Großer Erfolg für den TuS Bad Aibling

Auf dem Weg zum Double – Fireballs gewinnen Bayernpokal

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Bad Aibling - Unglaublich, Wahnsinn, historisch, episch: All diese Ausdrücke bekam man zu hören, wenn man sich am späten Sonntagabend mit Besuchern des FireDome in Bad Aibling unterhielt:

Grund hierfür waren die Fireballs Bad Aibling, die sich in einem hervorragend besetzten Finalturnier um den Bayernpokal 2016 durchsetzen konnten und so zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Trophäe ins Mangfalltal holten.

Nachdem die Basketballer des TuS Bad Aibling seit nun mehr als 14 Monaten ungeschlagen sind, dabei bereits zweimal aufsteigen konnten und auch diese Saison mit großen Schritten in Richtung Meisterschaft marschieren, stand am vergangenen Wochenende ein weiteres Highlight auf dem Programm. So erspielten sich die Mannen um Kapitän David Bergfeld überaus souverän die Qualifikation für das Finalturnier der besten vier Mannschaften im Bayernpokal 2016. Als Sahnehäubchen gab es dazu noch das Recht, das Turnier in Bad Aibling veranstalten zu dürfen. Als namhafte Konkurrenz gesellten sich drei absolute Spitzenteams der bayerischen Basketballszene zu den Aiblingern. Mit dabei war der Dominator der Bayernliga Süd - Hellenen München, der Topfavorit aus der Regio 1 – BBC Bayreuth und der Tabellenführer und voraussichtliche Meister der zweiten Regionalliga Nord - BBC Coburg. Letzterer wurde dem TBA in der Woche vor dem Final4 als Halbfinalgegner zugelost. So war also alles angerichtet für ein tolles Finalturnier.

Die erste Partie bestritten dann auch gleich die Gastgeber – und die sollte es gleich in sich haben. Coburg, bekannt für seine tolle Fangemeinde, reiste bereits einen Tag vor Turnierbeginn an um sich zu akklimatisieren und den Aiblinger Damen in ihrem ersten Playoff-Halbfinale zuzusehen. Im Schlepptau hatte das Team einen ganzen Reisebus voller frenetischer Fans, die den Aiblinger Zuschauern in nichts nachstanden und so gemeinsam die Halle wahrlich in einen Hexenkessel verwandelten. „Die Stimmung im ersten Spiel war schon überragend. Wir wussten, dass viele Fans aus Coburg anreisen werden, aber dass es dann gleich so viele waren – unglaublich. Nur gut, dass wir sie nie wirklich ins Spiel kommen ließen. Kein Mensch konnte ahnen, dass unsere Fans im Finale nochmal einen drauf setzten", resümierte Simon Bradaric nach dem ersten Halbfinale. Unter neuem Coach - der Italiener Luka Pennello leitet seit einigen Wochen die Trainingsgestaltung der Aiblinger Herren - war deutlich eine zunehmende Ordnung im Offensivspiel der Fireballs zu erkennen.

Der TBA legte in den ersten Minuten los wie die Feuerwehr. Schnell stand es 7:0 für die Hausherren. Nach einer ersten Auszeit fanden aber auch die Coburger besser ins Spiel und konnten vor allem durch ihre quirligen Guards Turan und Walde wieder den Anschluss herstellen.Nach vier gespielten Minuten ging der BBC erstmals mit 12:13 in Führung. Diese sollte allerdings nur für einen Angriff Bestand haben und auch die Einzige der gesamten Partie bleiben. Vor allem die frühe Foulbelastung des starken Big-Man Daniel Stawrowski machte den Coburgern in dieser Phase des Spiels zu schaffen. Außerdem hatten die Gäste wohl nicht mit Claus Weiß (33 Punkte/5 Dreier) gerechnet, der einen echten Sahnetag erwischte und einen Distanzwurf nach dem anderen durch die Reuse schickte. So führte der TBA nach dem ersten Viertel 28:17. Das Spiel wurde nun deutlich intensiver. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. US-Import Urald King (25 Pkt/21 Rebounds) dominierte in Abwesenheit der Coburger Big-Men nun immer mehr die Bretter auf beiden Seiten des Spielfeldes. Unterstützung erhielt King durch die bärenstarken Schützen Bradaric (24/3), Weiß und Marco Hack-Vazquez (7/2). So wuchs die Führung aus Aiblinger Sicht auf 57:42 bis zur Pause an. Der sichtlich angeschlagene David Bergfeld (11), der Kapitän der Aiblinger spielte den ganzen Tag mit Fieber, übernahm nun die Offensivbemühungen im dritten Viertel.

Während die Fireballs nun souveräner agierten und das Spiel kontrollierten, kochten beim BBC die Emotionen immer mehr hoch. Mit viel Trashtalk und einigen harten Fouls, versuchte Coburg Bad Aibling aus der Fassung zu bringen und so wieder zurück ins Spiel zu finden. Zudem haderten die Gäste mit den zweifellos diskussionswürdigen Schiedsrichterentscheidungen. Doch der TBA ließ sich auch davon nicht aus der Ruhe bringen. Die erfahrenen Spieler um Tobi Guggenhuber, Claus Weiß und David Bergfeld spielten die Partie dann souverän nach Hause. Letztendlich siegten die Fireballs hochverdient, nach einer souveränen Vorstellung mit 108:85 und zogen somit ins Finale ein. Einziger Wehrmutstropfen war dabei die Verletzung von Youngstar Justin Kaifosch, der böse umknickte und nicht mehr weiterspielen konnte. Für Bad Aibling spielten außerdem Manu Hack-Vazquez, Tom Rabentko (3), Flo Köppl (2) und Johannes Gotzler. Tobi Guggenhuber nach der Partie: "Wir haben recht souverän gespielt. Uns hat natürlich das Coburger Foultrouble in die Hände gespielt. Urald war dann einfach nicht mehr zu stoppen. Dass sie dann auch noch einen Big-Man gegen Claus, der übrigens unfassbar gut war heute, gestellt haben, hat ihnen wahrscheinlich das Genick gebrochen oder andersherum uns die Sache extrem erleichtert."

Im zweiten Halbfinale standen sich dann der Favorit auf den Titel, BBC Bayreuth und die OSB Hellenen München gegenüber. Leider konnten die Münchner nicht in Bestbesetzung die Reise nach Bad Aibling antreten. Mit Tsoraklidis, Atoberhan und Schmidbauer musste der designierte Bayernligameister gleich auf drei fundamentale Stützen im Team verzichten. Trotzdem zeigte der Außenseiter von Beginn an eine sehr engagierte Leistung. Keines der beiden Teams konnte sich im Laufe der ersten Halbzeit absetzen. Auf Seiten der Bayreuther dominierten vor allem der US-Amerikaner Cameron Vines und Peter Zeis das Geschehen, während auf der Gegenseite Tommy Nibler und Chris Herrmann für die Highlights sorgten. Der BBC konnte sich zwar nie wirklich absetzten lag aber stets mit zwei bis sechs Punkten in Front.

Auch im dritten Viertel das gleiche Bild. Bayreuth überzeugte vor allem durch tolles Teamplay und klug herausgespielte, freie Würfe. Auf der Gegenseite war das Offensivspiel oftmals durch Einzelaktionen geprägt. Beide Teams rotierten extrem viel, was die Tiefe der Mannschaften eindrucksvoll verdeutlicht. Pünktlich zur Crunchtime übernahm dann der Favorit das Spiel. Bayreuth setzte sich plötzlich immer weiter ab und war rund vier Minuten vor Ende bereits uneinholbar mit 15 Zählern in Führung. Dieser spielentscheidende Lauf dauerte lediglich zwei Minuten. Von diesem Schock sollten sich die Hellenen letztlich nicht mehr erholen. So siegte der BBC Bayreuth verdient mit 78:68.

Nun hatten alle Verantwortlichen, Fans und Spieler also das, was sie sehnsüchtig erwartet hatten –ein Finale zwischen der Heimmannschaft und dem Topfavoriten. Doch die Vorzeichen für die Kurstädter standen alles andere als günstig. Justin Kaifosch konnte nicht mehr auflaufen, David Bergfeld plagte sich zunehmend mit einer ausbrechenden Grippe und Johannes Gotzler musste aus beruflichen Gründen frühzeitig abreisen. Doch auch Bayreuth war geschwächt. Der BBC spielte am Samstagabend noch ein Ligaspiel gegen Ansbach und hatte eine lange Anreise nach Oberbayern. Zudem hatten die Oberfranken weniger Regenerationszeit als die Fireballs. Doch so schlecht die Vorzeichen auf beiden Seiten auch waren, die rund 600 Fans im FireDome sollten ein überaus würdiges Finale präsentiert bekommen.

Bad Aibling legte zu Beginn ein Wahnsinnstempo auf das Parkett und überrumpelte die Gäste so ein wenig. Wiedermal war es Urald King, der in den Anfangsminuten den Unterschied machte. Doch Bayreuth ließ sich davon nur bedingt beeindrucken. Schnell fand der BBC seinen gewohnten Rhythmus und schloss zu Bad Aibling auf. Was die Coburger im Halbfinale noch versäumten, nämlich Claus Weiß aus dem Spiel zu nehmen, machte Bayreuth umso besser. So hatte Aiblings Scharfschütze kaum einen freien Wurf in der ersten Halbzeit. Auf der Gegenseite gelang es dem Favoriten nun immer besser, aus der Distanz zu Punkten zu kommen. Vor allem die Starspieler Zeis und Vines waren für den TBA kaum unter Kontrolle zu bringen. Außerdem machte die Presse der Gäste den Kurstädtern nun immer wieder zu schaffen. So ging der BBC ab dem zweiten Viertel in Führung und behielt diese auch bis zur Halbzeit (43:45).

Ein weiteres Problem für die Gastgeber entwickelte sich zu Beginn der des dritten Viertels. Dave Bergfeld (10) ging bereits mit drei Fouls in die Pause und kassierte schnell sein viertes Foul. Urald King (25 Pkt/18 Rebounds) bekam bei einem Korbleger unglücklich einen Finger ins Auge und musste somit ebenfalls auf die Bank. Doch genau in dieser Phase des Spiels zeigte sich die Qualität des Teams. Angefeuert von den tollen Aiblinger Fans zeigten Marco Hack-Vazquez (15) und Tobi Guggenhuber (2/11 Rebounds) ihre wohl beste Saisonleistung. Vor allem in der Verteidigung spielten die Fireballs nun überragend. Durch mehrere "Stops" in Folge zog man Bayreuth zwischenzeitlich etwas den Zahn und setzte sich zum Ende des dritten Spielabschnitts mit acht Punkten ab. Doch wer gedacht hatte, der BBC wäre nun geschlagen, hatte die Rechnung ohne die Oberfranken gemacht. Ähnlich wie im Halbfinale spielten sich die Gäste innerhalb von wenigen Minuten wieder in Schlagdistanz. Das Spiel stand nun auf Messers Schneide, ehe sich ein ganz besonderer Spieler aufmachte die Begegnung und somit auch das Turnier zu entscheiden. Claus Weiß, bisher nahezu abgemeldet, nahm das Heft in die Hand und versenkte in der Crunchtime drei Dreipunktewürfe in Folge. Das Publikum flippte nun förmlich aus. Der FireDome brannte wahrlich. Getragen von der tollen Atmosphäre schafften die Fireballs schlussendlich die Sensation und gewannen das Finale mit 91:83. Bei den Spielern brachen nun alle Dämme. Die Freude auf und neben dem Parkett kannte keine Grenzen. So ist der TuS Bad Aibling nun Bayernpokalsieger 2016 und auf dem besten Weg zu einem historischen Double aus Pokal und Regionalligameisterschaftund das auch noch ungeschlagen.

Die Stimmen zum Turnier:

David Bergfeld: "Ich bin so verdammt stolz auf dieses Team. Ohne diese unglaubliche Mannschaftsleistung hätten wir das Finale niemals gewinnen können. Alle sind über sich hinausgewachsen."

Claus Weiß: "Jetzt spiel ich ja schon ein paar Tage Basketball. Aber so etwas habe noch nie erlebt. Die Stimmung in der Halle war überragend und hat uns zum Sieg getragen. Ich bin stolz dabei gewesen zu sein."

Stefan Bradaric (Geschäftsführer der Fireballs): "Nach dem souveränen Sieg unserer Mädels gestern haben die Jungs heute nachgezogen. Eine unglaubliche Leistung der FireBoys. Nun hoffen wir auf zwei Meisterschaften, vielleicht sogar beide ungeschlagen."

Tobi Guggenhuber: "Unglaublich. Einfach unglaublich. Ich hatte über weite Teile der Schlussphase Gänsehaut. Die harte Arbeit über das gesamte Jahr zahlt sich nun aus. Danke an alle Fans, Sponsoren und das Management, die das möglich gemacht haben. Ich bin einfach nur glücklich."

Die Fireballs-Familie bedankt sich ganz herzlich bei den sympathischen Gastmannschaften, allen mitgereisten und einheimischen Fans, den Organisatoren und nicht zuletzt allen Helfern für ein tolles Event. Sie wünschen frohe Ostern, ehe es dann für beide Mannschaften in den Kampf um den Aufstieg geht.

Pressemitteilung TuS Bad Aibling Fireballs

Quelle: mangfall24.de

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