Formel-1-Rennen in Ungarn

Vettel: Erst siegen, dann ab in die Ferien

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Sebastian Vettel will seinen ersten Sieg auf dem Hungaroring einfahren.

Budapest - Auf fast allen Rennstrecken im aktuellen Formel-1-Kalender hat Sebastian Vettel bereits gewonnen. Ungarn fehlt aber noch. Der dreifache Champion ist heiß auf einen Sieg auf dem Hungaroring.

Ungarn fehlt noch in Sebastian Vettels schon ziemlich kompletter Siegerliste. Bei seinem siebten Start auf dem Hungaroring hofft der Formel-1-Titelverteidiger, drei Wochen nach seinem ersten Heimtriumph auf dem Nürburgring auch diesen weißen Fleck auf seiner Grand-Prix-Landkarte tilgen zu können. „An Ungarn habe ich interessante Erinnerungen. Hier bestritt ich mein erstes Rennen mit der Red-Bull-Familie“, sagte der dreifache Weltmeister vor dem zehnten Saisonlauf an diesem Wochenende. „Ich hoffe, ich kann meinen Erinnerungen meinen ersten Sieg hier hinzufügen, bevor ich in die Ferien gehe.“

Vettels Bilanz auf dem kurvenreichen Berg-und-Tal-Kurs in Mogyoród rund 20 Kilometer nordöstlich von Budapest ist für seine Verhältnisse bescheiden. Als Dritter (2010) und Zweiter (2011) stand der 30-malige Sieger hier nur zweimal auf dem Podest. Im Vorjahr reichte es zu Rang vier. Bei seiner Premiere auf der 4,831 Kilometer langen Strecke im B-Rennstall Toro Rosso belegte der Jungspund 2007 Rang 16. Nach seinem Aufstieg ins A-Team musste Vettel seinen Red Bull zweimal wegen technischer Defekte (2008: Überhitzung, 2009: Aufhängung) vorzeitig abstellen.

Hitzeschlacht bei 35 Grad

Für den bislang einzigen Red-Bull-Erfolg auf dem Hungaroring sorgte Mark Webber. „Das ist ein guter Kurs für mich über all die Jahre“, sagte der Australier. „Ich hab hier viele Punkte gesammelt, einschließlich meines Siegs 2010.“ Vettel will an diesem Sonntag (Start: 14.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) nachziehen. „Wir greifen jedes Jahr an. Wir versuchen wieder ganz vorne reinzufahren“, kündigte der 26 Jahre alte Rennfahrer aus Heppenheim volle Attacke für die zu erwartende Hitzschlacht an. Laut Wettervorhersage soll es um die 35 Grad heiß werden.

Aber selbst wenn es wieder nichts mit dem erhofften ersten Erfolg in Ungarn werden sollte, ist Vettels WM-Führung nicht in Gefahr. Nach neun von 19 Rennen liegt der Titelverteidiger mit 157 Punkten klar an der Spitze vor Fernando Alonso (123), Kimi Räikkönen (116) und Lewis Hamilton (99). Selbst bei einem Nuller geht der Red-Bull-Pilot als Gesamtführender in die Sommerpause.

Eines haben Vettels Widersacher im Titelrennen dem Dreifach-Weltmeister allerdings voraus: Sie haben alle auf dem Hungaroring gewonnen. Hamilton triumphierte hier vor seinem Wechsel zu Mercedes dreimal mit McLaren. Alonso und Räikkönen siegten je einmal.

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

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„Ich habe den Hungaroring immer genossen und da bis jetzt schon dreimal gewonnen“, sagte Hamilton. „Das wird ein wichtiges Wochenende für uns.“ Teamkollege Nico Rosberg liegt im WM-Kampf als Sechster (84 Punkte) zwar relativ weit zurück, weist aber schon zwei Saisonsiege auf. „Das Qualifying wird sehr wichtig, was für uns gut ist“, sagte der Mercedes-Mann. „Aber wir müssen das auch am Sonntag bestätigen. Es wäre super, wenn wir uns mit einem weiteren starken Ergebnis aus Ungarn in die Sommerpause verabschieden könnten.“

Lotus-Rivale Räikkönen will ebenfalls „mit einem guten Resultat“ zur Saisonmitte in die Pause gehen. „Am wichtigsten sind Punkte“, sagte der Finne. Der Spanier Alonso will im Ferrari seinen dritten Saisonsieg feiern, um Vettel nicht vorzeitig enteilen zu lassen.

Ob die neuesten Entwicklungen in der Schmiergeld-Affäre um Bernie Ecclestone und dessen mögliches Ende als Macher und Strippenzieher im Fahrerlager heiß diskutiert wird, wird sich weisen. Dem Briten droht nach der Zustellung der Anklage im Bestechungsfall um den ehemaligen Bank-Vorstand Gerhard Gribkowsky ein Prozess.

Der Dauerbrenner Reifen sorgt dagegen sicher wieder für Diskussionen. Pirelli liefert für den Großen Preis von Ungarn erstmals Reifen von 2012 mit aktuellen Gummimischungen und Laufflächen. „Wir hatten zwei aufregende Rennen, bei denen die Reifen eine wichtige Rolle gespielt haben“, sagte Vettel zum Chaos-Grand Prix in Silverstone und dem problemlosen Rennen direkt danach auf dem Nürburgring. „Mal schauen, wie die 2012er-Reifen auf die Anforderungen mit den langen Kurven und den hohen Streckentemperaturen reagieren.“

dpa

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