Brite überlegen

Vettel Dritter - Hamilton sichert sich Pole

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Sebastian Vettel, hier beim Training am Freitag.

Shanghai - Mercedes-Pilot Lewis Hamilton ist überlegen zur Pole Position für den Großen Preis von China gestürmt. Sebastian Vettel wurde Dritter.

Sebastian Vettel quälte sich ein Lächeln ab. Dass sich der Red-Bull-Star bei der beeindruckenden Pole-Show von Lewis Hamilton auch noch seinem aufmuckenden Teamkollegen Daniel Ricciardo geschlagen geben musste, passte dem viermaligen Champion gar nicht. „Daniel macht einen sehr guten Job, er holt das Maximum aus dem Auto heraus“, sagte Vettel etwas pikiert, nachdem er sich im verregneten Qualifying zum Großen Preis von China (Sonntag, 9.00 Uhr/RTL und Sky) den dritten Startplatz gesichert hatte: „Das schaffe ich noch nicht immer. Ich muss zulegen.“

Hamilton ist in seinem überlegenen Silberpfeil dagegen weiter nicht zu stoppen. Der Ex-Weltmeister ließ der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance und sicherte Mercedes bereits die vierte Pole im vierten Rennen der Saison. Ricciardo wies am Ende über eine halbe Sekunde Rückstand auf. Der WM-Führende Nico Rosberg kam nach einem Fahrfehler in seiner letzten schnellen Runde auf dem 5,451 km langen Kurs vor den Toren Shanghais allerdings nicht über Platz vier hinaus. Ferrari-Star Fernando Alonso (Spanien) holte sich Rang fünf.

Vettel hatte sich im Regen am Ende deutlich mehr erhofft. „Schade, ich dachte, dass wir Lewis ein bisschen mehr auf die Pelle rücken können“, sagte der Deutsche, „aber wir sind in einer ganz guten Verfassung und näher dran als zuletzt.“ Für den Sieg wird es aus eigener Kraft aber wohl wieder nicht reichen, zumal für das Rennen trockenes Wetter erwartet wird. „Da wird die Lücke wohl wieder größer sein“, sagte Vettel und machte einen nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag, um die Spannung zu erhöhen: „Vielleicht können wir noch zwei Kurven einbauen.“

Auf den Geraden donnerte Hamilton mit seinem vor Kraft strotzenden Motor seiner 34. Karriere-Pole entgegen. Nur Michael Schumacher (68), Ayrton Senna (65) und Vettel (45) standen öfter auf dem besten Startplatz als der Ex-Weltmeister, der nun auch eine Pole mehr auf dem Konto hat als der legendäre Schotte Jim Clark. „Das war eine harte Session“, sagte Hamilton der am Sonntag einen Sieg-Hattrick anstrebt: „Das Auto ist toll. Aber natürlich können wir uns noch verbessern.“

Auch Rosberg wollte sich nicht vorzeitig geschlagen geben. „Noch ist alles drin“, sagte der Wiesbadener, der vor dem vierten von 19. Saisonrennen mit 61 Punkten die WM-Wertung vor Hamilton (50) anführt. Vettel hinkt als Sechster bereits 38 Zähler hinterher und muss den Rückstand unbedingt in Grenzen halten, wenn er seine Chancen auf den fünften Titel in Serie nicht schon früh in der Saison begraben will. Nico Hülkenberg holte sich im Force-India Startplatz acht, während Adrian Sutil im Sauber als 14. bereits im Q2 ausgeschieden war.

Schon vor zwei Wochen in Bahrain war Ricciardo Platzhirsch Vettel mächtig auf die Füße getreten und hatte ihn in Qualifying und Rennen deutlich distanziert. Der dauergrinsende Australier zeigt keinerlei Respekt und gibt einfach Vollgas. „Was für ein toller Tag“, sagte der erst 24 Jahre alte Nachfolger des ungeliebten Mark Webber und zeigte seine strahlend weißen Zähne. Da wirkte Vettels Lächeln gleich noch eine Spur gequälter.

Hamilton lässt mit 34. Pole Position Clark und Prost hinter sich

Formel-1-Pilot Lewis Hamilton hat sich in Shanghai die 34. Pole Position seiner Karriere gesichert. Damit ließ der Mercedes-Fahrer in der ewigen Bestenliste seinen britischen Landsmann Jim Clark und den viermaligen Weltmeister Alain Prost aus Frankreich hinter sich. Nur Rekordchampion Michael Schumacher, Ayrton Senna und Sebastian Vettel standen noch öfter auf Startplatz eins als Hamilton.

Rang Fahrer Pole Positions

1. Michael Schumacher (Kerpen) 68

2. Ayrton Senna (Brasilien) 65

3. Sebastian Vettel (Heppenheim)* 45

4. Lewis Hamilton (Großbritannien)* 34

5. Jim Clark (Großbritannien) 33

Alain Prost (Frankreich) 33

7. Nigel Mansell (Großbritannien) 32

8. Juan Manuel Fangio (Argentinien) 29

9. Mika Häkkinen (Finnland) 26

10. Niki Lauda (Österreich) 24

Nelson Piquet (Brasilien) 24

sid/dpa

Die Regel-Änderungen der Formel 1

Die Regel-Änderungen der Formel 1

Zurück zur Übersicht: Motorsport

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser