Von Aschau nach Lillehammer

Riesenchance für Nachwuchs-Biathletin Julia Kink (16)

Biathletin Julia Kink
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Julia Kink wird für mindestens ein Jahr nach Lillehammer übersiedeln.

Aschau/Lillehammer - Es ist eine außergewöhnliche Chance für die junge Biathletin Julia Kink vom WSV Aschau. Die 16-jährige wird ab sofort eine Sportschule im norwegischen Lillehammer besuchen und kann neben dem Unterricht mit den besten Nachwuchsbiathleten Norwegens trainieren.

Bereits am Sonntag, den 2. August, brach Julia Kink vom WSV Aschau nach Lillehammer auf. Zustande gekommen ist alles durch ein privates Trainingslager im vergangenen November auf der Anlage in Sjusjøen in der Nähe des ehemaligen Olympiaortes. „Wir haben über diese Möglichkeit vom heimischen dort Skiclub erfahren“, so ihr Vater Stefan Kink mit dem sie unterwegs gewesen ist. Nach kurzer Rücksprache mit ihrer Mutter ist es für Julia Kink sehr schnell gegangen. „Ich habe einen der begehrten Plätze bekommen und das als einzige Ausländerin“, so das Talent vom WSV Aschau. Insgesamt sind in dem Bereich Biathlon jeweils zehn Mädels und Jungs zugelassen. Dabei ist sie in guter Gesellschaft, schließlich haben die Weltklasse-Biathleten Tiril Eckhoff und Tarjei Bö die Schule besucht.


Trainieren wird die 16-jährige überwiegend in Lillehammer, wohnen wird sie zusammen mit einer anderen Sportlerin im ehemaligen olympischen Dorf. „Wir sind da ziemlich selbstständig, das heißt wir versorgen uns selbstständig und sind auch für die Sauberkeit in unserer Unterkunft verantwortlich“, so Kink die seit März norwegisch büffelt. In Lillehammer wird sie eine Sprachschule besuchen. Zunächst will Julia Kink ein Jahr mindestens in Norwegen bleiben, möglich sind insgesamt drei Jahre. „Ich freue mich drauf, werde aber meine Familie und Freunde natürlich sehr vermissen“, gibt sie zu. In den Ferien wird sie daher jede Gelegenheit nutzen, die Heimat zu besuchen. Dazu wird sie auch Wettkämpfe bestreiten, schließlich will sie sich für das Europäische Olympische Winter-Jugendfestival im kommenden Jahr in Finnland qualifizieren. Julia Kink hat durch den Besuch der Sportschule in Lillehammer große Erwartungen, vor allem will sie sportlich weiterkommen. Einen Testwettkampf vor Ort ist sie bereits im November mitgelaufen.

Trachtenverein oder Biathlon


Zum Sport ist sie durch ihre Eltern gekommen, ihr Vater Stefan war als Leistungssportler im Triathlon und Radfahren aktiv. Mit fünf Jahren hat sie beim WSV Aschau am Langlauftraining teilgenommen. Jahre später ist sie dann zum Biathlon gewechselt, hat aber immer wieder auch Wettkämpfe im Langlaufen bestritten. „Mit elf Jahren stand ich vor der Wahl, Trachtenverein oder Sport und da habe ich mich für Biathlon entschieden“, erinnert sie sich. Unterstützt wurde sie dabei die vergangenen Jahre vom Förderverein „Biathlon Rocks“ der junge Nachwuchstalente beim WSV Aschau unterstützt.

Fixiert war Julia Kink bereits immer auf den Leistungssport und so will die in Frasdorf lebende Sportlerin auf alle Fälle in ferner Zukunft im Weltcup starten und den großen Traum der Teilnahme an Olympia verwirklichen. Dass sie dazu auf einem guten Weg ist, zeigen ihre jüngsten Erfolge. Im Biathlon wurde sie in der AK16 deutsche Meisterin im Massenstart und in der Gesamtwertung kam sie auf den zweiten Platz. Dass sie es auch ohne Gewehr im Langlauf noch drauf hat, konnte sie im vergangenen Jahr mit dem Titel bei den Bayrischen Meisterschaften im klassischen Stil beweisen. Deswegen liegt beim Biathlon ihre Stärke beim Laufen, beim Schießen gibt es noch Luft nach Oben, gibt sie zu. Als ihre Stärken bezeichnet sie einen gesunden Egoismus den es im Sport braucht, ein gutes Selbstvertrauen und positives Denken. Neben dem Leistungssport bleibt nicht viel Zeit für Hobbys und wenn, dann geht es bei den legendären „Vater-Tochter-Wochenenden“ zum Kiten an den Gardasee oder zum Klettern mit dem Papa. Mittlerweile ist auch ihr jüngerer Bruder Paul (11) auf den Geschmack gekommen und hat mit dem Biathlon angefangen. „Da sieht er die große Schwester als Vorbild“, freut sich Julia Kink.

-SHu-

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