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Marquartsteiner knackt den Weltrekord

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Reinhard Vollmert und Thomas Schweers.

Valley/Marquartstein - Der Marquartsteiner Reinhard Vollmert hat zusammen mit Thomas Schweers in Ostafrika einen neuen Weltrekord im Tandem-Gleitschirmfliegen hingelegt.

Schon 1996 war Reinhard Vollmert mit seinem Gleitschirm erstmalig in Ostafrika auf Rekordjagd. Das Rift Valley (Großer Grabenbruch) zieht sich nördlich von Äthiopien bis hinunter nach Tansania. Dort hat sich die Erdkruste gespalten und ist im Gegensatz zum roten Meer nicht voll Wasser gelaufen. Die von Norden nach Süden verlaufende Kante bietet eine perfekte Angriffsfläche für den Passatwind, der beim Auftreffen senkrecht nach oben abgelenkt wird. Die starke Thermik reicht hier an guten Tagen bis zu 6000m über den Meeresspiegel und bietet ideale Voraussetzungen für Rekordflüge mit dem Gleitschirm.

Schon am zweiten Tag nach der Ankunft flog Reinhard Vollmert, am 10.11.2011 in einem Tandemgleitschirm mit seinem Passagier und Clubkamerad Olaf Feldmann zwei deutsche Rekorde. Einen Tag später flog Reinhard zusammen im Tandem mit dem Mülheimer Thomas Schweers. Die beiden staatlich anerkannten Fluglehrer schrieben einen 100 km Ziel- Rückflug auf Zeit aus. Bei diesem Rekord muss die Durchschnittsgeschwindigkeit um mindestens ein Prozent getoppt werden. Die Flugplanung und die gesetzten Wendepunkte müssen im Vorfeld unter Beaufsichtigung von anerkannten Sportzeugen festgelegt werden. Während dem Flug zeichnen GPS Geräte den Flug genau auf. „Es lief alles einwandfrei so erzählt Reinhard, „bis fünf Kilometer vor dem Ziel waren wir uns des Erfolgs schon sicher, als uns ein Abwind in eine der abfallenden Rinnen spülte. Durch die starken Turbulenzen haben wir uns gefühlt wie in einer Waschmaschine und kurzfristig entschwand der Weltrekordflug in weite Ferne“.

Mit viel Flugerfahrung und harten Manövern steuerte das Duo dann doch den geplanten Wendepunkt an. „Wir haben uns schon in der Luft gratuliert und geschrieen wie kleine Kinder vor Freude“. Im Anschluss werden die ganzen Unterlagen zur obersten Luftfahrtbehörde (FAI) nach Paris gesendet. Diese Behörde prüft und entscheidet die endgültige Anerkennung des Weltrekordflugs. Aber das ist jetzt nur noch eine formale Sache, so Vollmert und Schweers wir haben den neuen Rekord auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 29,5 km/h angehoben.

An den Tagen wo wir in Ostafrika nicht fliegen können, kümmern wir uns um das Projekt „Fliegen für ein Klassenzimmer“. Vor drei Jahren haben wir uns diesem Projekt gewidmet und mittlerweile haben wir hier vor Ort schon 2 komplette Klassenzimmer aufgebaut und eine Behinderten Schule unterstützt. Es ist einfach schön zu beobachten wie man hier mit nur ein paar Hundert € so viel erreichen kann. Federführend wird dieses Projekt von dem Bamberger Fliegerkollegen Ralph Schlöffel betreut, die Spenden kommen garantiert zu 100% direkt vor Ort an und werden mit Hilfe des Hotelleiters vom Kerio View und dem Rektor einer Schule beantragt und eingesetzt. An den Folgetagen flogen wir noch weitere Rekorde diese befinden sich in Anerkennung.

Oberbayerisches Volksblatt

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