Überraschender Rücktritt Ende April

Das sagt Markus Eicher zu seinem Rücktritt

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Unser freier Mitarbeiter Siegi Huber hat mit Markus Eicher ein exklusives Interview zu dessen Entscheidung führen können:

Inzell - Ende April trat überraschend der Cheftrainer der deutschen Eisschnellläufer Markus Eicher zurück. Was Markus Eicher zu seiner Entscheidung sagt. Ein Interview:

Ein wenig überraschend ist die Nachricht vom Rücktritt des Cheftrainers der deutschen Eisschnellläufer, Markus Eicher Ende April doch gekommen. Der 61-Jährige war seit 1996 im Verband tätig. Der Inzeller gilt aber auch als derjenige, der Anni Friesinger-Postma zur Weltklasseläuferin formte. Als Grund für seinen Rücktritt hat er gesundheitliche Gründe angegeben.

Unser freier Mitarbeiter Siegi Huber hat mit Markus Eicher ein exklusives Interview zu dessen Entscheidung führen können:

SH: Markus Eicher, wie fällt der Rückblick auf die Arbeit als Bundestrainer aus? 

ME: Ich habe zunächst mit der Inzeller Gruppe angefangen. Das ist auch die Zeit mit den vielen Erfolgen von Anni Friesinger bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften gewesen. 2006 habe ich dann den kompletten deutschen Damenkader übernommen und 2010 bin ich Cheftrainer für die Frauen und Männer geworden. Das ist dann eine sehr intensive Aufgabe und teilweise auch grenzwertig geworden, weil ich wirklich für alles zuständig gewesen bin. Deswegen ist auch die Zeit reif gewesen, diesen Schritt zu machen.

SH: In ihrer Amtszeit hat es im Eisschnelllauf positive und negative Entwicklungen gegeben. Zunächst die große Zeit bei den Damen bis zum Rücktritt von Anni Friesinger-Postma. Aber auch eine zuletzt gute Entwicklung bei den Herren. Wie sehen sie das?

ME: Jede Sportart wird immer an Medaillen abgerechnet. Es ist von 2000 bis 2006 eine extrem erfolgreiche Zeit mit Anni, Gunda Nieman-Stirnemann und Claudia Pechstein gewesen. Das waren alles Ausnahmeläuferinnen wie es sie nur alle Jubeljahre gibt. Die Männer sind immer im Schatten der Damen gewesen. Die vergangenen Jahre ist aber in diesem Bereich gute Arbeit geleistet worden. Patrick Beckert und Moritz Geisreiter im Ausdauer- und Nico Ihle und Samuel Schwarz im Ausdauerbereich. So gut sind wir bei den Männern noch nie gewesen.

SH: Die Olympischen Spiele 2014 haben eine Zäsur gebracht. Mit Robert Bartko ist ein neuer Sportdirektor gekommen. Es ist behauptet worden, da hätte zwischen Ihnen und Bartko die Chemie nicht gepasst. Ist das so richtig?

ME: Da muss ich etwas ausholen. Nach Olympischen Spielen gibt es immer eine Neuausrichtung. Nachdem wir in Sotschi keine Medaillen geholt haben, hat es viele Probleme im Verband und auch mit dem Geld gegeben. Man hat nicht nur einen neuen Sportdirektor geholt, sondern auch alle Trainerstellen neu ausgeschrieben, auch meine als Cheftrainer. Das passiert alle vier Jahre. Ich habe gesagt, dass ich mich nicht mehr bewerbe, aber bereit bin, weiterzumachen bis jemand gefunden wird. Ich bin seit 2013 an Krebs erkrankt und wollte deshalb kürzer treten. Im Dezember habe ich ein Gespräch mit Robert Bartko geführt. Er hat gesagt, dass er mit mir weitermachen und auf alle Fälle die Saison beenden will. Ich habe aber schon im Winter gemerkt, dass eine Neuausrichtung notwendig ist. Mit meiner Krebserkrankung habe ich gewusst, dass ich dafür nicht der richtige Mann bin. Das habe ich dann mit Bartko und DESG-Präsident Heinze so abgesprochen. Über diese Entscheidung bin ich jetzt ganz froh. Vom Sport will ich aber nicht ganz wegkommen, darum will ich in Inzell helfen.

SH: Wie schaut die Arbeit in Inzell konkret aus? 

ME: Ich will mich als Stützpunkttrainer wieder auf meine Arbeit vor Ort konzentrieren. Daran hängt mein Herz und wir haben mit der Max Aicher Arena eine tolle Sportstätte. In den vergangenen Jahren ist da vieles zu kurz gekommen. Ich will den jungen Trainern meine Erfahrungen weitergeben. Aber ich will auch die Rahmenbedingungen verbessern. Zum Beispiel mit den Schulen und Behörden sowie die Zusammenarbeit mit dem CJD in Berchtesgaden optimieren. Ich will alle für das Eisschnelllaufen begeistern, denn wir haben hier in Inzell viele Reserven. Dazu gehört auch die Suche nach Sponsoren. Ich hoffe wir können hier wieder an alte Zeiten wie bei Anni Friesinger anknüpfen.

SH: Danke für das Gespräch und alles Gute.

Quelle: rosenheim24.de

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