Perfekter Saisonabschluss

Deutsche Meisterschaft für die "Hochfelln-Flieger"

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Am Hochkönig

Bergen - Gegenwind, weite Strecken und eine atemberaubende Kulisse: Unter diesen Umständen konnten sich die "Hochfelln-Flieger" auch heuer mehrere Meistertitel holen.

Besser konnte die Mitte September abgelaufene Flugsaison für die Piloten des Bergener Gleitschirmclubs „Hochfelln-Flieger" nicht laufen.

Am Watzmann (Zum Vergrößern bitte klicken)

Bereits zum zweiten mal nach 2012 konnte sich die Mannschaft um Dietmar Siglbauer, Torsten Hahne und Roland Eckstein in diesem Jahr den Titel des Deutschen Streckenflugmeisters sichern.

In der Einzelwertung krönte zudem Dietmar Siglbauer den Erfolg mit dem Titel des Deutschen Meisters in der offenen Klasse. Torsten Hahne belegte Platz 6 in der Standardklasse und Roland Eckstein kam mit Platz 8 in der Sportklasse auch noch unter die ersten 10. Insgesamt beteiligten sich über 2600 Gleitschirmpiloten aus Deutschland an der diesjährigen, europaweit ausgetragenen, Streckenflugmeisterschaft.

Zeitraum der Meisterschaft

Die Streckenflugmeisterschaft erstreckt sich über den Zeitraum von einem Jahr, jeweils von Mitte September des Vorjahres bis Mitte September des laufenden Jahres. Wobei die weitesten und punktbesten Flüge allerdings während der thermisch aktiven Jahreszeit von Mitte März bis Anfang September absolviert werden. Nur die 3 punktbesten Flüge einer Saison kommen dabei in die Wertung. Für die Ermittlung der Mannschaftsleistung werden die Punkte der drei besten Piloten eines Vereines addiert.

Chiemgauer Teamarbeit zahlt sich aus

Ausschlaggebend für den Erfolg unter den 177 teilnehmenden Flugsportvereinen aus ganz Deutschland war auch dieses Jahr wieder der starke „dritte Mann“. Dietmar Siglbauer aus Egerdach und Torsten Hahne aus Siegsdorf, beide bereits mehrfache Deutsche Meister im Streckenfliegen, wurden von Roland Eckstein aus St. Johann bei Siegsdorf bei ihrer Punktejagd tatkräftig unterstützt.

Am steinernen Meer (Zum Vergrößern bitte klicken)

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass alle 3 Piloten ihre Flüge trotz des verregneten Sommers am heimischen Hochfelln starteten und nicht wie die Piloten anderer Vereine auf die wettermäßig begünstigte Alpensüdseite nach Südtirol oder Südfrankreich ausgewichen sind. Und bei fast allen Flügen war das Trio, zumindest abschnittsweise, gemeinsam in der Luft unterwegs. Chiemgauer Teamarbeit sozusagen.

Bei allen Flügen konnten die Chiemgauer Piloten in der „Königsdisziplin“ des Streckenfliegens, dem sogenannten FAI-Dreieck punkten. Hierbei muss die Verbindung der drei Wendepunkte in der Luftlinie annähernd einem gleichschenkeligen Dreieck entsprechen. Dies ist besonders schwer, da immer zwei Schenkel mit Gegenwind geflogen werden müssen. Für Gleitschirme mit einer Maximalgeschwindgigkeit von etwa 60 Stundenkilometern eine zeitraubende und oft auch turbulente Angelegenheit. Mit Flugzeiten von 8 bis 11 Stunden werden dabei Dreiecke von bis zu 300 Kilometern erzielt. Die geflogene Strecke ist jedoch ungleich größer, da nur die Luftlinie, nicht aber die tatsächlich zurückgelegte Strecke gerechnet wird. Mit allen Umwegen und Thermiksuchschleifen werden an einem Streckenflugtag durchaus über 400 Kilometer zurückgelegt.

Die Flugroute der Paraglider

Am Hochkönig

Die klassische Flugroute führt die Piloten vom Hochfelln über die Hörndlwand und das Dürrnbachhorn zur Winklmoosalm und der Steinplatte. Weiter über die Kitzbühler Alpen oder den Wilden Kaiser geht der weitere Flug bis in die Zillertaler Alpen, wo in aller Regel der erste Wendepunkt am frühen Nachmittag erreicht wird. An den Flanken der schneebedeckten Dreitausender des Alpenhauptkammes steigen die Piloten auf Flughöhen von bis zu 4400 MeternHöhe auf. Entlang des Alpenhauptkammes im Pinzgau ist die Thermik oft so gut, dass weite Strecken im Geradeausflug und mit hoher Geschwindigkeit zurückgelegt werden können. Am späten Nachmittag wird dann der zweite Wendepunkt im Bereich des Rauriser oder Gasteiner Tales gesetzt. Der Rückflug am frühen Abend entlang der von der flach stehenden Sonne beschienen Felsflanken des Hochkönigmassives und des Steinernen Meeres sind für die Piloten jedes mal aufs Neue ein tief beeindruckendes Erlebnis. Spannend wird es wieder am Ende des Tages, wenn bei oft nur noch sehr schwacher Thermik der Rückweg zum Hochfelln gefunden werden muss. Über das Heutal und das Sonntagshorn führt der Flugweg zum Rauschberg und von dort über die letzten schwachen Aufwinde an der Strohnschneid zurück zum Hochfelln und zum Landeplatz in Bergen.

Mit dem "kleinsten Fluggerät der Welt" durch die Alpen

Es ist immer wieder beeindruckend wie weit die Piloten mit dem „kleinsten“ Fluggerät der Welt durch die Alpen segeln können. Lediglich 20 - 30 Kilogramm wiegt die gesamte Flugausrüstung die in einem Rucksack verstaut werden kann. Bestehend aus Gleitschirm, Rettungsfallschirm, Gurtzeug und diversen Flugnavigations- und GPS-Gerätschaften.

Die Daten der Flüge wie Höhe, geografische Position, Geschwindigkeit über Grund oder Sink- und Steigwerte werden mittels GPS aufgezeichnet und in einem „Datenlogger“ gespeichert. Die Datenpakete werden nach dem Flug ausgelesen und auf Landkarten visualisiert. Nach Dateneingabe über das Internet sind die Flüge für jedermann sichtbar und können sogar mit Hilfe moderner Programme „virtuell“ am Bildschirm nachgeflogen werden.
Pressemeldung der "Hochfelln-Flieger"

Quelle: rosenheim24.de

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