Biathletin positiv getestet

Sachenbacher-Anwälte: Kein bewusstes Doping

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Evi Sachenbacher-Stehle wurde positiv getestet.

Sotschi - Die Staatsanwaltschaft rechnet im Dopingfall von Evi Sachenbacher-Stehle nicht mit einer schnellen Aufklärung. Die Anwälte der Biathletin bestreiten ein bewusstes Doping der Athletin.

Die Anwälte von Evi Sachenbacher-Stehle haben den Vorwurf von bewusstem oder „gar vorsätzlichem“ Doping der Biathletin bestritten. „Es gibt nach den derzeit vorliegenden Erkenntnissen hierfür auch keinerlei Anhaltspunkte“, hieß es in einer Mitteilung am Montag, die von ihrem Management veröffentlicht wurde.

Sachenbacher-Stehle sei „nach wie vor geschockt“. Sie war bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi positiv auf das Stimulanzmittel Methylhexanamin getestet worden.

Fest stehe auch, „dass die positive Doping-Probe nicht auf "hartes Doping" zurückzuführen sei“, betonten die Anwälte in ihrem Schreiben. Die Ursache liege möglicherweise „in dem teilweise unübersichtlichen Markt“ von sogenannten Nahrungsergänzungsmitteln. „Doch nicht einmal das ist derzeit abschließend gesichert.“

Sachenbacher-Stehle selbst will sich wieder persönlich äußern, wenn die Ursache für die positive Probe „eindeutig feststeht“, erklärten ihre Anwälte. Die zweimalige Ski-Langlauf-Olympiasiegerin will in den kommenden Tagen bei der lückenlosen Aufklärung des Sachverhalts mithelfen. Am Montag wollte man daher insbesondere mit dem Deutschen Ski-Verband Kontakt aufnehmen, um die weiteren Schritte gemeinsam zu besprechen, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft München I rechnet in dem Fall mit keiner schnellen Aufklärung. „Die Analyse der sichergestellten Nahrungsergänzungsmittel dauert erfahrungsgemäß noch ein bis drei Wochen“, sagte Staatsanwalt Peter Preuß am Montag: „Ich rechne nicht damit, dass sich schon im Laufe dieser Woche etwas ergibt.“ Die Strafanzeige des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gegen Unbekannt beeinflusse die laufenden Ermittlungen nicht.

Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt

Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte am vergangenen Wochenende ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Zur Sicherung von Beweismitteln durchsuchten Beamte des Landeskriminalamts (LKA) am Freitagabend den Olympia-Stützpunkt der Biathleten in Ruhpolding sowie zwei private Gebäude. Der Tatvorwurf lautet: unerlaubtes Inverkehrbringen von Arzneimitteln zu Dopingzwecken im Sport.

Der Verdacht besteht gegen einen unbekannten Dritten, nicht gegen Sachenbacher-Stehle, betonte die Staatsanwaltschaft. „Zu Einzelheiten können wir uns aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht äußern“, sagte Preuß am Montag.

Sachenbacher-Stehle, die ihre Mitarbeit bei der Aufklärung des Falls angekündigt hat, war nach einem positiven Dopingbefund am Freitag offiziell aus der deutschen Olympiamannschaft ausgeschlossen worden und hatte noch am gleichen Tag die Heimreise von den Olympischen Winterspielen in Sotschi angetreten. Ihre beiden vierten Plätze im Massenstart und in der Mixedstaffel wurden ihr aberkannt.

dpa/SID

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