Ein angenehmer Abend auf der Bank

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Rosenheim - Etwas ungewohnt war die Perspektive. Nicht aus dem Abwehrzentrum, von der Seitenlinie verfolgte Manfred Burghartswieser das 2:0 des TSV 1860 Rosenheim am Freitagabend gegen den TSV Aindling. **Mehr Regional-Fußball**

Burghartswieser stand erstmals in dieser Saison der Fußball-Bayernliga nicht auf, sondern neben dem Platz. Fand das, was er sah, aber äußerst erfreulich. "Ich bin hochzufrieden und sehr glücklich", meinte er nach dem Schlusspfiff, denn die Mannschaft hat dem verletzten Spielertrainer einen richtig angenehmen Abend beschert.

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Frühe Führung in der 31. Minute durch ein Traumtor von Thomas Masberg, der nach einer schönen Spielverlagerung von Danijel Majdancevic den Ball kurz vor der Strafraumgrenze in den Winkel drosch, dann nach einer Stunde schon die Entscheidung. Majdancevic musste eine Kopfballverlängerung von Dominik Haas nur noch einnicken.

In dieser Szene scheiterte Thomas Masberg noch am Gäste-Keeper, kurz darauf erzielte er das 1:0.

Die Sechziger ließen keinen Zweifel am Sieg aufkommen. "Außer in der 1. Minute hatten wir keine wirkliche Torchance", ärgerte sich Andlings Coach Torsten Just über den Auftritt des letztjährigen Vizemeisters und warf seinen Leuten vor, vor der "aggressiven, körperbetonten Spielweise" der Rosenheimer ein bisschen gekuscht zu haben: "Aber wenn man in der Bayernliga bestehen will, muss man da anders dagegen halten." Burghartswieser, der wegen Problemen mit der Patellasehne kurz vor dem Anpfiff passen musste, lobte dagegen die Aggressivität seines Teams, das den Gegner so gut im Griff hatte, dass er nicht einmal sich selbst als Abwehrorganisator auf dem Platz vermisste: "Daniel Wimmer hat das ganz hervorragend gemacht, wir haben nur einen einzigen gefährlichen Schuss zugelassen, alle Achtung."

Diesen Schuss wehrte Torhüter Peter Martin bravourös ab, und von nun an spielte eigentlich nur noch die Kathrein-Elf. Chancen durch Majdancevic und Haas wurden herausgespielt, die beste vergab Thomas Masberg, als Aindlings Keeper Thomas Geisler einen Knaller von Haas abprallen ließ, der Nachschuss aus kürzester Distanz aber sein Ziel nicht fand. Verpasstes holte Masberg mit seinem tollen Treffer schnell nach, verletzte sich dabei aber am Rücken und musste durch Einsiedler ersetzt werden. Majdancevic und Linnemann hatten Möglichkeiten zum Ausbau der Führung.

Souverän präsentierten sich die Sechziger nach der Pause, hielten Konzentration und Aggressivität hoch, bestimmten das Geschehen nach Belieben. Nach Majdancevics Treffer, dem ersten Bayernliga-Tor des Ex-Löwen für die Rosenheimer, hätte man sogar noch höher gewinnen können. Tobias Völker unterlief kurz vor Schluss fast noch ein Eigentor, als er den Ball an seinem herausgelaufenen Torhüter vorbei spitzelte, die Rettung aber noch kurz vor der Linie kam, doch auch mit dem 2:0 war Burghartswieser zufrieden und mächtig stolz auf seine Truppe: "Nach zehn Spielen haben wir erst sieben Gegentore kassiert, sind nun seit sechs Spielen ungeschlagen." Doch er warnte auch: "Für uns geht es weiter gegen den Abstieg, jedes einzelne Spiel ist eine große Herausforderung."

Wie recht er damit hatte, zeigte sich, als der Spieltag gespielt war, die restlichen Ergebnisse vorlagen. Trotz des Erfolgs beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz, den der FSV Erlangen-Bruck einnimmt, gerade mal zwei Zähler, immerhin fünf aber sind es nun auf den ersten Abstiegsplatz. Keine schlechte Bilanz nach gut einem Viertel der Saison, aber auch noch längst kein Grund, sich in Sicherheit zu wiegen.

TSV 1860 Rosenheim: Martin, Adamosky, Wimmer, Christian Hofmann, Höhensteiger, Haas, Florian Hofmann, Linnemann (83. Ostarek), Karayün (76. Schwinghammer), Majdancevic, Masberg (34. Einsiedler).

Tore: 1:0 (31.) Masberg, 2:0 (60.) Majdancevic.

Schiedsrichter: Hofmann (Ansbach).

Zuschauer: 200.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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