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So tickt Lisicki-Gegnerin Marion Bartoli

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Marion Bartoli ist die Gegnerin von Sabine Lisicki im Kampf um die Tennis-Krone in Wimbledon

London - Lisicki-Gegnerin Marion Bartoli sorgt nicht nur wegen ihres Finaleinzugs in Wimbledon für Aufsehen. Sie hat ist klug, malt gerne und hat sogar schon Dirk Nowitzki mit ihren Ticks genervt.

Sogar Dirk Nowitzki und James Bond hat „Madame Einstein“ schon nachhaltig beeindruckt. Gestatten: Marion Bartoli, 28 Jahre alt, geboren in Le Puy en Velay, dem Ausgangspunkt des französischen Jakobsweges Via Podiensis. Besondere Merkmale: Hat einen IQ von 175 und sorgt mit ihren Ticks immer wieder für Erstaunen.

Auch Basketball-Ikone Nowitzki wunderte sich einst über „Känguru“ Bartoli, als er ein Match der etwas anderen Weltklassespielerin sah. „Warum hüpft sie immer so herum und macht diese Trockenübungen?“, twitterte der Star der Dallas Mavericks damals.

Die Frage nach dem Warum musste Bartoli nach ihrem überraschenden Einzug ins Finale von Wimbledon (Wir berichten im Live-Ticker), in dem sie am Samstag auf Sabine Lisicki (Berlin) trifft, immer wieder beantworten. „Es ist ein Teil von mir und für mich der beste Weg, mich auf den nächsten Punkt vorzubereiten. Auch als Sechsjährige habe ich das schon gemacht. Ich will damit niemanden nerven oder irritieren“, sagte die Hobby-Malerin, die vor ihrem Halbfinalsieg gegen Kirsten Flipkens (Belgien) erstmal ein Nickerchen in der der Players Lounge hielt.

Bilder: Hier zieht Lisicki ins Wimbledon-Finale ein

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Zwischen den Ballwechseln aber sprintet Bartoli nicht selten wie von der Tarantel gestochen los, um dann mit dem Rücken zu ihrer Gegnerin an der Grundlinie Vor- und Rückhand zu simulieren. Dazwischen hüpft die Wahl-Genferin gerne wie ein Gummiball herum und erinnert mit ihrer antiken Aufschlagbewegung an die graue Urzeit des Rückschlagspiels.

Auf dem Weg zu ihrer ersten Finalteilnahme in Wimbledon 2007 ließ sich Bartoli aber doch einmal ablenken. Es war im Halbfinale gegen Justine Henin (Belgien), als die Französin nach dem mit 1:6 verlorenen ersten Satz entdeckte, dass der von ihr angehimmelte Bond-Darsteller Pierce Brosnan im Publikum saß. Für Sekunden war sie wie paralysiert. „Ich konnte es nicht glauben. Danach wusste ich: Er guckt dir zu, da musst du einfach besser spielen.“ Bartoli tat es - und gewann auch dank „007“ in drei Sätzen. Danach kam es in den Katakomben zu einer Begegnung, bei der Brosnan Bartoli Blumen schenkte.

Das Match läuft nicht im Free-TV. Wie Sie es trotzdem verfolgen können, erfahren Sie hier auf merkur-online.de

In ihrer Box wird der Ire am Samstag nicht sitzen. Sicher ist aber, dass Bartolis Vater Walter dort Platz nehmen wird. Keine Selbstverständlichkeit, denn erst vor ein paar Wochen hatte sich die Weltranglisten-15. zum zweiten Mal von ihrem Förderer losgesagt. Der Arzt, der keinen Trainerschein besitzt, hatte seine Tochter als Autodidakt mit unkonventionellen Trainingsmethoden in die Weltspitze geführt. Amüsierte Fans filmten sogar einzelne Übungen und stellten sie mit lustigen Kommentaren ins Internet. Bei einer ist Bartoli an drei Spanngurten befestigt, sieht aus wie eine Bergsteigerin und macht ihre berühmten Trockenübungen.

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Die erste Trennung vom Vater Anfang des Jahres endete im Chaos. Die jeweils als neue Coaches engagierten Jana Novotna und Gerald Bremond beendeten die Zusammenarbeit mit Bartoli nach nur einem Turnier. „Ich habe schlecht gespielt - wie nie“, jammerte die Mode-Liebhaberin, die gerne ihre eigens angefertigte Louis-Vuitton-Tasche mit den Initialen „MB“ spazieren trägt. Sie kehrte reumütig zu ihrem Dad zurück, doch man einigte sich nach kurzer Zeit, wieder getrennte Wege zu gehen.

Mittlerweile steht ein Trainingspartner an ihrer Seite, der selbst in den Schlagzeilen stand. Wortwörtlich, denn Thomas Drouet war vor ein paar Wochen von John Tomic, dem Vater des Weltranglisten-59. Bernard Tomic (Australien), verprügelt worden. Das Duo Bartoli/Drouet aber harmoniert. „Ich denke, dass ich es verdient habe, noch einmal im Wimbledon-Finale zu stehen“, meinte die „Intelligenz-Bestie“ Bartoli (Blick), die stets ihre Meinung sagt. Als sie mehrere Jahre ohne Ausrüstervertrag war, unkte sie: „Ich bin vielleicht nicht blond genug.“

SID

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