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Gefragter US-College-Golfer

Das Ziel sind die olympischen Spiele: Dieser Chieminger Golfer hat noch große Karriere-Ziele

Hat große Ziele mit PGA-Tour und Olympische Spiele: Dieser Golfer aus Chieming, aktuell College-Golfer in den USA.
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Hat große Ziele mit PGA-Tour und Olympische Spiele: Dieser Golfer aus Chieming, aktuell College-Golfer in den USA.

Noch ist nicht sicher, ob er seine Ziele jemals erreichen wird, dennoch glaubt dieser Chieminger Golfer an sich. In den USA zählt er derweil zu den besten Uni-Golfern und kann sich seine Universität frei aussuchen.

Chieming – Mit drei Jahren hatte er erstmals einen Golfschläger in der Hand, mit zwölf wurde er Clubmeister bei Chiemings Jugend und mit 16 jüngster Herren-Clubmeister: Johannes Hounsgaard. Ob der 23-Jährige eines Tages mit dem Golfsport seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, ist noch nicht sicher, wohl aber, dass das Ausnahmetalent sein Studium in den USA mit Golfspiel finanzieren kann. Mit 23 ist er heute nämlich ein gefragter College-Spieler, wechselt jetzt zum dritten Mal die Universität.

„Anfangs war es schon schwierig, mit 20 weit weg von der Familie allein in den Staaten, heute ist alles aufregend und spannend zugleich“, sagt der gebürtige Münchner, der in Chieming nur einen Katzensprung vom Golfplatz in Hart aufgewachsen ist. Zum Golfen war er durch seine Eltern, vor allem aber durch seinen Opa Heinz Maier gekommen. Zu Grundschulzeiten schon hatte er jede freie Minute am Golfplatz verbracht, als er dann das Gymnasium in Ising besuchte, war er von Driving Range und Putting Green gar nicht mehr wegzubekommen. Der Golfbazillus hatte ihn voll erwischt.

Mit 20 Jahren aufs US-College

Nach dem Abitur 2017 wollte der Chieminger Studium und Golf hierzulande verbinden, entschied sich 2018 dann aber für den Weg in die USA. „Acht der aktuell zehn besten Golfer weltweit haben diesen Weg gewählt“, weiß Hounsgaard und schaffte es, an der Wayland Baptist University in Texas ein Stipendium zu bekommen. Die gehört beim College-Golf in den USA zur zweiten von insgesamt vier Kategorien, was für den Einstieg aber nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Knappe 50.000 Dollar spart sich der Chieminger pro Jahr und erkämpfte sich im Team schnell einen Stammplatz. Gespielt wird jeweils von August bis Dezember und von Januar bis Mai. Der Wochenablauf ist immer gleich: Samstag Abflug, Sonntag Proberunde, Montag 36 Loch ohne Pause, Dienstag 18 Loch, danach heim nach Texas. Vorlesungen finden immer vormittags statt, nachmittags ist Golfzeit angesagt, wechselweise mit den Kollegen, mit den Pros, mit Mentaltrainern, Fitnesstrainern oder Ernährungsberatern.

Wechsel nach Arizona

Johannes Hounsgaard fand sich schnell ein im College-Rhythmus und verbesserte sich ständig. Schnell war sein Handicap bei minus Zwei. Und weil er in Kansas sowohl mit seiner Mannschaft als auch in der Einzelkonkurrenz auf Platz eins war und dann noch in Texas ein zweites Turnier gleich anschließend gewann, bei dem sein Team Dritter wurde, kam er auf das Transferportal. Das heißt, er kann in die erste Kategorie im College-Golf wechseln. Und so kam es auch: Die Grand Cayon University holte den damals 20-Jährigen nach Phoenix/Arizona an eine Uni, wo es rund 30.000 Studenten gibt. 15 Golfer mit zwei Pros in Vollzeit kämpften hier um die fünf begehrten Spielerplätze – Hounsgaard war dabei von August 2020 bis Mai dieses Jahres. Die Mannschaft war multinational aufgestellt, neben sieben US-Boys spielten hier drei Engländer, ein Schwede, ein Däne, ein Italiener, ein Kanadier und der Chieminger als einziger Deutscher. In Corona-Zeiten lief alles etwas holprig. Die Pandemie aber konnte seinem weiteren Leistungsanstieg nichts anhaben.

Freie Wahl bei der Uni

Und wieder findet er sich jetzt auf dem Transferportal. Wo es Johannes Hounsgaard jetzt hin verschlägt, ist noch offen. Fest steht aber, dass er sich die Universität aussuchen kann. Kontakte laufen bereits mit Hawaii, der berühmten Sonneninsel im Zentralpazifik, Georgia im Südosten und Idaho im Nordwesten der Staaten. „Egal, wo ich lande, alle drei sind erste Adressen im College-Golf und das ist wichtig für mich“, erklärt der 23-Jährige, der demnächst mit dem Bachelor-Studium in Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre abschließen wird und dann noch bis Mai 2024 ein Masters-Studium dranhängen will. Wo er letztendlich landen wird, entscheidet sich bis Ende Oktober. Und wieder wird ihm das Studium keinen Cent kosten, denn alles läuft über ein Stipendium.

Training beim GC Chieming

Im November heißt es dann wieder Koffer packen, das Elternhaus in Chieming verlassen, dort wo er derzeit Ferien macht, nebenbei aber ein Praktikum bei Telefonica in München absolviert. Der Golfsport freilich kommt nicht zu kurz: Täglich ist der am Meisterschaftsplatz des GC Chieming in Hart anzutreffen.

Wie gut Hounsgaard drauf ist, konnten die Mitglieder des GC Chieming bei der Clubmeisterschaft jüngst miterleben, wo er außer Konkurrenz mitspielte und mit sieben unter Par abschloss. Zum Vergleich: der Clubmeister hatte am Ende sechs über Par. In Bayern gehörte er als Jugendlicher 2017 zu den drei besten Spielern, bei den Herren ist er aktuell unter den 25 Besten mit Handicap von minus vier. Parallel spielt er nämlich auch noch beim Münchner GC in der 1. Bundesliga.

Auch schon ein „Hole in one“ geschafft

Mit zehn Birdies (also eins unter Par) und acht Par hält Hounsgaard in Chieming auch den Platzrekord mit 62 Schlägen, also zehn unter Par, aufgestellt vor drei Jahren. Einmal war ihm auch schon ein „Hole in one“ (also mit einem Schlag einlochen) gelungen, das war 2018 auf Bahn elf in Chieming. Gleiches Kunststück vollbrachte er im gleichen Jahr in Texas. Was er noch nie geschafft hat ist ein Albatros. Dazu muss man an einem Par-5-Loch mit zwei Schlägen einlochen, ein Kunststück, das nur ganz wenige Golfer erleben.

Stundenlang kann Hounsgaard über Golf erzählen, kein Wunder, schließlich ist er mit seinem Sport schon drei Mal um den Erdball geflogen, hat allein in den USA auf über 100 Plätzen in 20 Staaten gespielt, in Deutschland dürften es ebenso viele Anlagen sein. Seine Lieblingsplätze: Neben Chieming ist dies Sankt Leon-Rot bei Heidelberg und in den USA jener des GC Sand Creek Station in Kansas.

Klare Ziele für seine Karriere

Und klare Ziele hat er sich auch schon vorgegeben: Bei der nächsten Uni so gut spielen, dass er eine Spielberechtigungs-Karte für die Korn Ferry Tour erhält, das ist quasi die Kategorie unter der großen PGA-Tour, wo es aber auch schon um 500.000 Dollar Siegprämien geht. Und als Fernziele stehen fest: PGA-Tour mit den Besten der Welt und Olympische Spiele, wo pro Nation aber nur zwei Spieler starten dürfen. „Etwas träumen darf man ja wohl doch, aber mit etwas Glück ist alles möglich“, sagt einer, der als Vorzüge seines Spiels Platzstrategie, mentale Stärke und Trainingseffektivität nennt und selbst noch an der Präzision bei den Abschlägen arbeiten will.

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