in der Max-Schmeling-Halle führen soll.

Wie ticken die Mädels? Wir stellen sie vor:

Kathleen Weiß (29, Zuspiel, Volley Bergamo): Kämpfernatur, war als Sportsoldatin unter anderen mit Schwimmer Helge Meeuw in der Grundausbildung. Will später vielleicht als Finanzwirtin arbeiten.

Denise Hanke (24, Zuspiel, Eczacibasi Istanbul): Die gefürchtete Aufschlägerin führte den Schweriner SC zum Double. Wagt den Sprung in die Türkei. Ihr Freund ist Kampfpilot bei der Bundeswehr.

Maren Brinker (27, Außenangriff, Impel Wroclaw/Polen): Hat sich im Verlauf des Turniers sehr gesteigert, leidet an Diabetes. „Ich muss halt auf meinen Körper hören“, sagt die Wilhelmshavenerin.

Heike Beier (29, Außenangriff, Bielsko Biala/Polen): War bei der Heim-WM 2002 als Teammanagerin in Dresden tätig. Zuletzt kein Glück im Ausland - wenn ihre Clubs zahlten, dann nur unregelmäßig.

Jennifer Geerties (19, Außenangriff, Rote Raben Vilsbiburg): Liebt Schweinemedaillons mit Kartoffeln und Spargel von der Mutter. Wurde wegen permanenter Rückenschmerzen an der Bandscheibe operiert.

Jana Franziska Poll (25, Außenangriff, Schweriner SC): Machte eine Ausbildung als Heilerziehungs-Pflegerin für behinderte Menschen. Die Meppenerin wechselte nun von Vilsbiburg nach Schwerin.

Lisa Thomsen (28, Außenangriff, vereinslos): Fieberte bei der Heim-WM 2002 noch als Fan auf der Tribüne mit. Ist mit der niederländischen Nationalspielerin Anne Buijs zusammen.

Corina Ssuschke-Voigt (30, Mittelblock, vereinslos): Fingernägel stets bunt lackiert, die Team-Älteste. „Ich bin diejenige, die den anderen in den Arsch tritt“, sagt sie schmunzelnd.

Christiane Fürst (28, Mittelblock, Vakifbank Istanbul): Schloss die Magisterarbeit („Herbert Wehner und die Anfänge der neuen Ost-Politik“) mit 1,3 ab. Mittelblockerin von Weltklasse-Format.

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Anja Brandt (23, Mittelblock, Schweriner SC): Studiert BWL an der Fachhochschule in Wismar. „Mir gefällt die Abwechslung zwischen Sport und Studium“, sagt die 1,93 Meter große Athletin.

Saskia Hippe (22, Diagonalangriff, Schweriner SC): Mag Horrorfilme. Hat auf dem linken Unterarm ein Tattoo, Übersetzung: „Bereue nie etwas, was du getan hast, wenn du dabei glücklich warst.“

Margareta Kozuch (26, Diagonalangriff, vereinslos): Tanzte früher Ballett, zeichnet gerne. Hamburgerin, würde gerne in Brasilien spielen. Führt eine Fernbeziehung, ihr Freund lebt in Mailand.

Lenka Dürr (22, Libera, Igtisadchi Baku): Nachfolgerin der langjährigen Libera Kerstin Tzscherlich. Verlässt das beschauliche Vilsbiburg und wechselt in die Metropole Baku.

Lisa Izquierdo (19, Libera, Dresdner SC): Das „Küken“ des Teams rutschte auf den letzten Drücker in den endgültigen Kader. Ihr Vater ist Kubaner, sie hat einen Taschen-Tick.

Giovanni Guidetti (40, Trainer, Vakifbank Istanbul): Holte als Vereinstrainer in dieser Saison das Triple. Stammt aus einer volleyball-verrückten Familie aus Modena. Kommunikativ, liebt U2.

dpa

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