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In der 2. Bundesliga Tabellenvorletzter

Ersten Satz gerockt, doch dann verzockt ‒ Mühldorfs Volleyball-Coach kritisiert sich selbst

Kilian Nennhuber (im Angriff) lieferte eine Klasse-Partie ab. Er wurde zurecht zum MVP, zum wertvollsten Mühldorfer Spieler, gewählt.
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Kilian Nennhuber (im Angriff) lieferte eine Klasse-Partie ab. Er wurde zurecht zum MVP, zum wertvollsten Mühldorfer Spieler, gewählt.

Alles war angerichtet für einen Auswärtssieg in Dachau: Mühldorfs Volleyballer spielten aggressiv und effektiv und gewann den ersten Satz. Doch dann kam alles anders.

Dachau – Eigentlich standen die Vorzeichen gut. Mühldorf war maximal engagiert nach Dachau gefahren, im Gepäck mindestens ein Dutzend Schlachtenbummler. Und zu Beginn der Partie in der 2. Volleyball-Bundesliga gegen den ASV Dachau setzten die Mannen um Trainer Michi Mayer auch genau das um, was der Trainer verlangte. Doch der Teufel liegt im Detail. Und das Detail ist die extrem hohe Eigenfehlerquote aufseiten der Mühldorfer, die nach einem hart umkämpften ersten Satz noch mit 1:0 in Führung gegangen waren (28:26), dann aber zuschauen musste, wie Dachau die Gäste aus der Innstadt Satz für Satz abgefieselt hat. Am Ende stand es 1:3 – wieder kein Punkt für Mühldorf.

Zu viele Fehler gemacht

„Wir haben individuell einfach zu viele Fehler gemacht, die es nicht braucht. Jeder Spieler hat pro Satz nicht nur zwei Fehler fabriziert, was an sich schon eine hohe Quote wäre, sondern vier. Damit kann ich nicht leben“, konnte Mühldorfs Chefcoach Michi Mayer nach der Partie nur den Kopf schütteln. Aber er nimmt sich in der Einzelkritik nicht raus. Zu viele Fehler, inklusive Trainer, der vielleicht zu viel und zu wild gewechselt hat“.

Was war passiert? Mühldorf war maximal motiviert nach Dachau gereist, setzte gleich zu Beginn der Partie alles auf eine Karte und spielte aggressiv und auch effektiv. Nach anfänglichem Rückstand setzte sich Mühldorf erst einmal mit 8:5 ab, was Dachau nicht unbeantwortet ließ (11:10 für den Gastgeber aus Dachau). Fabian Bergmoser und Fabian Suck spielten sich in Rage, griffen effektiv an und blockten meisterhaft, sodass die Dachauer Gastgeber auf 14:11 davoneilten. Mühldorf gab aber nicht klein bei, blieb immer auf Augenhöhe (17:17) und nutzte eine kurze Schwächephase, um sogar in Führung zu gehen (21:20). Dachau blieb nervenstark, holte sogar einen Satzball für sich (25:24), am Ende jedoch jubelte Mühldorf mit 28:26.

Keine Besserung in Sicht

Michi Mayer setzte weiterhin auf seine beiden Mittelblocker Florian Gschwendtner und Lauritz Jastrow, Kilian Nennhuber sollte es in der Diagonalen richten und Fabian Bartsch sowie Tom Brandstetter auf der Außenannahmeposition. Doch der Fehlerteufel wollte es, dass Dachau mit 5:1 plötzlich in Führung lag. 4:8 aus Mühldorfer Sicht, später 7:10. Mayer musste reagieren und brachte David Fecko für Gschwendtner. Doch keine Besserung in Sicht. Selbst ein Doppelwechsel, Vaehming für Zuspieler Alex Brandstetter und Felix Schinko für Kilian Nennhuber, brachte nicht die Wende. Dachau eilte sogar bis auf 19:11 davon, bevor sich die Mühldorfer ein Herz fassten und nun aggressiver am Netz zu Werke gingen (15:20). Doch am Ende waren fünf Satzbälle für Dachau dann doch zu viel (25:19).

Dachau hat extrem gut aufgeschlagen

„Die Dachauer haben extrem gut aufgeschlagen, unseren Libero Leo Tille quasi komplett aus dem Spiel genommen. Der hatte, glaube ich, insgesamt nur sechs Annahmeaktion während des ganze Spiels“, rechnet Michi Mayer nach. Und er schiebt die Verantwortlichkeit an Dachaus Trainer Patrick Steuerwald weiter. „Der hat lange mit Ferdl Tille zusammengespielt, der kennt die Leute.“ Und dann findet er: „Sicherlich wären wir individuell stärker, aber Dachau trainiert halt vier Mal in der Woche und wir nur zweieinhalb Mal. Den Unterschied hat man am Samstag gesehen.“ Und dann spielt ja auch nicht die Euphorie des Aufstiegs eine Rolle und natürlich die Jugendlichkeit des extrem starken Dachauer Kaders.

Also ging es mit Satz drei weiter. Und auch hier erwischten die Mühldorfer einen schlechten Start (4:9), obwohl sie nun mit Fritz Vähning auf der Außenannahmeposition nachtariert hatten, Fabian Bartsch sollte als Diagonalspieler nun die Punkte holen. Mayer musste reagieren, versuchte es mit einem Doppelwechsel, indem er Kilian Nennhuber für Zuspieler Alex Brandstetter sowie Zuspieler Felix Schinko für Fabian Bartsch eingewechselt hatte. Und das war die Sternstunde des 16-jährigen Felix Schinko. Denn der kam, sah und siegte. Und zwar in der Form, dass er unaufgeregt, aber völlig lässig und schwer antizipierbar drei Bälle in Folge dermaßen gut zuspielte, dass Dachau mit mit dem Schauen nicht hinterherkam.

Das Glück mit der Netzkante

„Vielleicht hätte ich ihn weiterspielen lassen sollen“, sagt Mayer nach dem Spiel zur Leistung von Felix Schinko, „doch danach ist man immer gescheiter!“ Mühldorf kam bis auf 10:11 heran, bevor sich wieder ein Eigenfehler an den anderen reihte. Dachau auch noch das Glück mit der Netzkante hatte und plötzlich wieder mit 16:11 in Front lag. Dann stand es 18:11 und der Widerstand war gebrochen, selbst wenn Mayer nun einen Rückwechsel geordert hatte. Am 18:25-Satzverlust war nichts mehr zu ändern. Zu stark die Angriffe der Dachauer, inklusive Tobias Besenböck über Diagonal, der den Mühldorfern ordentlich eingeschenkt hat und der am Ende seine vierten MVP-Medaille in Empfang nehmen sollte – Spitzenreiter in der 2. Bundesliga ist er damit!

Mühldorf kam noch einmal heran

In Durchgang vier schien der Ofen dann komplett aus zu sein. Mit 1:8 lagen die Mühldorfer bereits im Hintertreffen, bevor sich die Mühldorfer Volleyballer wieder ein Herz fassten und nach dem Motto: „Jetzt erst recht!“ entsprechend aggressiv im Angriff agierten. 11:12 stand es, alles war wieder offen. Fritz Vähning hatte im Außenangriff den Part von Kapitän Tom Brandstetter übernommen, um ihm eine Pause zu gönnen. Doch dann war Dachau am Zug (11:14). Brandstetter kam für Vähning, doch der erhoffte positive Effekt blieb aus (11:16). Mühldorf kam immer wieder auf zwei Punkte heran. Doch am Ende blieb Dachau überlegen (25:21).

„Alles in allem war Dachau besser, aber nicht unschlagbar. Netto sind wir aktuell mit nur einem Punkt Letzter, wenn man bedenkt, dass die Youngstars aus Friedrichshafen außer Konkurrenz spielen“, so Mayer nach dem Spiel. In der Tabelle ist Mühldorf als Zwölfter Vorletzter. Doch Mayer will nach vorne blicken, und das mit einem klaren Ziel vor Augen: Die drei „D“, irgendwann im Laufe der Saison hinter sich zu lassen. Und das wären Delitzsch (Tabellenelfter), Dresden (Zehnter) und eben auch Dachau (Sechster).

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