Olympia-TV als Vision

Bach will "IOC-Präsident für alle" werden

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DOSB-Präsident Thomas Bach

Köln - Weltoffenheit, Flexibilität und ein revolutionäres Vorhaben: Thomas Bach geht mit einem ambitionierten Programm in den Wahlkampf um das Amt des IOC-Präsidenten.

Afrika als Olympia-Gastgeber öffnet er die Tür, dem Gewinnstreben um jeden Preis will er Einhalt gebieten - und er scheut auch vor ganz großen Projekten wie der Einführung eines Olympia-TV-Kanals nicht zurück.

„Eine Vision wäre ein digitaler olympischer Fernsehkanal, der das weltweite Sportprogramm bündelt und dann ständig auf Sendung wäre“, sagte Bach in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Freitag-Ausgabe).

Dieses Vorhaben ist nach FAZ-Angaben auch Teil von Bachs Wahlkampfprogramm unter dem Motto „Einheit in Vielfalt“, das er kurz vor Meldeschluss am Donnerstag den Mitgliedern des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) geschickt hat. Der 59 Jahre alte Anwalt aus Tauberbischofsheim betont, dass ihm die Verbreitung des Sports wichtiger ist als die Optimierung des Gewinns.

„Es ist nicht das einzige Ziel, viel Geld zu erlösen“, sagte Bach, „sondern sie müssen darauf achten, dass die Spiele an möglichst viele Menschen herangebracht werden.“ Man könne die Spiele nicht auf den finanziellen Erfolg reduzieren. „Das ist für mich nur Mittel zum Zweck, kein Selbstzweck“, sagte Bach: „Wir müssen deutlicher machen, dass mehr als 90 Prozent unserer Einnahmen wieder in die Entwicklung des Sports fließen.“

Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), ist einer von sechs Kandidaten für die Nachfolge des Belgiers Jacques Rogge als IOC-Präsident. Die Wahl findet am 10. September im Rahmen der 125. IOC-Session in Buenos Aires statt. Fecht-Olympiasieger Bach gilt bislang als Favorit.

Bach unterstrich in dem Interview seine Weltoffenheit. „Ich würde es gerne werden, weil ich ein IOC-Präsident für alle werden möchte“, sagte er. Auch bei der künftigen Vergabe Olympischer Spiele hofft er auf weitere Öffnung, auch in Richtung des olympisch noch unerschlossenen Kontinents: „Ich finde es prima, wenn Organisatoren aus allen Weltgegenden, hoffentlich auch bald aus Afrika, ihre Vorstellung von Sport, ihre Kultur weltweit präsentieren können.“

Bach will im Fall seiner Wahl vor allem mit Hilfe der Olympischen Jugendspiele Grenzen ausloten. „Die Jugendspiele müssen weiterentwickelt werden. Sie bieten ein gutes Potenzial, um neue Disziplinen, neue Sportarten, die durchaus mehr zeitgeistig sein können als bei Olympischen Spielen, einzuführen“, sagte Bach und nannte Klettern, Karate oder Rollschuhsport als Beispiele.

Das olympische Programm müsse weiterentwickelt werden. „Mehr Flexibilität ergibt sich, wenn man den Blick von der Begrenzung der 28 Sportarten etwas weiter richtet, auf Disziplinen. Wichtig ist, das Gesamtbild im Auge zu behalten. Das ist wie ein Puzzle. Sie müssen ein harmonisches Bild behalten zwischen Individual- und Mannschaftssportarten, zwischen Spiel- und Kampfsportarten“, sagte Bach.

Dass der einflussreiche kuweitische Scheich Ahmad al Sabah, Präsident der Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees (Anoc), ihn unterstützt, wollte Bach nicht bestätigen: „Erstens dürfen nach den Regeln IOC-Mitglieder nicht öffentlich darlegen, für wen sie eintreten. Umgekehrt gilt das auch für die Kandidaten.“

SID

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