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WM-Gold und EM-Silber

„Trainiert, um Weltmeister zu werden“: Wie ein Segler (16) aus Prien sein großes Ziel erreichte

Glücklich über den Sieg: Xaver Schwarz und sein Partner Severin Gericke sind U17-Weltmeister der 420er-Klasse.
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Glücklich über den Sieg: Xaver Schwarz und sein Partner Severin Gericke sind U17-Weltmeister der 420er-Klasse.

Für Xaver Schwarz aus Prien hätte der Segel-Sommer kaum besser laufen können. Mit Silber bei der EM und Gold bei der WM hat er ein großes Ziel erreicht. Ein Faktor war dafür ganz entscheidend.

Prien – Silber bei der Europameisterschaft und Gold bei der Weltmeisterschaft – für Xaver Schwarz hätte der Segelsommer kaum besser laufen können. Der 16-Jährige vom Bayerischen Yacht-Club hat mit seinem Steuermann Severin Gericke aus Bad Wiessee einmal mehr gezeigt, wie viel Potenzial in ihm steckt. Nach Silber bei der U17-EM in Vilamoura in Portugal und bei der Kieler Woche hat das Duo sein Ergebnis bei der WM am Balaton in Ungarn noch einmal getoppt und sich Gold und somit den Weltmeistertitel ihrer Altersklasse bei den 420ern gesichert. Der Sieg stand dabei bereits nach der vorletzten von insgesamt acht Wettfahrten fest. Am Plattensee segelten Gericke und Schwarz nach drei Siegen, drei zweiten Plätzen und einem dritten Rang sogar mit 17 Zählern Vorsprung auf die Vizeweltmeister aus Spanien zu Gold. Sie setzten sich dabei insgesamt gegen 71 Boote aus 15 Nationen durch.

Wie hat sich dieser Sieg für Sie angefühlt?

Xaver Schwarz: Genial. Als wir durch das Ziel gefahren sind und unser Trainer Ilya Wolf schon gefeiert hat, haben wir es noch gar nicht richtig realisiert, weil wir kurz zuvor noch um jeden Punkt gekämpft haben. Dann war uns aber klar, dass es wir es geschafft haben, das war ein erleichterndes Gefühl. Es ist ein sehr cooles Gefühl, dass sich die ganze Arbeit und alles, was man geopfert hat, dass sich das alles gelohnt hat.

War der Titel das Ziel vor der WM?

Schwarz: Natürlich wollten wir den Titel holen. Wir waren vorher bei der Europameisterschaft und wurden Vize-Europameister, deshalb waren wir nicht mehr so angespannt und hatten nicht den Druck, dass wir liefern müssen. Wir dachten uns, wenn wir geil segeln, kriegen wir eine Medaille. Nach dem ersten Tag wussten wir dann, dass wir es schaffen können und dann waren wir super entspannt. Wir haben das ganze Jahr trainiert, um Weltmeister zu werden, aber als wir dann richtig drin waren, haben wir versucht uns zu entspannen und nicht nervös zu werden.

„Der entscheidende Faktor war, dass...“

Sie und Ihr Partner waren letztes Jahr bereits bei der WM dabei. Was war der entscheidende Faktor, dass es dieses Mal mit dem Titel geklappt hat?

Schwarz: Ich glaube, der entscheidende Faktor war, dass mein Steuermann und ich einfach super entspannt waren. Wir hatten keinen Stress und keinen Druck mehr und dachten uns einfach, dass wir jetzt unser Bestes geben und schauen, was dabei rauskommt. Natürlich hat die Erfahrung vom letzten Jahr aber auch eine große Rolle gespielt.

Gab es während des Wettkampfes trotzdem auch Schwierigkeiten?

Schwarz: Teamintern nicht. Severin und ich verstehen uns sehr gut. Wir kennen uns, seit wir Opti segeln. Wir haben auch damals schon viel zusammen trainiert und da war schon klar, dass wir gemeinsam 420er segeln. Ich glaube, was bei uns als Team so gut ist, ist, dass wir uns perfekt ergänzen: Ich bin kommunikativer und Severin ist eher ein ruhiger Typ. So verstehen wir quasi auch die Probleme des Anderen. Das einzige, was ein bisschen schwieriger war, war das ganze Revier kennenzulernen. Die Welle auf dem Plattensee war anders, aber das haben wir ganz gut hinbekommen.

Wie schwierig ist es, sich an die Gewässer anzupassen?

Schwarz: Beim Gardasee, wo wir normalerweise trainieren, gibt es eher längere Wellen. In Ungarn waren es kurze und hohe Wellen. Da muss man die Technik umstellen und das Boothandling anpassen. Man muss die Begebenheiten an Land mit Bäumen und Bergen feststellen und wie sich der Wind verändern könnte. Da hatten wir auch gute Unterstützung von unserem Trainer.

Also ist der Wettkampf auch sehr taktisch geprägt?

Schwarz: Sehr sogar, ja. Es ist ideal, wenn man vom Körper her in der Lage ist, alles perfekt auszuführen, aber es ist natürlich auch sehr wichtig, diese ganzen taktischen Anweisungen zu machen. Dann kommt es darauf an, wer die Manöver am besten ausführt und wer als Team am besten funktioniert.

Training auf dem Gardasee

Das muss man natürlich trainieren. Wie sieht Ihr Training aus?

Schwarz: Wir machen meistens Trainingsblöcke, weil es natürlich sehr aufwendig ist, das ganze Boot zu transportieren. Das heißt, wir machen manchmal vier Wochen, in denen wir nur ins Fitnessstudio gehen, um die Muskeln aufzubauen und fit zu bleiben. Meistens ist es so, dass wir uns alle vier Wochen oder halt in den Schulferien treffen, am Gardasee trainieren und dort alle Manöver machen und versuchen, alles zu perfektionieren. Wir machen also immer Trainingsblöcke, auch mit unserer Gruppe vom Bayerischen Yacht-Club. Das ist auch sehr wichtig, dass man einen Partner hat, mit dem man sich vergleichen kann.

Zum Training gehört natürlich immer auch ein Trainer. Wie wichtig ist Ihr Trainer für Sie?

Schwarz: Für mich und uns als Team ist unser Trainer sehr wichtig. Er kennt uns persönlich und ist nicht nur unser Trainer, sondern wie ein Teil der Familie. Er kennt uns mental, er kennt unsere Stärken und Schwächen und er kann uns aufbauen.

Sie sind auch im Deutschen Bundeskader. Wie kann man sich das vorstellen?

Schwarz:Bei den 420ern gibt es noch nicht so viel Unterstützung vom Bundeskader. Das heißt, man unterstützt uns nicht mit Training, sondern eher mit Medizin. Auch mit Material, mit Trainern und Ernährungsberatung. Alles das, was der Trainer nicht macht, übernimmt der DSV, das ist auch ein großer Teil für uns.

Haben Sie Pläne für die Zukunft?

Schwarz:Ich bin jetzt in der elften Klasse. Wir machen dieses Jahr noch sicher 420er, danach müssen wir uns mit dem DSV besprechen, ob wir vielleicht in 49er umsteigen und Richtung Olympia gehen, oder welche Bootsklassen für uns Sinn machen. Es kommt ja auch auf die Größe und das Gewicht an und wie es mit dem Wachstum ausschaut. Ein großes Ziel für mich wäre, 2028 an den Olympischen Spielen teilzunehmen oder in die Sail GP zu gehen. Das ist sowas wie die Formel 1 im Segeln. Mein persönlicher Traum wäre aber zu Olympia zu fahren und eine Medaille zu holen.

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