Karriereende wegen Knochenödem

Reaktionen auf Aus für Totilas: „Lasst ihn endlich auf die Wiese“

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Matthias Rath auf Pferd Totilas.

Aachen -  Das endgültige Karriere-Aus des Millionenpferdes Totilas versetzte die deutsche Dressur-Gemeinde in heftige Aufregung.

Betroffenheit bei Weggefährten und Mitstreitern, Trauer, Wut und Erleichterung in der Netz-Gemeinde: Nachdem das endgültige Karriere-Aus des zuletzt so oft verletzten Millionenhengstes Totilas verkündet worden war, überschlugen sich die Reaktionen in der deutschen Dressurszene.

Die bekannten Pferdesport-Foren quollen kurz nach Bekanntgabe der Entscheidung über. „Lasst ihn endlich auf die Wiese und grasen. Er hat es verdient“ oder „Danke Totilas für grandiosen Sport und zahlreiche wunderbare Gänsehautmomente“, war auf der Facebook-Seite der Fachzeitung St. Georg zu lesen. Aber auch: „Gott sei dank, endlich hat das Elend ein Ende.“

Die Spitzenfunktionäre des deutschen Reitverbands zeigten sich betroffen. „Für den Reiter Matthias Rath tut es mir sehr leid. Er musste in den letzten Jahren viele Rückschläge hinnehmen. Doch er kommt bestimmt zurück, hat noch andere Pferde“, sagte der deutsche Reiterpräsident Breido Graf zu Rantzau.

„Es ist sicherlich traurig für Matthias“, sagte seine Teamgefährtin Kristina Bröring-Sprehe (Dinklage), die gemeinsam mit Rath und Totilas bei der EM in Aachen im Grand Prix Bronze gewonnen hatte: „Er hat bestimmt die für ihn richtige Entscheidung getroffen. `

"So ein Ende ist immer traurig“, sagte der deutsche Equipe-Chef Klaus Roeser. Unter Roeser hatten Totilas und sein Reiter am Donnerstag mit Bronze im Nationenpreis der Dressur-EM ihren letzten Wettkampf bestritten. Im Anschluss hatte ein Knochenödem am linken Hinterbein zunächst das EM-Aus und fünf Tage später das Ende der Karriere bedeutet.

Mitbesitzer Paul Schockemöhle, der den Hengst 2010 für geschätzte zehn Millionen Euro aus den Niederlanden nach Deutschland geholt hatte, deutete das Aus bereits am Montag an. „Ich bin derzeit der Meinung, dass es nicht gut wäre, wenn er zurückkehrt“, sagte der 70-Jährige.

Ob die öffentliche Diskussion über die womöglich zu spät erkannte oder zu spät bekannt gegebene Verletzung das Aus von Totilas mit beinflusst hat, blieb zunächst offen. Die Entscheidung sei absolut richtig gewesen, sagte FN-Sportdirektor Dennis Peiler, „inwieweit die öffentliche Debatte ein Katalysator dabei war, können nur die direkt Betroffenen sagen“.

Zuletzt war vor allem die deutsche Teamführung in die Kritik geraten, nachdem es Hinweise gab, Totilas sei mit einer Verletzung ins Viereck geschickt worden. Mit Schmerzen solle der Vierbeiner seine Prüfung bestritten haben, um das deutsche Gold zu sichern. Am Ende erkannten einige Richter die Takt-Unreinheit, die durch die Verletzung ausgelöst wurde, und werteten den Rapphengst mit Reiter Matthias Rath ab. Aus Gold wurde Bronze.

„Irgendwann musste eine Entscheidung getroffen werden. Dass sie nun so zeitnah nach der EM und den Vorkommnissen von Aachen getroffen wurde, kann ich nur begrüßen“, sagte Peiler. Die Vorkommnisse rund um die Verletzung sollen nach der EM bei der FN aufgearbeitet werden.

Für die Familie Rath, die die Sportrechte für den Hengst für angeblich fünf Millionen Euro von Schockemöhle gekauft hatte, machte sich die Investition nicht bezahlt. Eine Silbermedaille bei der EM 2011 in Rotterdam und einmal Bronze jetzt in Aachen lautete die bescheidene sportliche Bilanz des einstigen Wunderpferdes.

SID

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