DTM-Pilot Tomczyk ist heiß auf Siege

Rosenheim - Der Rosenheimer Audi-Werkspilot Martin Tomczyk möchte in der DTM ab diesem Wochenende wieder ein gewichtiges Wörtchen mitreden.

Audi-Werkspilot Martin Tomczyk

Rang sieben in der Gesamtwertung 2008 entsprach nicht ganz seinen Erwartungen, denn 2006 (4. Gesamtplatz) und 2007 (3.) hatte er gewaltig an der Spitze mitgemischt. Kein Wunder, dass Titelverteidiger Timo Scheider (Audi-Sport Team Abt) den 27-Jährigen (Audi Sport-Team Abt Sportsline) neben Tom Kristensen (Audi-Sport Team Abt) und Mattias Ekström (Audi Sport-Team Abt Sportsline) zu den "härtesten Rivalen" rechnet. Heftige Gegenwehr erwartet man natürlich auch aus dem Mercedes-Lager, insbesondere von Vizemeister Paul di Resta. So sieht dies auch Tomczyk, wenn man ihn nach den Favoriten befragt. Vor allem aber gelte: "Wer ein aktuelles Auto hat, hat sicherlich auch Chancen, vorne mitzumischen", weiß er, egal, welcher der beiden DTM-Marken das Fahrzeug angehört. Tomczyk hat ein solches Auto.

"Es ist generell nur eine Weiterentwicklung, vor allem bei der Aerodynamik", weiß er. Bei der hohen Leistungsdichte im DTM können auch solche "eher kleinen Schritte" große Auswirkungen haben. Wichtig ist es angesichts der Leistungsdichte, möglichst gleich beim Saisonauftakt in Hockenheim (Sonntag, 14 Uhr) ganz vorne mitzumischen, vor allem auch für die team- und werksintene "Hackordnung".

Guter Start für „Hackordnung“ wichtig

Wird es im Titelkampf nämlich eng, "dann hat natürlich teamintern derjenige Fahrer einen kleinen Vorteil, der sich in den ersten fünf Rennen am besten positioniert hat", weiß der 27-Jährige. Er selbst fühlt sich gut gerüstet. "Wenn man so lange dabei ist, weiß man, wie man sich vorzubereiten hat", betont er.

Da heuer die Saison etwas später als sonst üblich beginne, "war noch einen Monat länger Zeit für Tests und für die Fitness. Das habe ich intensiv genutzt." Dem Saisonauftakt fiebert er schon seit längerer Zeit entgegen, vor allem seit der DTM-Präsentation vor einigen Wochen in Düsseldorf. "Das macht immer besonderen Spaß. Man hat direkten Kontakt zu den Fans, und es waren wieder gut 200.000 Leute da. Da weiß man, dass es bald wirklich losgeht", freut er sich.

Tomczyk (r.) als Sieger im niederländischen Zandvoort

Das Deutsche Tourenwagen Masters ist mit vier Auslandsrennen (zehn sind es insgesamt) international ausgerichtet und Tomczyk selbst auch. Er wohnt schon seit dem Jahreswechsel bei seiner Freundin in Basel. Die Möglichkeiten zu Aufenthalten in seiner Heimatstadt sind "sehr eingeschränkt". "Ich habe jetzt in Basel meinen Lebensmittelpunkt und bin außerdem ohnehin durch die Rennen viel unterwegs. Aber zum Beispiel über eine Webcam im Internet kann man trotzdem den Kontakt zu den Eltern und Freunden gut halten", erläutert er. Lange Ruhephasen gibt es für die Piloten ohnehin nicht.

"Unser letzter Test 2008 war am 19. Dezember. Dann war ich über Weihnachten zu Hause, ab 15. Januar ging es dann weiter", berichtet er. Wegen der hohen zeitlichen Belastungen ist für ihn heuer bislang kein Renneinsatz außerhalb des DTM geplant. Auf den Saisonauftakt in Hockenheim freut er sich besonders, denn "dort ist es sehr schön zu fahren."

Endlich wieder ein Rennen gewinnen

Der Rosenheimer mag auch die ausländischen Strecken: "Man merkt da, dass die DTM großen Zuschauerzuspruch hat. Und außerdem habe ich ja in Barcelona meinen ersten DTM-Sieg überhaupt gefeiert." Das war im Jahre 2006. 2007 (in Zandvoort und am Nürburgring) gab es sogar zwei Triumphe.

2008 landete Tomczyk nicht auf dem obersten Podestplatz - das will er heuer ändern. Vielleicht könnte ja der erhoffte Titelgewinn auch dazu führen, dass Nicolas Cage doch noch zum Film-Darsteller des Rosenheimers werden darf. "Wen würden Sie sich als Darsteller wünschen, wenn ihr Leben einmal verfilmt würde?", wurde Tomczyk bei einem Team-Interview gefragt. "Nicolas Cage" war seine Antwort. "Er ist einer meiner Lieblingsschauspieler. Aber ich hoffe, dass es schon noch etwas dauert, bis mein Leben verfilmt wird", lacht Tomczyk, "da könnte es dann schon sein, dass der Nicolas für die Rolle zu alt wird."

"Zu alt" will Tomczyk selbst nicht werden, bis es mit dem ersten DTM-Ttel klappt und vielleicht bekommt dann Cage doch noch rechtzeitig seine Film-Chance...

von Walter Hohler

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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