Treffen mit Bayerischen Fußballverband

FC Illiria: Schlussstrich unter die Vergangenheit

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Ein Foto vom Treffen des Vereinsvorstands mit Vertretern des Fußballverbands. Zum Vergrößern HIER klicken

Rosenheim - Neuanfang für den FC Iliria: Nach den Skandalen in 2012 und 2014, will der albanische Fußballclub endlich mit den negativen Schlagzeilen abschließen.

Zur Vorgeschichte

Der 3. Oktober 2012 sollte einem Rosenheimer Schiedsrichter für immer negativ im Gedächtnis bleiben. Eigentlich sollte er nur das Fußball-Derby der A-Klasse zwischen dem FC Iliria und dem ESV Rosenheim pfeifen. Doch es blieb nicht bei einer friedlichen Partie:

Das Spiel gewann mit der Zeit an Aggressivität, außerdem mussten zwei Gelb-Rote Karten gegen den FC Iliria ausgesprochen werden. Als der Schiedsrichter in der vierminütigen Nachspielzeit einen durch ein Foul ausgelösten Freistoß für den ESV entschied, fiel der Ausgleich für den Rosenheimer ESV.

Daraufhin kochte die Stimmung bei dem albanischen Team über: Einige Spieler stürmten auf den Schiedsrichter zu, umringten und stießen ihn. Er wurde von einem bereits ausgewechselten Spieler mehrfach bis zur Bewusstlosigkeit ins Gesicht geschlagen. Der Trainer des ESV, der zur Hilfe geeilt war, wurde durch einen Bauchtritt verletzt. Die Polizei konnte die Situation deeskalieren; der Trainer und auch Schiedsrichter, der schwere Verletzungen an Augen und Zähnen hatte, kamen ins Krankenhaus.

Fünf Tage später entschuldigte sich der FC Iliria offiziell beim Fußball-Verband (BFV) und schloss die beiden Spieler, die für die Verletzungen verantwortlich waren, augenblicklich aus dem Verein aus. Allerdings stellten sie eine mildernde Sichtweise dar, in der keine Verletzungen des Schiedsrichters zu erkennen gewesen seien. Zusätzlich befürchteten sie einen Ausschluss des Vereins aus dem Spielbetrieb.

Etwa eineinhalb Jahre später, am 8. April 2014, wurde der Prozess über die Prügelattacken am Amtsgericht Rosenheim aufgenommen. In zwei Prozesstagen wurde über die Strafe der drei wegen schwerer Körperverletzung kosovarischen Angeklagten beraten.

Da der Schiedsrichter unter anderem einen Kieferbruch und ein zerfetztes Trommelfell davontrug, wurde mit bleibenden Schäden vor allem in der Sehfähigkeit gerechnet. Diese wurde von einer Augenspezialistin jedoch auf eine psychischen Seestörung aufgrund eines seelischen Traumas zurückgeführt, die nur mit einer therapeutischen Behandlung zu beheben sei.

Nach mehreren Zeugenaussagen, unter anderem denen des Schiedsrichters und ESV-Trainers, wurde die Schuld des 25-jährigen Angeklagten B. in einem gesonderten Verfahren untersucht. Er hatte bereits im Voraus den Angriff auf den Rosenheimer Trainer zugegeben, sich persönlich entschuldigt und wurde zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren auf Bewährung und einem Schmerzensgeld von 2000 Euro verurteilt.

Weiterhin wurde die Abwesenheit des Angeklagten K.'s während der Prügelattacke sowohl die Schuld des 37-jährigen Spielers M. an den Verletzungen des Trainers festgestellt, der dies jedoch abstritt; er habe den Schiedsrichter lediglich „im Gesicht geschubst“. Wie von der Polizei nicht offiziell bestätigt, war dieser wahrscheinlich im März 2010 jedoch schon einmal bei einem brutalen Angriff auf Polizisten beteiligt.

Am nächsten Tag wurde schließlich das Urteil über die Angeklagten K. und M. gefällt: Der als unbeteiligt bezeichnete Kosovare K. wurde frei gesprochen, wohingegen der Spieler, der den Schiedsrichter verletzt hatte, auf eine Gefängnisstrafe von 14 Monaten ohne Bewährung sowie ein Schmerzensgeld von 15.000 Euro verurteilt wurde. Der Verein erhielt eine Geldstrafe von 500 Euro.

Ein halbes Jahr später wurde der Prozess erneut aufgerollt. Dabei wurde M. nun zu 19 Monaten auf Bewährung und 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verpflichtete.

Im Oktober 2014 soll es erneut einen Zwischenfall bei einem Spiel des FC Iliria gegeben haben, bei dem die Polizei aufgrund der Furcht vor einer erneuten Eskalation anrücken musste. Es soll fliegende Medizinkoffer und zerstörte Kabinentüren gegeben haben.

Neuanfang versprochen

Nach diesen ganzen negativen Schlagzeilen will der FC Iliria nun einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen. Aus diesem Grund organisierte BFV-Konfliktmanager Gzim Shala am 10. Januar zusammen mit der neuen Vorstandschaft des FC im Gasthof Höhensteiger in Westerndorf ein Treffen zwischen BFV-Funktionären und dem FC Iliria.

An diesem Treffen nahmen neben den Verantwortlichen des FC Iliria auch Bernd Schulz (Kreisspielleiter und Kreisvorsitzender), Stephan Bierschneider (Vorsitzender Kreissportgericht), Josef Kurzmeier (Kreisschiedsrichterobmann), Johann Rappolder (Schiedsrichter der Spielgruppe Chiem), Reinhold Baier (Vizepräsident des Bayerischen Fußballverbandes), Michael Baumann (Gruppenspielleiter Chiem) und Gzim Shala (Konfliktmanager des Bayerischen Fußballverbandes) teil. Letzterer entschied sich für ein gemeinsames Treffen, um die Probleme der Vergangenheit offen anzusprechen und künftige Vorfälle zu vermeiden.

Der 1. Vorsitzende Avdiu Arben gab den Teilnehmern seine Zusage, dass man künftig einen "anderen" FC Iliria sehen werde, der nur durch sportliche Leistungen auf sich aufmerksam machen werd e und bei dem Zwischenfälle wie in der Vergangenheit ausgeschlossen seien.

Mit einer völlig neuen Vorstandschaft und ohne einen einzigen der damals beschuldigten Spieler will der FC Iliria jetzt beweisen, dass es sich nun wieder um einen fairen, den sportlichen Zielen verpflichteten Fußballverein handelt.

„Die Vergangenheit können wir nicht ändern, aber die Zukunft neu gestalten. Die neue Vorstandschaft wird alle Maßnahmen ergreifen und künftig alles dafür tun, dass alle Vereine im BFV den FC Iliria wieder in positivem Licht sehen", erklärte Avdiu Arben gegenüber dem OVB.

Konfliktmanager Shala beschloss, dass es in Zukunft regelmäßige Treffen zwischen dem Vereinsvorstand, Schiri-Obmann Kurzmeier und Gruppenspielleiter Baumann geben wird.

lc/rored24 / Pressemeldung FC Iliria

Quelle: rosenheim24.de

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