"Von den Kindern kommt viel zurück"

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Bei der Talkrunde im Autohaus Eder in Kolbermoor: Moderator Karl-Heinz Kas, Mondi Hilger, Ernst Höfner, Stefan Effenberg und Ralph Denk (von links)

Rosenheim - "Effe" hier, "Effe" da - "Effe" überall Superstar. Am Samstag drehte sich alles um Stefan Effenberg (wir berichteten).

Der frühere Fußball-Nationalspieler und Bayern-Kapitän war vor seiner Trainingseinheit mit 30 Nachwuchskickern als Stargast im Autohaus Eder in Kolbermoor.

Neben einer Autogrammstunde stand der "Tiger", so sein früherer Spitzname auf dem Fußballplatz, dort auch in einer Talkrunde mit prominenten Sportlern aus der Region - Radsport-Teamchef Ralph Denk, Eishockey-Bundestrainer Ernst Höfner und das Rosenheimer Eishockey-Urgestein Mondi Hilger - Rede und Antwort. Der TV-Experte (Premiere) und Ford-Repräsentant in Sachen Champions-League äußerte sich offen zu verschiedenen Themen, unter anderem zum FC Bayern, hatte aber auch zu den Sportarten der weiteren Gäste einiges zu erzählen. So war Effenberg auch im Thema Radsport drin ("Die Tour de France habe ich zu Jan Ullrichs Zeiten immer genau verfolgt") und wusste über Eishockey zu berichten: "Meine Eltern sind große Fans von Hamburg."

Diese 30 Nachwuchsfußballer(innen) haben das Training mit Stefan Effenberg bei der OVB-Verlosung gewonnen.

Ralph Denk zeigte sich in der von BR-Reporter Karlheinz Kas professionell und sehr interessant geführten Gesprächsrunde zuversichtlich, dass es mit dem Radsport trotz der Negativmeldungen in den letzten Wochen und Monaten wieder aufwärts gehe: "Der Radsport ist in Deutschland ein Mythos und ist wieder auf einem guten Weg." Vor allem in der Nachwuchsarbeit könne man viel Begeisterung schaffen. Seine Zuversicht begründet Denk auch mit den Maßnahmen der Radsportverbände: "Da ist ein Kontrollsystem aufgebaut worden, das seinesgleichen sucht - von der Häufigkeit, Dichte und Genauigkeit." Man müsse jedoch wieder Gallionsfiguren haben, so Denk: "Wir brauchen das Investment der Firmen und gute Arbeit im Nachwuchsbereich, dann ist es auch wieder möglich, dass wir deutsche Spitzenfahrer haben."

Auf die Zukunft setzt auch Ernst Höfner, Nachwuchs-Bundestrainer im Deutschen Eishockey-Bund: "Wir haben 2008 Beschlüsse gefasst, die für die Zukunft hilfreich sind. Allerdings dauert es natürlich nun einige Jahre, bis diese Maßnahmen greifen und wir wieder auf dem gleichen Niveau mit Ländern wie der Schweiz sind." Deutschland sei kein Eishockey-, sondern ein Fußballland, bekannte Höfner und erklärte, dass lediglich ein Drittel der DEL-Vereine Nachwuchsarbeit auf höchstem Niveau betreiben würde. Der Co-Trainer der deutschen A-Nationalmannschaft musste auch das klägliche Abschneiden bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz erklären: "Wir sind nach guten Vorbereitungsspielen mit hohen Erwartungen in dieses Turnier gegangen, haben mit der Mannschaft über höhere Ziele gesprochen - das war ein Fehler." Die Mannschaft sei dann zu euphorisch gewesen, meinte Höfner, hinzu kam die Schwäche im Torabschluss: "Normal reichen 30 bis 40 Schüsse für drei bis vier Tore im Spiel. Wir haben 30- bis 40-mal geschossen und sind ohne Tor geblieben."

Immer noch "per du" mit der Kugel: Stefan Effenberg.

Das Aus der Starbulls Rosenheim im Play-off-Halbfinale der Eishockey-Oberliga erklärte Mondi Hilger: "Die Saison war zu lang und am Ende war der Drive aus der Mannschaft raus und man hat dem nicht genug entgegen gewirkt. Kaufbeuren war am Saisonbeginn schwach und ist zum Ende immer stärker geworden. Wir sind erst nach zwei verlorenen Play-off-Spielen aufgewacht, das war dann zu spät." Hilger selbst konnte ja aufgrund einer Schulterverletzung in den entscheidenden Spielen nicht mitwirken: "Schade, weil ich mit meiner Sturmreihe immer besser zusammengespielt habe", meinte er. Hilger gibt seine große sportliche Erfahrung auch dem Nachwuchs als Trainer im alpinen Skibereich mit. Stefan Effenberg hörte gebannt zu, als Hilger von seiner Nachwuchsarbeit erzählte und ihm da auch das anstrengende Wochenende mit der Arbeit im eigenen Betrieb, dem Eishockey und der Trainerarbeit nichts ausmache: "Es ist sicherlich manchmal anstrengend, aber es macht mir auch Riesenspaß und man bekommt von den Kindern viel zurück."

Insgeheim hatten die beiden Rosenheimer Eishockey-Idole Höfner und Hilger mit Stefan Effenberg selbst einen neuen Eishockey-Fan gewonnen. Momentan habe er mit Eishockey noch nicht so viel zu tun, bekannte Effenberg, er würde aber sicherlich ein großes Turnier in Deutschland interessiert verfolgen. Prominente Unterstützung dürfte dem DEB-Team bei der Heim-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr also sicher sein.

Quelle: rosenheim24.de

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