Das Wahnsinns-Finale: Alle Spiele noch entscheidend!

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Bild mit Symbolcharakter: Der SC Frasdorf (links Sepp Öttl) hat den Matchball, der TuS Raubling (rechts Thomas Rothstein) befindet sich in der Verfolgerrolle.

Landkreis - Das ist ein letzter Spieltag, den sich ein Spielleiter nur wünschen kann: In der Fußball-Kreisliga 1 geht es am morgigen Samstag ab 15 Uhr in allen sieben Partien noch rund, überall können Entscheidungen fallen. Es herrscht Hochspannung!

So natürlich im Kampf um den Meistertitel, den aktuell der SC Frasdorf (53 Punkte) vor Augen hat. Nur einen Zähler dahinter liegt der TuS Raubling auf der Lauer, mit drei Punkten Rückstand hat auch der FC Grünthal noch Chancen, kann aber nur über eine Saisonverlängerung, sprich ein Entscheidungsspiel Meister werden.

Die Grünthaler haben nur eine Chance wenn die beiden anderen Spitzenteams patzen und sie selbst bei ihrem Gastspiel beim TuS Großkarolinenfeld siegreich sind. Zur Winterpause hat die Mandl-Elf das Klassement noch angeführt, die Frühjahrsbilanz von vier Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen, zwei davon in den letzten beiden Spielen, war aber eindeutig zu wenig. Zum Vergleich: Frasdorf 5-3-1, Raubling 6-2-1.

Läuft alles normal, dann entscheidet sich der Meistertitel zwischen Frasdorf und Raubling: Der Tabellenführer aus Frasdorf muss beim Ortsnachbarn SV Riedering antreten und will ausgerechnet beim Lokalrivalen den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte vollenden. Zweimal schnupperten die Frasdorfer schon an die Bezirksliga ran, verpassten aber in der Relegation den Aufstieg. "Die Jungs wollen endlich nicht mehr in die Saisonverlängerung - das ist Motivation genug", sagt SCF-Trainer Sebastian Schlosser, der bei seinem Team bislang keine Nervosität feststellen konnte: "Die ist wohl eher bei Vorstandschaft und Trainer spürbar." Er verweist aber darauf, dass die Aufgabe in Riedering alles andere als leicht wird: "Das ist ein Derby und wird sicher eine ganz enge Sache. Ich bin aber mittlerweile sehr zuversichtlich." Schlosser hat alle Mann an Bord und vermeldet: "Die Jungs sind gut drauf." Das Hinspiel endete übrigens mit einem Riederinger 2:1-Sieg!

In der Verfolgerrolle befindet sich der TuS Raubling, der zur gleichen Zeit beim SV Aschau/Inn antreten muss. "Wir werden versuchen unser Spiel zu gewinnen - mehr können wir ansonsten nicht machen", sagt TuS-Coach Manfred Thaler. Auch er kann personell aus dem Vollen schöpfen und baut auf die positive Bilanz seiner Mannschaft im FRühjahr: "Wir haben eine vernünftige Rückrunde gespielt und wollen uns zumindest den zweiten Platz nicht mehr nehmen lassen." Für Thaler ist es ein Privileg, am letzten Spieltag um den Aufstieg mitzuspielen. "Das haben wir uns hart erarbeitet", so der Trainer. Die Raublinger bekommen übrigens einen starken Gegner vorgesetzt, geht man mal vom bisherigen Abschneiden im Frühjahr aus: Die Aschauer "Veilchen" haben in 2009 erst ein Spiel verloren und sich mit drei Siegen und fünf Unentschieden den vorzeitigen Klassenerhalt gesichert. Abzuwarten bleibt, wie konzentriert die Mannschaft von Trainer Andi Singer ins Spiel gehen wird, hat man doch am gestrigen Abend mit dem Auftritt des Zweitligisten TSV 1860 München gerade ein Highlight hinter sich gebracht.

Die restlichen vier Spiele betreffen den Abstiegskampf: Derzeit am rettenden Ufer befindet sich der SV Forsting (26 Punkte), auf dem Relegationsrang der TSV Babensham (25) und auf den beiden Abstiegsplätzen der TV Feldkirchen und der TSV Haag (jeweils 23). Mit einem Heimsieg können die Forstinger sich also aller Sorgen entledigen: Die Mannschaft um Spielertrainer Georg Huber empfängt den SV Westerndorf. Zuletzt haben die Forstinger mit dem überraschenden Sieg in Grünthal eine Serie von fünf sieglosen Spielen beendet. Westerndorf ist im Frühjahr in der Fremde noch ohne Sieg.

Die schwerste Aufgabe dürfte dem TSV Babensham bevorstehen: Die Gnatzy-Mannen empfangen nämlich mit dem TSV Rohrdorf die Mannschaft der Frühjahrsrunde: Die Rohrdorfer sind im Jahr 2009 die einzige ungeschlagene Mannschaft in der Kreisliga 1 und haben in neun Spielen sieben Siege eingefahren. Zur Winterpause stand Rohrdorf auf dem letzten Rang, mittlerweile hat sich das Team von Helmut Holderle und Georg Dick senior bis auf Rang sieben nach vorne gearbeitet - allergrößten Respekt vor dieser Leistung! Aber: Auch Babensham hat sich gemausert, mit 3-3-3 weist man im Frühjahr eine ausgeglichene Bilanz auf.

Die beiden Teams aus Feldkirchen und Haag müssen auf Niederlagen der Konkurrenz hoffen. Fest steht für beide Vereine aber, dass sie den Klassenerhalt nur über die Saisonverlängerung hinaus schaffen können - zunächst muss aber erst mal diese Chance erhalten werden. Die Grafschafter aus Haag sind beim ASV Au zu Gast und kommen nach zwei Niederlagen aus den letzten beiden Spielen nicht gerade mit breiter Brust - ein Vorteil könnte aber sein, dass die Gastgeber mit personellen Problemen zu kämpfen haben und derzeit nicht mehr vergleichbar mit dem ASV Au aus dem Herbst sind.

Seine allerletzte Chance hat der TV Feldkirchen am Samstag im Gastspiel bei Türkspor Waldkraiburg - von der Papierform her ist die Aufgabe beim Tabellenfünften alles andere als leicht, jedoch sind die Waldkraiburg personell ebenfalls stark angeschlagen, was sich zuletzt auch in den Ergebnissen niederschlug: Die letzten vier Spiele gingen allesamt verloren, seit fünf Begegnungen sind die Waldkraiburger ohne Torerfolg! Zudem gibt es Wechselgerüchte um Türkspor-Kapitän Birol Karatepe, der beim Bezirksoberliga-Aufsteiger TSV Ampfing auf der Wunschliste stehen soll. Feldkirchen muss die Negativbilanzen (schlechteste Auswärtsmannaschaft mit 1-1-10, schwächstes Frühjahrsteam mit 1-1-7) ausblenden und noch einmal angreifen, um nicht den Weg in die Kreisklasse antreten zu müssen.

tn

Quelle: rosenheim24.de

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