Europameister mit einem neuen Rekord

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Simon Herrmann (rechts) kurz nach seinem Weltrekord zusammen mit Marius Schimanki.

Szczecinek/Kiefersfelden - Wasserskier Simon Herrmann fuhr an der Anlage in Polen nicht nur als Europameister durch das Ziel, sondern stellte zudem einen neuen Weltrekord auf!

Mit einem Paukenschlag seines gleichen beendete Simon Herrmann vom WSC Kiefersfelden-Rosenheim die Europameisterschaft im polnischen Szczecinek. Der 28-jährige Wahl-Kiefersfeldener besiegte den amtierenden Weltmeister Nadav Ativ aus Israel und stellte mit 4 Bojen an der 9,50 Meter kurzen Leine einen sensationellen neuen Weltrekord auf. Marius Schimanski, der erst 19-jährige Raublinger verpasste nur hauchdünn eine Medaille und wurde zweimal Vierter.

Die Vorläufe in den drei klassischen Wasserski Disziplinen der diesjährigen Europameisterschaft an der Seilbahn in Polen waren von widrigen Wetter und Windverhältnissen beherrscht. Im ersten Vorlauf der Disziplin Slalom waren die Bedingungen durch Wind und Wellen so schlecht, dass es fast ein kleines Lotteriespiel war, sich einen der begehrten Finalplätze am Samstag zu sichern. Marius Schimanski startete in Startgruppe 2 und zeigte wieder einmal, dass er sich auf alle Bedingungen gut einstellen kann und gewann diese Gruppe mit 4 Bojen am 18,25 Meter langen Seil. Niemand schaffte es bei Bedingungen, die höchstens Surfer, Kiter und Segler erfreut die maximale Geschwindigkeit von 58 km/h zu durchlaufen. Simon Hermann gewann durch kluges taktischen Fahren den Vorlauf mit einer Boje Vorsprung vor Schimanski.

Im Slalom der Damen fehlte die amtierende Weltmeisterin Jana Wittenbrock verletzt. Sie trat die Reise nach Polen auf Grund Schulterproblemen erst gar nicht an. Dem Deutschen Nationalteam fehlten dadurch wertvolle Punkte in der Teamwertung und das Team der Deutschen Nationalmannschaft konnte erstmals seit vielen Jahren keine Team Medaille mit nach Hause nehmen. Deutschland musste sich mit Platz 4 begnügen.

Im Vorlauf des Trickski zeigte Schimanski zwei gute aber dennoch nicht perfekte Läufe. Zwei Tricks kamen aus unterschiedlichen Gründen nicht in die Wertung und ein Trick war leider ganz knapp außerhalb der vorgeschriebenen 20 Sekunden. Somit verpasste der Nachwuchsfahrer vom Hödenauer See nur ganz knapp das Finale um einen Platz legte aber einen guten Grundstein für die Kombinationswertung.

Im Springen lief es für den Raublinger leider nicht so gut. Er musste in der Woche noch einen schweren Trainingssturz verkraften. Marius konnte seine technischen Fähigkeiten leider nicht ausspielen und landete mit einer Weite von 44,10 Metern auf Platz 11, was ihm wohl auch die begehrte Medaille in der Kombinationswertung kostete. Marius wurde Vierter mit einem minimalen Rückstand auf den Slovaken Alexander Vasko und die beiden Weißrussen Papakul und Labkovich.

Volle Konzentration auf das Slalomfinale

Somit war klar, dass beide Kiefersfeldener sich voll und ganz auf das Slalomfinale am Samstag konzentrieren wollten. Für Schimanski ging es darum seine Leistung vom World Cup Finale am Hödenauer See zu bestätigen. Hermann wollte von Anfang nur eins: Die Goldmedaille. Der amtierende Weltrekordhalter musste zusammen mit seinen Kontrahenten früh aufstehen. Das Schiedsgericht hatte auf Grund der katastrophalen Wettervorhersagen den Start auf 6.30 Uhr verlegt. Schimanski und Hermann stiegen beide bei der 14 Meter Leine ein und hatten keinerlei Probleme. Schnell kristallisierte sich eine Spitzengruppe heraus und an der 11 Meter Leine waren nur noch vier Starter dabei. Marius Schimanski schraubte seine persönliche Bestleistung auf 1,5 Bojen am 10,75 Meter kurzen Seil und verpasste nur um Haaresbreite seine erste Medaille bei Europameisterschaften der Herren. Der Weißrusse Papakul fuhr nur eine halbe Boje mehr und konnte dem Kiefersfeldener die erhoffte Medaille noch entreißen. Der absolute Höhepunkt dieser Europameisterschaft war der Kampf um die Goldmedaille.

Keine Nerven gezeigt

Simon Hermann aus Kiefersfelden, der amtierende Weltrekordhalter gegen den Israeli Nadav Ativ, dem amtierenden Weltmeister. Beide fuhren sowohl die 10,75 Meter als auch die 10,25 Meter kurze Leine durch und qualifizierten sich für die 9, 75 Meter Leine. Nadav musste vorlegen und legte satte 5 Bojen vor. Die Zuschauer waren außer Rand und Band. Hermann der 2013 schon den World Cup der Herren für sich am Hödenauer See entschied zeigte keine Nerven und schaffte das fast Unmögliche. Er durchfuhr begleitend vom Jubel seiner Anhänger auch diese Leine und stand somit als neuer Europameister 2013 fest.

Simon der seit Jahren mit dem von der Firma Wetsports in Kiefersfelden entwickeltem Ski „Go6“ fährt hatte nun noch die Chance seinen eigenen Weltrekord aus dem Jahre 2011 mit einer Boje an der 9,50 Meter Leine zu verbessern. Er hatte enormes Selbstvertrauen und fuhr die erste Boje nahezu perfekt. Ihm gelangen tatsächlich weitere 3 Bojen und konnte mit 4 Bojen einen für unfahrbar gehaltenen Weltrekord erreichen.

Der Wasserskiclub Kiefersfelden Rosenheim kann somit einen neuen Titel und einen neuen Weltrekord zu seiner Sammlung addieren.

Pressemittelung Bonnfinanz

Quelle: rosenheim24.de

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