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Auftakt zur 100. Rundfahrt

Tour de France: Kittel gewinnt erste Etappe

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Marcel Kittel jubelt bei der Zielankunft in Bastia.

Bastia - Der deutsche Top-Sprinter Marcel Kittel hat die erste Etappe der 100. Tour de France gewonnen. Er übernahm damit auch das Gelbe Trikot des Gesamtersten. Tony Martin ist unterdessen schwer gestürzt.

Marcel Kittel hieß der große Sieger einer der skurrilsten Tour-de-France-Etappen aller Zeiten. Der 25-jährige Arnstädter knackte den Jackpot mit seinem Tagessieg und eroberte das erste Gelbe Trikot der 100. Tour de France. Kittel profitierte von der Abwesenheit der beiden Topsprinter Mark Cavendish und André Greipel im Finish. Ex-Weltmeister Cavendish war wie Tony Martin in einen Massensturz vier Kilometer vor dem Ziel verwickelt. Greipel hatte im entscheidenden Moment einen technischen Defekt. Den zweiten Platz hinter Kittel belegte der Norweger Alexander Kristoff.

Die Ziellinie der ersten Etappe, die über 213 Kilometer von Porto Vecchio nach Bastia führte, konnte erst unmittelbar vor dem Eintreffen des Fahrerfeldes geräumt werden. Der Teambus der australischen Mannschaft Orica-GreenEdge hatte die Zielmarkierung gerammt und konnte lange nicht mehr manövriert werden.

"Ich bin total durcheinander. Es ist unglaublich - ich bin so glücklich. Das ist definitiv der schönste Tag in meinem Leben", sagte Kittel, dem Cavendish und sein Teamkollege Degenkolb als erste gratulierten. Im Vorjahr hatte er die Tour nach der fünften Etappe aufgeben müssen. "Meine Mannschaft ist super gefahren. Sie hat mich aus allem rausgehalten. Am Ende haben wir es geschafft, einen Traum wahrzumachen", ergänzte der Youngster.

Als letzter deutscher Radprofi vor Kittel, der sich das Trikot zum ersten Mal sicherte und dazu auch noch das Grüne und Weiße für den besten Nachwuchsfahrer holte, hatte Stefan Schumacher 2008 das Maillot Jaune getragen. Der geständige Doper steht im Moment in Stuttgart vor Gericht - er soll ungerechtfertigt 150 000 Euro Gehalt kassiert und damit seinen früheren Teamchef Hans-Michael Holczer betrogen haben.

Anders als sonst üblich hatte die Tour nicht mit einem Prolog-Zeitfahren sondern mit einer regulären Etappe begonnen, die den Sprintern auf den Leib geschneidert war. Aber das chaotische Finale machte einem Großteil von ihnen einen Strich durch die Rechnung. Zu den gestürzten gehörte auch der Slowake Peter Sagan, der im Vorjahr das Grüne Trikot geholt hatte und sich für die kommenden Tage eigentlich viel Hoffnungen gemacht hatte. Auch der zweifache Toursieger Alberto Contador kam zu Fall.

 

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

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Für den Vorjahreszweiten und hoch gewetteten Christopher Froome begann das Kräftemessen in Frankreich alles andere als wunschgemäß. Der britische Sky-Kapitän stürzte kurz nach dem Start noch in der Neutralisationszone in Porto Vecchio und trug leichte Schürfwunden davon. Froome, dem neben dem nach seiner Dopingsperre zurückgekehrten Contador (Spanien) die größten Chancen auf den historischen Toursieg 2013 zugetraut werden, musste seine Rennmaschine wechseln. Aus dem Massensturz hatte er sich heraushalten können.

Unterdessen ist Jens Voigt in seine 16. Tour de France gestartet. Damit belegt der mit 41 Jahren älteste Radprofi im Peloton in der Rekordliste gemeinsam mit dem Niederländer Joop Zoetemelk den dritten Platz. Der Australier Stuart O'Grady vom Team Orica-GreenEdge stand bei der Jubiläumsausgabe gar zum 17. Mal an der Startlinie der Frankreich-Rundfahrt, womit er den Rekord des Amerikaners George Hincapie einstellte.

Martin mit Verdacht auf Schulterbruch im Krankenhaus

Für Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin ist die 100. Tour de France wohl bereits nach der ersten Etappe beendet. Der 28-Jährige ist nach einem Sturz wenige Kilometer vor dem Ziel am Samstag mit Verdacht auf einen Schulterbruch sowie einer tiefen Fleischwunde ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Teamarzt Helge Riepenhof hat kaum noch Hoffnung, dass Martin die Rundfahrt fortsetzen kann. „Er hat eine tiefe Fleischwunde am Ellbogen. Die ersten beiden Hautschichten sind zerstört. Das würde schon reichen, dass er nicht mehr weiterfahren kann“, sagte Riepenhof der Nachrichtenagentur dpa. Noch am Samstag sollte eine Kernspintomographie genauen Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben.

Damit entwickelt sich der Wahlschweizer allmählich zum Pechvogel der Tour de France. Im vergangen Jahr hatte Martin auf der ersten Etappe einen Kahnbeinbruch erlitten. Damals hatte der Fahrer des Teams Omega Pharma-Quick Step die Rundfahrt noch gut eine Woche bis zum ersten Ruhetag fortgesetzt, ehe er schließlich die Heimreise antrat.

dpa

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