Das ZDF feiert sich selbst

Runder Geburtstag: Das Sportstudio wird 50

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Freut sich auf die Jubiläums-Sendung: Ex-Moderator Dieter Kürten

Mainz - Fast auf den Tag genau 50 Jahre ist es her: Das Aktuelle Sportstudio ging am 14. August 1963 zum ersten Mal im ZDF auf Sendung. Der runde Geburtstag soll am Samstag gebührend gefeiert werden.

Der TV-Klassiker ist ein echtes „Kind der Bundesliga“: Am 14. August 1963, mit Start der Fußball-Eliteliga ging das Aktuelle Sportstudio des ZDF erstmals auf Sendung. Am Samstag (22.00 Uhr) feiert es mit einer Gala das Jubiläum. Eine Stunde früher als sonst. Denn normalerweise erklingt um 23.00 Uhr die berühmte Melodie „Up to date“, seit 19. Juni 1965 die Erkennungsmelodie des Sportstudios. Up to date ist die Sendung immer noch. „Das “Aktuelle Sportstudio' ist eine Marke des Senders, ja durch seine Tradition sogar die Dachmarke des Sports„, sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. Zum Jubiläum wurden Musikfans aufgefordert, der Melodie eine neue Gestalt zu geben.

Die Ergebnisse sind bei der Gala zu hören. Ein weit verbreiteter Irrtum ist es übrigens, dass das `ass“ immer live gesendet wird. Spätestens seit sie ihren fixen Termin um 23.00 Uhr erhalten hat, wird die Sendung - vor allem auf Wunsch und Drängen der Gäste - hin und wieder aufgezeichnet. Ausgestrahlt wird sie dann aber, „live on tape“, also als ungeschnittene Aufzeichnung. Dennoch wird zu Beginn immer die exakte Uhrzeit eingeblendet. Die gute alte Bahnhofsuhr existiert als Bandaufzeichnung, wird zu einem Zeitpunkt X gestartet und kann dann live in die Aufzeichnung eingeblendet werden. Die Uhr ist geblieben, genau wie die Torwand und die Interviews. Ansonsten hat sich viel geändert in 50 Jahren. Die Litfasssäule, auf der die Programmankündigungen klebten, ist verschwunden. Mal gab es Kommentare, mal den Pfiff des Tages, mal Gastmoderatoren wie Werner Schneyder, Dieter Thomas Heck oder Frank Elstner. Um den Ursprung der Torwand ranken sich viele Geschichten. Fest steht, dass sie keine Erfindung des ZDF ist, 1964 erstmals im Aktuellen Sportstudio eingesetzt wurde, 1966 die Löcher auf den heute noch gültigen Durchmesser von 55 Zentimetern vergrößert wurden, dass das ZDF sie in den 70er Jahren abschaffen wollte, dann aber Zuschauerprotesten nachgab - und dass bis heute noch nie jemand sechs Treffer schaffte.

Die Gäste waren früher leichter auf den Lerchenberg zu lotsen. Am 12. Dezember 1984 trat beispielsweise die gesamte Mannschaft von Bayern München mit Trainer Udo Lattek und Jung-Manager Uli Hoeneß auf und sang das Weihnachtslied: „Nikolaus, Nikolaus, komm in unser Haus“. Als die Bayern 2013 die Meisterschaftsschale überreicht bekamen, bequemte sich lediglich Bastian Schweinsteiger vor die Restauranttür, um ein paar Minuten lieblos zu erzählen. Nicht einmal mehr ins Foyer des Restaurants durfte das ZDF hinein.

Aktuelles Sportstudio: Scharfschützen an der Torwand

Aktuelles Sportstudio: Scharfschützen an der Torwand

So ändern sich die Zeiten. Vor Jahrzehnten genügte auch noch ein bereitstehender Hubschrauber, um den Star des Spieltages nach Mainz zu fliegen. Heute sind wochenlange Vorverhandlungen mit den Top-Stars, ihren Managements und den Vereinen nötig. Vater Graf, Steffi Graf und Mutter Graf auf dem Schiedsrichterstuhl für eine mehrminütige Einlage in die Sendung zu bekommen wie am 7. Juli 1984?

 Heute undenkbar. Der Alltag sieht heute so aus: Montags wird festgelegt, wer als Gast am Samstag interessant sein könnte. Der Anspruch ist laut Gruschwitz jedoch derselbe geblieben: „Wir wollen eine journalistische Institution bleiben und dennoch weiterhin den Spagat zwischen Information und Unterhaltung schaffen.“ So hat das Sportstudio in der kurzlebigen TV-Landschaft schon 50 Jahre überlebt. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

SID

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