Jahreshauptversammlung im Hotel zur Post in Schleching

Martin Hobmaier ist neuer Vorstand vom Skiverband

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Siegfried Walch (Landrat), Martin Hobmaier (neuer Vorstand), Engelbert Schweiger (ehemaliger Vorstand), Pele Faßbender (Sparkasse)

Schleching - Der Skiverband Chiemgau hat einen neuen Vorsitzenden. Bei der Jahreshauptversammlung ist der ehemalige Inzeller Bürgermeister Martin Hobmaier zum Nachfolger von Schweiger gewählt worden.

Hobmaier kam auf 52,22 Prozent der Stimmen und ließ damit seinen Gegenkandidaten Bernhard Kübler vom SC Hammer hinter sich. „Wenn man antritt, möchte man auch gewinnen. Das hat geklappt. Jetzt wollen wir die hervorragende Arbeit fortsetzen“, sagte der 54jährige nach der Wahl. Martin Hobmaier ist im heimischen Sport kein Unbekannter. Er kann auf eine über 20-jährige Erfahrung als Biathlet und Trainer zurückblicken. Als Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr ist er auch als Athlet aktiv gewesen. Vier Jahre war er im Deutschen Skiverband in der Damen-Nationalmannschaft Trainer, aber auch als Nachwuchstrainer hat er sich einen Namen gemacht.

Hauptaufgabe in seiner neuen Funktion werde eine enge Zusammenarbeit mit den Vereinen und der Vorstandschaft sein. „Ich möchte zunächst wissen, wo brennt es am meisten. Da werde ich viele Gespräche führen, die Prioritäten werden dann im Team gesetzt.“ Hier kann der neue Vorsitzende auf die altbewährte Mannschaft bauen. Als seine Stellvertreter sind Christian Scholz, Rudi Hinterseer und Konrad Rappl erneut bestätigt worden. Im Bereich der Sportwarte gab es zwei Änderungen. Für den Langlaufbereich ist nun Romy Groß-Angerer zuständig, sie übernahm das Amt von Toni Strehhuber. Nach dem Rückzug von Andreas Scheid im Bereich Snowboard hat diese Aufgabe Sebastian Schöndorfer übernommen.

Chiemgauer Athleten in der ganzen Welt bekannt

Zu Beginn der Versammlung bemerkte Landrat Siegfied Walch, dass der Chiemgau eine ausgesprochene Sportregion ist. Vor allem über den Wintersport wird die Region wahrgenommen. Viele Athleten sind in der ganzen Welt bekannt. Davon profitieren der Breitensport und die Jugendarbeit. Schlechings Bürgermeister Josef Loferer verwies in seinem Grußwort als Gastgeber, dass seine Gemeinde einige an tollen Sportlern hervorgebracht hat. Der Vorstand des SC Schleching, Konrad Rappl gab den Anwesenden einen kurzen Überblick über die Geschichte des Vereins, der 1932 gegründet wurde. Als Vertreter des BSV präsentierte Wolfgang Weißmüller Infos zur Verbandsarbeit. Im Mittelpunkt standen Maßnahmen wie Kinder zum Wintersport gebracht werden können. Mit Stolz bemerkte er, dass Bayern die Nummer 1 im Nachwuchs-Leistungssport ist. Dem scheidenenden Vorsitzenden Engelbert Schweiger überreichte er den Ehrenbrief des BSV.

Schweiger erklärte in seinen Ausführungen noch einmal die Gründe seines Rückzuges als Vorstand des Skiverbands Chiemgau. Mit der Wahl zum Vize-Präsidenten des BSV habe er neue Aufgaben bekommen. Dazu sei er als Leiter der Chiemgau Arena und neuerdings als Mitglied der Geschäftsführung der Unternbergbahn als Vertreter der Gemeinde mehr als ausgelastet. In seinem Rechenschaftsbericht konnte Schweiger beeindruckende Zahlen vorlegen. Im Skiverband Chiemgau sind 74 Vereine integriert. Die meisten stammen aus den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land. Dazu kommen aber Clubs aus den Landkreisen Altötting und Rosenheim. Mit 14.113 Mitgliedern konnte im vergangenen Jahr ein leichtes Plus verzeichnet werden. Damit gehört man zahlenmäßig zu den kleineren Verbänden in Bayern.

"Wir fahren Talente"

Sportlich ist das abgelaufene Jahr wiederum von großen Erfolgen geprägt gewesen. Für den Skinachwuchs fing die Saison mangels Schnee erst nach den Weihnachtsfeiertagen an. Danach herrschten in der Region stabile Schneeverhältnisse. International ist wieder eine Reihe von heimischen Sportlern an den Start gewesen. Als beeindruckende Veranstaltung bezeichnete Schweiger die Nordische Ski-WM im schwedischen Falun. Große Sorgen bereitet der Vorstandschaft aber die finanzielle Ausstattung des Verbandes. Ohne die Hauptsponsoren, der Sparkasse Traunstein und Berchtesgadener Land, der Firma Max Aicher und der Adelholzener Alpenquellen sowie der beiden Landkreise wäre manches nicht realisierbar. Auch die jüngste Kooperation mit dem RVO unter dem Motto „Wir fahren Talente“ hilft, dass die zum Beispiel die jungen Biathleten kostenlos zu den Wettkämpfen kommen.

In diesem Bereich ist auch das Engagement der Fördervereinen „Talentzentrum Wintersport Berchtesgaden“, „Pro Langlauf Südostbayern“ und der „Biathlon Idee“ anzusiedeln. Ein wichtiger Bestandteil sind laut Schweiger auch die Christopherusschule in Berchtesgaden, der DSV und BSV sowie die Behörden. Abschließend wünschte Schweiger seinem Nachfolger viel Glück. „In den vergangenen Wochen habe ich viel Zeit investiert, um für einen reibungslosen Übergang zu sorgen“, sagte Schweiger nach dem Ablauf seiner zweijährigen Amtszeit.

Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung konnte Engelbert Schweiger auch noch eine Reihe Verdiente Funktionäre auszeichnen. Die Goldene Ehrennadel erhielten Hans Geisreiter vom SC Hammer, Hans Neumayer, SK Berchtesgaden und Elisabeth Rasp sowie Maria Reiser, beide vom SC Schellenberg. Die Silberne Ehrennadel bekamen Günter Obermeier für seine Tätigkeit als Refernt im Seniorenbereich sowie Andreas Scheid als scheidender Sportwart im Snowboard. Für ihre Verdienste als Trainer und Funktionäre wurden Sepp Wolf und Stefan Biermoser vom SC Ruhpolding und Toni Strehhuber aus Neukirchen die Ehrenbriefe des SV Chiemgau überreicht. Letztendlich gab es als Überraschung auch noch die Silberne Ehrennadel für Engelbert Schweiger mit Geschenkkorb und einen Blumenstrauß für seine Frau Sabine. SJH.

Berichte der Sportwarte des Skiverbandes Chiemgau

Sportwart Rudi Hinterseer konnte in seiner Bilanz auf gute Erfolge seiner Athleten zurückblicken. Vier Alpine konnten sich für die Weltmeisterschaften in Vail-Beaver Creek qualifizieren. Allerdings verletzte sich dabei Veronique Hronek vom SV Unterwössen im Teamlauf schwer am Knie. Zuvor hatte sie Platz 11 im Super G und den 13. Platz in der Super-Kombi belegt. Auch das Ticket für die WM konnten Klaus Brandner (WSV Königssee) und Josef Ferstl vom SC Hammer lösen. Ferstl unterstrich mit seinem 7. Platz bei der Abfahrt von Santa Caterina eindrucksvoll seine Klasse. Marina Wallner vom SC Inzell hatte sich ebenfalls für die WM qualifiziert, verletzte sich allerdings zwei Wochen davor und konnte nicht starten. Auch Skicrosser Tommy Fischer vom SC Ruhpolding verletzte sich und fiel die gesamte Saison aus.

Margarethe Aschauer vom WSV Königssee konnte sich für die Skicross-WM am Kreischberg qualifizieren und wurde dort siebte. Bei der Junioren WM sprang der fünfte Platz heraus. Tim Hronek vom SV Unterwössen konnte bei der Junioren WM überraschend die Silbermedaille gewinnen. Die Traunsteinerin Sabrina Weilharter gewann nach ihrer Verletzungspause zwei Europacuprennen. Im Nachwuchsbereich haben 209 Jugendliche am Spakassen-Cup teilgenommen. Im DSV Schülercup wurde Simon Scholz vom WSV Bischofswiesen in der U12 Gesamtsieger. Die DSV Jugendcupwertung konnten Katrin Hirtl-Stanggassiner (WSV Königssee) und Ferdinand Dorsch (SC Schellenberg) gewinnen. Gute Ergebnisse im Nachwuchsbereich erreichten Julia Pronnet (Siegsdorf), und Georg Hegele (SC Bergen).

Weltcup, Conti-Cup und Deutschlandpokal

Für den Skilanglauf konnte der scheidende Sportwart Toni Strehhuber auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. Rund 290 Nachwuchslangläufer haben an der Sparkassen-Langlauftournee teilgenommen. Auch überregional gelangen heimischen Sportlern Erfolge. So holten bei den Bayrischen Meisterschaften Lisa Zinecker vom SV Oberteisendorf in der U12 und Alexander Weingärtner vom SC Ruhpolding in der U15 den Titel. Für die Gaumannschaft kann sich der neue Trainer Janik Werner über die Unterstützung von Tobias Angerer freuen. „Das ist schön, dass er sich da mit einbringt, wo er groß geworden ist“, freute sich Strehhuber. Am Stützpunkt Ruhpolding sind derzeit vier Trainer unter der Leitung von Bernd Raupach tätig. Die Trainingsgruppe setzt sich aus Sprintern und Distanzläufern zusammen. Sie starten im Weltcup, Conti-Cup und Deutschlandpokal.

Im Biathlon umfasst die Nachwuchsgruppe im Jugendbereich 25 Sportler. Die Profigruppen wurden auf eine Gruppe im weiblichen Bereich sowie zwei Gruppen im männlichen Bereich aufgeteilt. Dazu gibt es eine Gruppe der Bundespolizei mit vier Sportlern sowie eine vom CJD mit elf Biathleten. Im Profibereich sorgten Andi Birnbacher und Johannes Kühn für die herausragenden Ergebnisse. Bemerkenswerte Resultate lieferten auch Michael Willeitner, Niklas Homberg, Dominic Schmuck, Christian Hochreiter, Dominic Reiter und Matthias Dorfer sowie Korbinian Raschke. Im Jugendbereich zeichneten sich Sophia Schneider, Simon Groß, Franziska Pfnür, Lucas Lechner, Maren Lehner und Christoph Müller aus. Hervorragende Leistungen gab es auch im Schülerbereich mit Bayrischen Meistertiteln durch Maria Sachenbacher, Franziska Aigner und Bernhard Schmid. Im Deutschen Schülercup konnten Lias Spark, Maria Sachenbacher, Bernhard Schmid und Marc Hoheisel überzeugen.

Wichtige Aufgabe: Nachwuchs gewinnen

Für den Bereich Skisprung und Nordische Kombination bemerkte Andreas Szesnat, dass vor allem die Skispringer für Furore sorgten. Andreas Wellinger (SC Ruhpolding) und Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf) nahmen an der WM in Falum teil und waren auch im Weltcup im Einsatz. Wellinger holte bei der Junioren WM zwei Silbermedaillen. Für gute Ergebnisse im Skisprung und in der Nordischen Kombination sorgten Wolfgang Bösl und Daniel Wenig vom SK Berchtesgaden sowie die Ruhpoldinger Tim und Benedikt Hahne, Benedikt Schweiger sowie Adam Helminger. Im Nachwuchsbereich trainieren derzeit an den Stützpunkten Ruhpolding/Berchtesgaden rund 50 Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Der neue Sportwart im Bereich Snowboard, Sebastian Schöndorfer kümmert sich seit September 2014 zusammen mit Amalie Jansing verstärkt um die Nachwuchsgewinnung im Chiemgau. Friedl May engagiert sich im Bereich Freestyle am Stützpunkt Berchtesgaden. Rund 15 Kinder nehmen über die Sommermonate am Trainingsbetrieb teil. Am Berchtesgadener Snowboard Camp haben 17 Kinder teilgenommen. Ziel für die kommende Saison ist es, das vorhandene Trainingsangebot weiter auszubauen und Nachwuchs zu gewinnen.

SJH

Quelle: rosenheim24.de

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