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Internationale Beziehungen

Medienbericht: Ukrainischer Botschafter Melnyk soll aus Deutschland abgezogen werden

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DTM-Titel 2011 der Höhepunkt

Der Rosenheimer Rennfahrer Martin Tomczyk zum Rücktritt: „Mein Feuer brennt nach wie vor“

Martin Tomczyk kann zufrieden in eine spannende Zukunft blicken.
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Martin Tomczyk kann zufrieden in eine spannende Zukunft blicken.

Martin Tomczyk beendet seine Profi-Karriere im Motorsport. Seine Entscheidung ist überlegt und ausgereift. Das Karriereende bedeutet für den 40-jährigen Rosenheimer aber keinen Schlussstrich unter den Motorsport.

Rosenheim – Der Rosenheimer Martin Tomczyk verkündete am Donnerstag seinen Rücktritt vom aktiven Motorsport. Er bleibt dem Motorsport aber in anderen Funktionen weiter treu: „Ich liebe diesen Sport und habe, seit ich vor 30 Jahren damit begann, mit Leidenschaft und großem Willen für den Erfolg gekämpft. Es liegen viele tolle, spannende, erfolgreiche, aber ebenso schwierige Jahre hinter mir. Ich kann ohne Einschränkungen aussprechen: Mein Feuer brennt nach wie vor.“ Mit der OVB-Sportredaktion hat Martin Tomczyk auch über die Formel 1, Corona und Weihnachten gesprochen.

Herr Tomczyk, ein Thema das zur Zeit alle bewegt: Wie haben Sie die Corona-Zeit bisher überstanden?

Martin Tomczyk : Mich hat es letztes Jahr im Oktober beim 24-Stunden-Rennen in Spa erwischt. Ich bin bei der Einreise positiv getestet worden.

Wie war der Verlauf? Gab es irgendwelche Probleme?

Tomczyk: Ich habe kaum Symptome gehabt. Ich war lediglich erschöpft, was ich auf die Anstrengungen im Rennen zurückgeführt habe. Im Nachhinein habe ich es beim Ausdauersport gemerkt. Da haben einfach die letzten fünf Prozent gefehlt, aber das ist jetzt auch wieder okay. Und jetzt bin ich natürlich auch geimpft.

Ein zweites großes Thema war das letzte Formel-1-Rennen. Was sagen Sie zum Rennverlauf und zu den Entscheidungen?

Tomczyk: Ich denke, dass es eine Sache der Rennleitung gewesen ist, dass es soweit gekommen ist. Die haben einfach ihre Entscheidungshoheit nicht so gehandelt, wie man es erwarten sollte. Das ist natürlich schade und hinterlässt einen faden Beigeschmack. Für die Publicity der Formel 1 war es natürlich gut, aber rein sportlich gesehen war es schon ein bisschen beschämend.

Apropos Formel 1: Wäre das für Sie nichts gewesen?

Tomczyk: Das Thema hat sich relativ frühzeitig erledigt. Ich habe ja mit dem Formel-Sport angefangen und bin bis zur Formel drei gefahren, doch dann gab es 2001 die Wende. Ich bin Tourenwagen gefahren und damit war für mich dieses Thema eigentlich aus der Welt. Außerdem wollte zu dieser Zeit sowieso jeder in die Formel 1. Ich habe mich in den Tourenwagen sehr wohlgefühlt und das war letztendlich auch die richtige Entscheidung für mich. Umsonst habe ich nicht 21 Jahre professionellen Werkssport erfolgreich hinter mich gebracht.

Trotzdem sind Sie einmal in einem Formel-1-Boliden gesessen.

Tomczyk: Vor drei Jahren hat mir Red Bull einen Test geschenkt und ich durfte ein Formel-1-Auto testen. Das war natürlich ein sehr cooles Erlebnis, und so kann ich jetzt auch ein Häkchen hinter die Formel 1 setzen. Ein Formel-1-Auto unterscheidet sich doch gewaltig zu einem Tourenwagen. Allein die Bremsen und die spezielle Aerodynamik und wie schnell man durch eine Kurve fahren kann, ist der Wahnsinn.

Sicher ein tolles Erlebnis. Aber was waren die sportlichen Höhepunkte Ihrer Karriere?

Tomczyk: Da gibt es mehrere, aber natürlich erinnere ich mich gerne an meinen ersten DTM-Sieg 2006 in Barcelona, dann natürlich an den Titelgewinn bei der DTM 2011, als ich als bisher einziger Fahrer in einem Jahreswagen den Gesamtsieg geholt habe. Natürlich waren auch die Starts mit BMW in Daytona oder in Le Mans Höhepunkte. Allein die Atmosphäre in Le Mans ist unbeschreiblich. Da ging es eigentlich nicht mal so um das Resultat, sondern darum, dort dabei zu sein. Auch das Jahr in Amerika brachte tolle Erfahrungen und für mich so einen Mehrwert mit verschiedenen Teams und Fahrern auf den verschiedenen Strecken zu fahren. Das hat mich als Rennfahrer noch kompletter gemacht.

Würden Sie, wenn es möglich wäre, in Ihrer Karriere irgendetwas anders machen?

Tomczyk: Man kann es ja eh nicht rückgängig machen, aber ich bin einer der wenigen deutschen Automobil-Rennsportler, die so lange eine so tolle Karriere machen durften und da bin ich sehr stolz drauf und deswegen hab ich mich jetzt auch entschieden den krassen Cut zu machen und aufzuhören. Bevor ich jetzt herumkrebse und irgendetwas mache, irgendetwas fahre und mir dann vielleicht den Namen, den ich mir über die Jahre aufgebaut habe, zu beschädigen – das wollte ich nicht. Da war für mich klar, jetzt den Schlussstrich zu ziehen, der in den nächsten zwei, drei Jahren sowieso gekommen wäre.

Thema Weihnachten: Sie sind verheiratet, zweifacher Vater – haben Sie für Ihre Liebsten die Geschenke schon zusammen?

Tomczyk: Meine Geschenke habe ich schon alle zusammen und ich habe sie alle im Einzelhandel gekauft und nicht auf den Versandplattformen. Das war mir aber auch wichtig.

Was wünscht sich ein Martin Tomczyk zu Weihnachten?

Tomczyk: Nachdem ich Familienvater bin und zum Glück eine gesunde Familie habe, gibt es in der jetzigen Situation nur eins, was man sich wünschen kann und das ist, dass alle gesund bleiben und wir hoffentlich diese Hürde der Corona-Pandemie baldmöglichst überwinden können.