Tischtennis Bundesliga

SV DJK Kolbermoor mit souveränem Auftritt gegen Essen

Frankfurt/Main - Der amtierende Deutsche Meister ttc berlin eastside hat sich gegen die Drittplatzierte TTG Bingen/Münster-Sarmsheim sogar einen kampflosen Punkt von Spitzenspielerin Petrissa Solja erlauben können.

Die Linkshänderin legte zuvor mit dem umkämpften Sieg gegen Hana Matelova den Grundstein zum sicheren Erfolg. Die SV Böblingen fuhr beim ersatzgeschwächten TuS Bad Driburg die erwarteten Punkte ein, und der TV Busenbach wetzte beim TTV Hövelhof die Scharte der Hinrunde aus. Beim TUSEM Essen ist für die Nummer eins Barbora Balazova die Saison wegen einer Verletzung beendet, auch daraus resultierte die klare Niederlage gegen den Tabellenzweiten SV DJK Kolbermoor.

ttc berlin eastside – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim: 6:3 

Die Regenerationsphase für die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim nach dem völlig unerwarteten Drei-Stunden-Krimi beim Schlusslicht LTTV Leutzscher Füchse 1990 war ziemlich kurz. Zumal die eingeläutete Sommerzeit eine Stunde Schlaf raubte. Im Gegensatz dazu konnte sich der Tabellenprimus ttc berlin eastside frisch und ausgeruht zu diesem Topspiel gegen den Drittplatzierten präsentieren.

Eine ereignisreiche Spitzenpartie entpuppte sich sogleich, denn eine 3:1-Führung zu Gunsten der Gastgeberinnen nahm den Bingerinnen den Wind aus den Segeln. Für Begeisterung sorgte Petrissa Solja, die sich nach der Niederlage im Pokalhalbfinale und in der Vorrunde gegen Hana Matelova endlich einen Sieg einverleiben konnte. Ein paar bange Momente galt es allerdings nach dem 13:11, 13:11 zu bewältigen, denn die Tschechische Meisterin glich mit einem deutlichen 11:5, 11:4 aus und legte ein 8:4 im Entscheidungssatz vor.

Olympia-Duo mit weißer Weste

Nach einer Auszeit rückte die Nummer eins der Berlinerinnen Schritt für Schritt näher und verdiente sich ein 11:9. Nach den beiden Misserfolgen in Leipzig machte sich bei Matelova in der spannenden Schlussphase das angeknackste Selbstvertrauen bemerkbar. Für Ding Yaping war die gegen Abwehr exzellent spielende Shan Xiaona, trotz heftigem Wiederstand beim 11:7, 7:11, 11:13, 9:11, wieder einmal eine Nummer zu groß.

Die Penholderakteurin verbesserte ihre Einzelbilanz auf 13:0, und auch im Doppel ließ sich das Olympia-Duo Solja/Shan von Matelova/Marie Migot keinen Fleck auf die makellos weiße Weste beim 3:1 machen. Lediglich Ding/Wan Yuan landeten einen knappen 3:2-Sieg im Doppel gegen Georgina Pota/Irina Palina. Im hinteren Paarkreuz verkaufte sich die Bingerin Migot in den ersten beiden Sätzen gegen die Nummer 31 der Weltrangliste teuer. Dann setzte sich die spielerische Finesse von Pota zu einem 11:3 durch.

Petrissa Solja lässt Vorsicht walten

Solja wollte dann nach dem harten Fünf-Satz-Duell gegen Matelova und nach ihrem erst kürzlich überstanden Muskelfaserriss in der Schulter kein Risiko vor der Weltmeisterschaft im Mai in Düsseldorf eingehen. Deshalb gab die 23-Jährige gegen Ding kampflos ab. Zuvor jubelte Wan bei den Bingerinnen, denn mit einem 11:5, 11:7, 7:11, 11:8 fügte die Deutsche Doppelmeisterin von 2016 Berlins Trainerin und Managerin Palina die erste Saisonniederlage zum 3:4-Zwischenstand zu.

Die Weichen auf Sieg stellte die Nummer zwölf der Weltrangliste Shan mit einem 3:1 gegen Matelova, und Pota brachte gegen Wan den sechsten Punkt unter Dach und Fach. „Wir konnten eine deutliche Leistungssteigerung verzeichnen, spielten gut, aber es reichte halt wieder nicht zum Punktgewinn. Hana kämpfte sich gegen Petrissa Solja ins Match, sah im fünften Abschnitt wie die Siegerin aus. Doch dann kippte die Partie erneut. Shan Xiaona und Georgina Pota sind eine Bank für die Berlinerinnen, gerade für unsere erst 18-jährige Französin stand gegen Pota ein Lernprozess an.

Yuan agierte gegen Palina sehr geduldig, und sie bereitete sich die Bälle ausgezeichnet vor“, sagte TTG-Vorsitzender Joachim Lautebach.

TuS Bad Driburg – SV Böblingen: 3:6

Die personell schwierige Lage bestätigte sich beim TuS Bad Driburg gegen die SV Böblingen. Spitzenspielerin Nina Mittelham reiste verletzungsbedingt erst gar nicht an, und Shi Qi gab ihre Einzel kampflos ab. Im Doppel sprang noch Birgit Osburg aus der Reserve ein, und Edelreservistin Elena Waggermayer übernahm die Position vier.

In den Doppeln ergab sich ein sicheres 2:0 zu Gunsten der Sportvereinigung, eine gute Basis für die Einzel, in denen sich die Kurstädterinnen aufbäumten. „Vor der Partie und nach den Doppeln war ich geknickt. Ich wusste was passiert, aber Shi durfte wegen einer Bänderzerrung nicht spielen. Das MRT zeigte bei Nina Besserung. Sie erhielt Akkupunktur damit sich das Ödem noch auflöst.Wir sind zuversichtlich, dass es am nächsten Doppelspieltag mit einem Einsatz klappt. Danach bekam unser Publikum tollen Sport geboten“, erklärte TuS-Manager Franz-Josef Lingens.

Aufkeimende Hoffnung wurde im Keim erstickt

Nach dem souveränen Sieg von Sarah DeNutte gegen Theresa Kraft, drückte auch Waggermayer der defensiv orientierten Rosalia Stähr mit einem 14:12 im vierten Satz ihren Stempel auf. Nach einem 5:2 und 7:9 präsentierte sich die frühere, österreichische Nationalspielerin immer noch sehr nervenstark. Katharina Michajlova zog zuvor ein 3:1 gegen Julia Kaim an Bord. Hier brachte ein 15:13 im dritten Durchgang nach einem 6:2 und 9:10 die wichtige 2:1-Führung der Nummer drei. 

„Zwischen Elena und Rosalia Stähr ging der Ball nicht selten zwanzig Mal hin und her. Die Zwei zeigten attraktive Angriff-Abwehr-Duelle, bei denen auch Stähr mal die Initiative übernahm“, hob Lingens hervor. Die aufkeimende Hoffnung wurde durch eine glattes 0:3 von DeNutte gegen Qianhong Gotsch im Keim erstickt. Die Luxemburgerin bekam nicht den Hauch einer Chance, und der nächste kampflose Punkt brachte der SVB das 5:3.

SVB nutzt erwartungsgemäß die Gunst der Stunde

„Sarah kann zwar die Bälle sauber ziehen, aber der finale Endschlag fehlte ihr“, so Lingens. Stähr blieb es dann vorbehalten für den Siegpunkt gegen Michajlova mit einem 3:1 zu sorgen.

„Natürlich spielten uns die personellen Sorgen unserer Gastgeberinnen in die Karten, aber zum Sport gehören auch Verletzungen. Nur schade für die Zuschauer, dass ein paar interessante Spiele ausblieben. Theresa und Julia machten ihre Sache gegen das stärke Doppel sehr gut. Und Julia und Rosalia kämpften im ersten Einzeldurchgang vorbildlich. In der zweiten Runde lief es besser, da hätte auch Julia gegen Waggermayer deutlich gepunktet, aber das zählte nicht mehr. DeNutte spielte temporeich und mit viel Spin, aber gegen Hongi reichte das nicht. Wir sind froh und zufrieden über nunmehr 12:12 Punkte“, kommentierte SVB-Coach Andrzej Kaim.

Uns war bewusst, dass die Spielsysteme in der zweiten Runde nicht ideal für uns waren. Katharina ist gegen Abwehr keine Spezialistin, und bei Elena hätte sich ihr mangelndes Training gegen das schnelle Offensivspiel von Kaim negativ ausgewirkt. Wir konnten unter diesen Bedingungen aber sehr gut mit dem Ergebnis leben“, zog der TuS-Manager Bilanz.

TTV Hövelhof – TV Busenbach: 4:6

Yana Timina avanciert zur Matchwinnerin Beim TTV Hövelhof meldete sich erfreulicherweise Abwehrspielerin Svetlana Ganina wieder zurück, dafür wurde Yvonne Kaiser von Spielertrainerin Jing Tian-Zörner gegen den TV Busenbach ersetzt. „Das war nicht unser Tag. Yvonne lag mit einem Magen-Darm-Virus flach, und Svetlana war nach der fiebrigen Grippe auch noch nicht wieder hundertprozentig fit“, informierte ein völlig verschnupfter TTV-Manager Klaus-Dieter Borgmeier.

Der Knoten im Vergleich zur Hinrunde platzte bei den Gästen gleich im vorderen Paarkreuz. Jessica Göbel überrollte Ganina mit einem 11:4, 11:5, 13:11, und Tanja Krämer deklassierte Wang Aimei nach einem 0:2-Satzrückstand noch mit einem 11:1 im entscheidenden Durchgang. Das TVB-Spitzenduo hatte zudem das Doppel gegen Tian-Zörner/Yuko Imamura erfolgreich gestaltet. „Aimei ging im fünften Satz die Puste aus. Sie trainiert wegen Rückenbeschwerden im Moment nur eingeschränkt. Trotzdem hatten wir nach dem 2:5 noch die Hoffnung auf ein Unentschieden“, sagte Borgmeier.

Großartige Unterstützung der Zuschauer aber kein Glück im Spiel

Die Revanche nach dem 3:1-Vorsprung lag jedoch schon frühzeitig in der Luft, und diesen Vorteil transportierten die Baden-Württembergerinnen zum 5:3. Yana Timina besaß gegen Abwehrspielerin Tian-Zörner beim 11:7, 11:4, 11:3 null Probleme, und Krämer behielt mit einem sicheren 3:1 gegen Ganina die Oberhand.Aber tatsächlich so schnell schossen die Preußen nicht, denn Imamura siegte mit einem 10:12, 11:4, 7:11, 12:14 gegen Jennie Wolf. Der Nummer vier beim TTV verschaffte der Erfolg am vergangenen Spieltag gegen Wan Yuan (TTG Bingen/Münster-Sarmsheim) sichtlich Aufschwung.

Göbel kam gegen Wang nicht zum Zuge. Wolf musste sich dann auch noch ihre Defizite gegen die routinierten Defensivaktionen von Tian-Zörner eingestehen. „Yuko gab nach dem Achtungserfolg gegen Wolf im finalen Einzel wirklich alles. Aber Timina explodierte am Tisch, und beim knappen 2:3 fehlte uns, trotz großartiger Unterstützung der Zuschauer, eine Portion Glück. Durch diese Punktverluste hinken wir ein wenig unserem Soll hinterher“, meinte Borgmeier. „Wir wussten, wenn wir oben drei bis vier Erfolge markieren, besitzen wir gute Erfolgsaussichten."

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

"Gegen Wang Aimei verschenkte ich in den ersten beiden Sätzen leichte Punkte. Beim 10:9 im zweiten Durchgang unterlief mir ein Fehlaufschlag. Ganz nach dem Motto, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Yana rechtfertigte ihren Einsatz. Jennie unterlag für mich gegen Jing Tian-Zörner keinesfalls überraschend. Hut ab, was ihre Gegnerin in dem Alter noch leistet. Sie spulte ein solides Programm ab, und Jennie muss einfach das Spielverhalten gegen Abwehr noch besser studieren. Ich hatte allerdings gehofft, dass das Spiel etwas ausgeglichener verlaufen kann. Gegen Yuko lagen die Chancen bei 50:50, und die Tagesform entschied“, berichtete TVB-Spitzenspielerin Tanja Krämer.

TUSEM Essen – SV DJK Kolbermoor: 2:6

Die Aufstellung beim TUSEM Essen gestaltete sich wie erwartet. Die Slowakin Barbora Balazova gehörte gegen den SV DJK Kolbermoor verletzungsbedingt nicht zum Aufgebot. „Barbora wird nächste Woche am Knie operiert und fällt für den Rest der Saison aus. Mit Aya Umemura wäre es eventuell etwas enger geworden, aber sie stand uns nicht zur Verfügung“, sorgte TUSEM-Teammanager Klaus Ohm für Klarheit.

Dafür komplettierte Sabine Gerlach-Schiefer mit ihrer Ligapremiere hinter Nadine Bollmeier, Su Yan und Alena Lemmer die Mannschaft. Die Bayerinnen verzichteten auf die Nummer zwei Sabine Winter und schickten dafür Nicole Hollo-Vaughan an der Seite von Sibel Remzi an den Tisch. Die Auslosung passte perfekt, denn die Zwei gewannen glatt mit 3:0 gegen Su/Gerlach-Schiefer. Kristin Silbereisen/Bernadett Balint erhöhten mit einem 3:1 auf 2:0. Für die gebürtige Rumänin Balint, die ins obere Paarkreuz rutschte, gab es gegen Bollmeier beim 0:3 keinen Blumentopf zu gewinnen, aber im Gegenzug war das 3:1 für Silbereisen gegen Su auch eine sichere Angelegenheit.

Für die Kolbermoorerinnen passte alles perfekt

Wenn der Motor von Kristin erst einmal ins Laufen kommt, ist kein Kraut gewachsen. Obwohl Yan mit einem 11:8 gut ins Spiel fand. Auch Nadine fehlte später gegen Kristin in jedem Satz nur ein Quäntchen“, berichtete Ohm. Nach der Pause musste nicht gezittert werden, denn die vermeintlichen Favoritinnen Lemmer für die Gastgeberinnen und Remzi für den Tabellenzweiten gaben sich gegen die Ersatzakteurinnen keine Blöße. „In diesen Partien waren die Vorzeichen klar. Letztendlichen haken wir die Niederlage ab“, so Ohm.

Denn Su konnte keine Ergebniskorrektur gegen Balint mehr bewirken und musste der 21-Jährigen die Hand zum Sieg schütteln. „Mein Einsatz im Doppel war geplant, alles andere war letztendlich spontan. Sibel hatte sich beim Training im Nacken verletzt. Nach dem 2:0 in den Doppeln waren wir guter Dinge. Deshalb verzichteten wir auf Sabine. Zumal Kristin wieder der große Rückhalt war. Auch wenn sie gegen Nadine nicht so gern spielt, weil sie sich sehr gut kennen, waren wir uns nach der 2:0-Satzführung sicher. Bernadett wusste sich gegen Su Yan sicher zu behaupten. Es passte also alles perfekt“, erläuterte SV DJK-Coach und Ersatzspielerin Hollo-Vaughan.

Pressemitteilung Martina Emmert (Redaktionelle Betreuung der 1. Bundesliga der Damen)

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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