Peinliche Panne bei der BBC

Makaberes Mord-Lied nach Pistorius-Bericht

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Der wegen Mordes angeklagte Paralympics-Goldmedaillengewinner Oscar Pistorius.

London - Peinlich: Ein BBC-Radiosender hat gleich nach einem Bericht über den wegen Mordes an seiner Freundin angeklagten Spitzensportler Oscar Pistorius das Lied "Hey Joe" gespielt. Darin will der Sänger seine Freundin aus Eifersucht umbringen.

Wie die US-Nachrichtenseite "Gawker" berichtet, sorgt der Song der Rocklegende Jimi Hendrix derzeit für Furore in Großbritannien. Der Text ist zugegebenermaßen ziemlich hart, aber seit 47 Jahren Allgemeingut der Pop-Kultur. Auf Deutsch übersetzt lautet der Text ungefähr so:


"Hey Joe, wo gehst du denn mit dieser Knarre in der Hand hin?

Hey Joe, ich hab gesagt wo gehst du denn mit dieser Knarre in der Hand hin?


Na gut. Naja ich gehe, und schieß meine Alte tot. Weißt du, ich habe sie mit 'nem anderen erwischt. Ich gehe, und schieß meine Alte tot. Weißt du, ich habe sie mit 'nem anderen erwischt. Und das ist nicht gut so."

"Hey Joe" bei Youtube

Diese Zeilen kommen noch deutlich heftiger rüber, wenn sie gleich nach einem Radio-Bericht über den Fall Pistorius gespielt werden. "Geht gar nicht!", meinen Sie? Aber genau das ist dem Radio-Sender "BBC Radio 6 Music" nun passiert. Dem Paralympics-Goldmedaillengewinner Pistorius wird bekanntlich derzeit vor Gericht vorgeworfen, seine Freundin Reeva Steenkamp (29) am Donnerstag vergangener Woche in seinem Haus in Pretoria erschossen zu haben.

Pistorius-Freundin Reeva Steenkamp (†): Juristin, Model und Fernsehstar

Der sechsmalige Paralympics-Gewinner Oscar Pistorius hat am frühen Donnerstagmorgen in seinem Haus in Silver Lakes am Rande der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria seine Freundin Reeva Steenkamp erschossen, die er laut Medienberichten für eine Einbrecherin gehalten hatte. © ap
Die Freundin von Oscar Pistorius war selbst ein Star, zumindest in Südafrika. Die 30-Jährige, die eine abgeschlossene juristische Ausbildung hatte, war ein gefragtes Model. © ap
Vor einem Jahr zierte sie die Titelseite des internationalen Herren-Magazins FHM. © ap
Kürzlich nahm Reeva Steenkamp an der südafrikanischen Variante von „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“ teil. In der Realityshow „Tropika Island of Treasure“ war sie einer der sieben konkurrierenden Prominenten. Die erste Episode sollte am Samstag im staatlichen Fernsehen SABC ausgestrahlt werden. © ap
Die blonde Südafrikanerin mit den blau-grünen Augen wurde in Kapstadt geboren und wuchs in Port Elisabeth auf. Nach einem abgeschlossenen Jurastudium schloss sie einen Vertrag mit der Kosmetikfirma Avon und zog vor sechs Jahren nach Johannesburg. © ap
Pistorius and Steenkamp waren in der Vergangenheit südafrikanischen Medien zufolge mehrfach zusammen aufgetreten. Zunächst aber hatte es immer nur geheißen, die beiden seien „nur Freunde“. © ap
„Wir sind tief bekümmert und schicken unser Beileid an Reevas Familia und Freunde“, hieß es nach den Ereignissen im Hause von Pistorius auf der Website von SABC. © ap
Das südafrikanische Model Lee-Ann Liebenberg schrieb im Nachrichtenkurzdienst Twitter: „Wie tragisch. Meine Gedanken und Gebete sind mit Oscar und den beiden Familien“. © ap
Viele andere südafrikanische Künstler und Prominente zeigten sich ebenfalls bestürzt. (im Bild: Archivbild von Oscar Pistorius) © dpa
 © dpa

Pistorius sagt, er habe seine Freundin aus Versehen erschossen, weil er glaubte, im Badezimmer befände sich ein Einbrecher. Dem widerspricht die Staatsanwaltschaft entschieden und meint, der 26-Jährige habe geplant und gezielt seine Freundin ermordet. Möglicherweise habe er aus Wut über eine Nachricht gehandelt, die Steenkamp von ihrem Ex-Freund bekommen habe.

Ein BBC-Sprecher hat sich bereits für die makabere Panne entschuldigt: "Angesichts des Themas des Berichtes entschuldigen wir uns für jede Empörung, die die zeitliche Nähe des Songs 'Hey Joe' zu der Radio-Nachricht hervorgerufen hat. Eine entsprechende Entschuldigung wurde noch im laufenden Programm verlesen, nachdem dieser Fehler aufgefallen ist."

fro

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