Pirelli: Vorerst keine neuen Reifen

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Berlin - Auch in den kommenden drei Rennen bringt Exklusiv-Hersteller Pirelli noch keine neuen Reifenmischungen mit zu den Formel-1-Rennen. Geplant war das anders.

Im Dauerzoff um die hochsensiblen Formel-1-Reifen hat Hersteller Pirelli seine Pläne über den Haufen geworfen und die Einführung neuer Reifenmischungen weiter verschoben. Weltmeister Sebastian Vettel und seine Verfolger müssen nun auch in den nächsten drei Rennen mit den bisherigen Pneus auskommen. „Keine Konstruktionsveränderungen wegen fehlender Team-Unterstützung“, überschrieb Pirelli am Donnerstag seine Pressemitteilung.

Demnach wird sowohl in knapp zweieinhalb Wochen beim Großen Preis von Großbritannien, als auch eine Woche später bei Vettels Heimrennen auf dem Nürburgring und beim Grand Prix von Ungarn weiter mit den von einigen vielkritisierten Reifen gefahren. „Diese Entscheidung basiert darauf, dass die neuen Reifen, die zum Freien Training am Freitag in Kanada mitgebracht worden waren, wegen des Regens nicht ausreichend getestet werden konnten - und die Teams einer Einführung der neuen Reifen nicht einstimmen konnten“, erklärte Pirelli.

Ursprünglich sollten die neuen Reifenmischungen in Montréal auch im Rennen schon zum Einsatz kommen. Nachdem aber ein Reifentest des deutschen Werksrennstalls MercedesAMG Mitte Mai bekanntgeworden war, bei dem Nico Rosberg und Lewis Hamilton in ihren aktuellen Silberpfeilen ohne Kenntnis auch die neuen Reifen gefahren waren, wurde der erste Aufschub gewährt. Allen Teams sollte die Möglichkeit gegeben werden, die neue Gummimischungen zu testen, um dann einstimmig über die Einführung zum nächsten Rennen in Silverstone zu entscheiden. Unisono sprachen sich die elf Teams nun aber nicht aus.

Dabei ist die Lage pikant. Noch hat die Formel 1 keinen Reifenlieferanten für die nächste Saison. Der Vertrag mit Pirelli läuft Ende des Jahres aus. Zudem steht der deutsche Mercedes-Rennstall wegen seines umstrittenen Tests am 20. Juni vor dem FIA-Gericht. In Paris wird das Internationale Tribunal entscheiden, ob die Silberpfeile gegen die strengen Testregeln verstoßen haben. Die Mercedes-Verantwortlichen bestreiten, irgendeinen Vorteil von den insgesamt 1000 Testkilometern - davon knapp 100 mit den für Kanada geplanten Reifen - im aktuellen Wagen gehabt zu haben. Die Konkurrenz, allen voran Red Bull, bezweifelt das.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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