Inzeller Eisschnellläufer vor Heimweltcup optimistisch

"Deutlich näher an die Weltspitze herangerückt"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Danny Leger, Trainer der heimischen Eisschnelllaufgruppe, hofft auf ein gutes Wochenende.

Inzell - Der Heimweltcup der Inzeller Eisschnellläufer rückt immer näher. Grund genug, sich das Team und die bisherige Vorbereitung mal genauer anzuschauen.

"Langsam beginnt das Kribbeln", da sind sich die fünf Inzeller Starter zum Heimweltcup in der Max Aicher Arena ab kommenden Freitag einig. Dann geben sich rund 250 Sportler aus über 25 Nationen die Ehre im Mekka des Eisschnelllaufens. Das kann auch der Trainer der heimischen Gruppe, Danny Leger nicht verhehlen. Schließlich haben seine Sportlern in den zwei Weltcups in Nordamerika sehr gute Leistungen gezeigt. "Ich gehe davon aus, dass es in Inzell ein gutes Wochenende wird", so Leger, schränkt aber ein, dass es durchaus mal nach hinten losgehen kann. "In Nordamerika haben wir gesehen, dass wir deutlich näher an die Weltspitze herangerückt sind. Wir haben auch bei den Jungs die Zeitrückstände an die Weltspitze deutlich zu den Topleuten reduziert", freut sich der Trainer. Vor allem Roxanne Dufter hat nach Ansicht ihres Coachs einen gigantischen Sprung gemacht. Auch Gabi Hirschbichler ist nach einem nicht ganz optimalen Start in die Wettkämpfe über die 1000 Meter in Salt Lake City richtig explodiert. Zu Buche stand ein achter Platz mit einem knappen Zeitabstand zum dritten Rang. "So nah waren wir noch nie dran und für die Gabi ist es der beste Einstand ihrer Karriere in eine Weltcupsaison", so Leger.

Über 5000 Meter unter 6:20 Minuten

Unerwartet gut hat auch Langstreckenspezialist Moritz Geisreiter seine Rennen über 5.000 und 10.000 Meter bestritten. "Über die 10.000 ist er knapp am deutschen Rekord vorbei. Das ist beinahe wieder sein Niveau auf dem er vor seiner Verletzung gewesen ist." Deswegen macht sich der Trainer auch wenig Sorgen was die kleine Erkältung in der vergangenen Woche bei Geisreiter betroffen hat. "Er ist vom Kopf her so stark, dass er sich von solchen Dingen nicht aus der Ruhe bringen lässt." Das sieht auch Geisreiter so. "Ich bin zuversichtlich, dass ich meine Leistung bringen kann", sagt der bald 28-Jährige. Überrascht haben ihn die guten Ergebnisse in Übersee. "Ich habe schon gewusst, dass ich in guter Form bin. Dass es aber so gut läuft, war ein Stück weit erstaunlich." Für sein Heimspiel in Inzell ist ihm klar, dass sich die Leute auf die Rennen freuen und die Erwartungen groß sind. Über die 5000 will er unter 6:20 Minuten laufen, verrät der Liebhaber von alternativen Pop-, Folk- und Rocksongs die er auf Schallplatten hört. Wenn es seine Zeit erlaubt, will er nach der Saison im Tiefschnee noch mit den Alpinski entspannen. Entspannt ist auch Gabi Hirschbichler, mit ihren knapp 32 Jahren die älteste im Team. Ruhe findet sie bei ihrer kleinen Nichte oder Neffe, aber auch beim Fernsehen. "Rote Rosen" und "Gute Zeiten-schlechte Zeiten" werden geschaut. In Inzell ist sie auf "Gute Zeiten" fixiert. "Ich versuche auf mich selber zu konzentrieren und gute Rennen zu zeigen. Was in Nordamerika nicht geklappt hat, auf die Platzierung und die Zeit zu schielen. Natürlich liebäugle ich mit einem Top10-Platz", gibt sie zu.

Die "kleinen Brüder sind dabei"

Zwischen Karriereende und erweiterte Weltspitze, das hat Roxanne Dufter binnen kurzer Zeit erlebt. Ziemlich groß ist der Druck auf die sportliche Zukunft der 23-jährigen gewesen. Den hat sie aber souverän gemeistert. "In diesem Jahr macht es mehr Spaß als die Jahre zuvor", erklärt sie lapidar. Nach einer Serie von Krankheiten und Verletzungen ist sie stärker als je vorher. "Wir haben im Sommer sehr gut gearbeitet und uns an die Pläne von Danny Leger gehalten. Von dem großen Sprung bin ich aber schon überrascht", gibt sie zu. Ein Erfolgsgeheimnis ist vor allem der Zusammenhalt in der Gruppe. "Wir verstehen uns sportlich und privat. Helfen uns gegenseitig. Außerdem haben die Gabi und ich auch unsere kleinen Brüder dabei", meint sie lachend. Auf ihre Schwächen angesprochen meint sie schmunzelnd, dass sie ein wenig "G´schusslert" ist. "Alles geben und sauber laufen", das ist ihr Plan für den Heimweltcup. "Ich habe bisher schon mehr geschafft, als ich mir vorgestellt habe." Das trifft auch auf den "kleinen Bruder" Joel Dufter zu. Mit 20 Jahren ist er der Jüngste im Team. "Nordamerika ist ein schönes Erlebnis gewesen. Die Rennen sind gut gewesen und die Zeiten haben gepasst", freut er sich. In Inzell will er wie immer sein bestes geben. "Ich freue mich auf das tolle Publikum, da läuft es von alleine", meint er entspannt. In seiner knappen Freizeit pflegt er die Kontakte zu seinen Kumpels, versucht sich im Skifahren oder frönt gelegentlich noch dem Eishockeysport. Dieser Leidenschaft ist früher auch Hubert Hirschbichler nachgegangen, bevor er zum Eisschnelllaufen gewechselt ist. Der 24-jährige ist vom hoffnungsvollen Talent zum reifen Sportler geworden. "Die Platzierungen in den ersten Weltcups haben gepasst. Über die 1.000 Meter habe ich den Anschluss zur erweiterten Weltspitze geschafft.

Kurze Leine und auch mal Lachen

Bei den Männern ist alles sehr eng beieinander. Zwei Zehntel schneller und schon ist man vorne dabei", erklärt er die Situation. Seine und die Fortschritte der Gruppe macht er an vielen Faktoren fest. "Kopf, Physis und Technik und wir haben einen guten Weg gefunden. Wenn wir konzentriert weiter machen, ist noch einiges möglich", meint der passionierte Fliegenfischer. Beim Weltcup am Wochenende will er aber nicht im Trüben fischen. "Ich will meine beste Leistung abrufen, eine gute Zeit laufen und sehen was dabei herauskommt." Danny Leger und sein Team ist also bestens gerüstet, deswegen baut er auch weiter auf seine Philosophie: "Konkurrenzkampf in der Gruppe ja, aber nur sportlich. Ich lege großen Wert darauf, dass sie ein gutes soziales Verhältnis untereinander pflegen." Leger gibt aber auch zu, kein Trainer mit der sogenannten "langen Leine" zu sein. "Ich bin manchmal sogar zu straff und möchte alles unter Kontrolle haben. Mein Fokus liegt auf der sportlichen Leistung. Ich lebe das vor und erwarte das auch von meinen Sportlern", sagt er und gibt zu, dass im Team trotzdem viel gelacht wird. "Meistens bin sogar ich der Grund dafür. Wir werden deswegen von vielen anderen beneidet, weil wir so eine gute Stimmung haben."

SJH

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser