Tuntenhausener Weber bei Rad-WM

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Team Heizomat

Tuntenhausen - Johannes Weber tritt bei der Rad-Weltmeisterschaft in die Pedale. Dabei war das Radfahren für Weber vor drei Jahren nicht mehr als ein Hobby.

Für Johannes Weber steht am Freitag der absolute Karriere-Höhepunkt an. Dann geht der gebürtige Tuntenhausener nämlich bei der Radweltmeisterschaft in Florenz an den Start. Dabei war das Radfahren für Weber vor drei Jahren nicht mehr als ein Hobby.

Die Radsport-Karriere von Johannes Weber ist wie aus dem Bilderbuch: Vor drei Jahren fing er beim RSV Götting-Bruckmühl erst richtig mit Wettkampf-Rennen an. Mit starken Saisonleistungen machte er das Team Auto Eder Bayern auf sich aufmerksam. Als letzter Fahrer wurde er letztes Jahr für das bayerische Elite-Team nominiert. Ein Grund für diese Nominierung: Die Mannschaft von Teammanager Ralph Denk wollte damals noch einen einheimischen Fahrer in den Reihen haben. Doch Weber versteckte sich nicht hinter der bereits etablierten internen Konkurrenz, trainierte hart, gewann Rennen und entwickelte sich zum Leistungsträger im Junioren-Team aus Raubling.

Darum war es auch nicht weiter verwunderlich, dass nach seiner letzten Nachwuchs-Saison auch namenhafte U23-Mannschaften ihn unter Vertrag haben wollten. Der gebürtige Tuntenhausener entschied sich in seiner ersten Herren-Saison für das Team Mappei-Heizomat an den Start zu gehen. Auch hier war er trotz seines jungen Alters wieder von Anfang an bei den Leistungsträgern dabei. Der verdiente Lohn war die Nominierung für die Weltmeisterschaft in Florenz. „Ich bin schon einfach immer Rad gefahren. Ich denke mir wenig dabei, mache mein Ding und mache mir keinen Druck. Viele Fahrer, die sich selbst Druck machen, verkrampfen dann beim Rennen. Ich hingegen fahre einfach drauf los. Das dürfte ein Grund für meinen aktuellen Erfolg sein, glaube ich“, erzählt Weber.

An den Augenblick, als er von seiner WM-Nominierung erfuhr, erinnert sich der 19-Jährige noch ganz genau: „Ich habe eine Email bekommen, dass der Stammkader für Florenz steht – und ich war dabei. Im ersten Moment war ich völlig perplex und überrascht, weil ich damit nicht gerechnet habe. Immerhin bin ich ja erst im ersten Senioren-Jahr.“ Ausschlaggebend für die Nominierung dürften seine Leistungen bei Eschborn-Frankfurt, der Deutschen Elite Meisterschaft in Wangen (11. Platz nach 225 km), der Bayern Rundfahrt (10. Platz auf der 1. Etappe), sowie seine offensive Fahrweise bei der Deutschen U23-Meisterschaft in Ilsfeld (mit Rang 12 weit unter Wert geschlagen) sein. Seinen ersten BDR-Einsatz fuhr er bei der Tour de Alsace im Juli. Es folgte die Rundfahrt "Okolo Jiznich Cech" in Tschechien, wo Weber einen sehr guten Eindruck hinterlassen hat und den Gesamtzweiten (Theo Reinhart vom BDR-Team) stark unterstützen konnte.

Für den Wettkampf in Florenz hat er sich bereits ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. „Ich will einen Platz unter den ersten 25, aber vor allem auch nicht stürzen. Natürlich muss man erst abwarten, wie die Tagesform ist. Außerdem will ich unseren Spitzenfahrer Silvio Herklotz so gut wie möglich unterstützen“, offenbart Weber. Groß vorbereiten könne er sich auf dieses Renne nicht. Die Grundlage hierfür habe man bereits unter der Saison geschaffen oder nicht. „Ich werde noch intensive Akzente wie Sprints setzen, um nach der langen Saison meine Spritzigkeit zu wahren. Mehr geht aber nicht.“ Nach Florenz werden ihn seine beiden älteren Brüder Christoph und Anian begleiten. Auch zwei Freunde aus der Schulzeit werden an der Strecke mitfiebern. „Ich habe in den letzten Jahren wegen meinem Sport nicht viel Zeit für meinen Freundeskreis gehabt. Wenn dann zwei von ihnen mitkommen um mich anzufeuern, dann beweist mir das, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat und nicht umsonst war.“ Gleichzeitig versichert der WM-Teilnehmer aber, dass nach diesem Rennen erst einmal für drei Wochen Schluss mit Radsport sei – dafür rücken dann die Freunde wieder in den Vordergrund.

bok

Quelle: rosenheim24.de

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