Waldkraiburgerin über ihre Begeisterung für den Sport

Sie wurde mit Ende 40 noch Triathletin und ist begeistert

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Susanna Czerny links beim Ironman in Chatanooga, Tennessee, rechts mit ihren gesammelten Triathlon-Trophäen.
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Waldkraiburg - Auch mit Ende 40 kann man noch Triathletin werden, das ist Susanna Czerny wichtig. Seit mehreren Jahren schon betreibt sie den Leistungssport und berichtet im Interview davon, wie das ist und wie sie dazu kam:

"Ich hatte seit Jahren keine Grippe mehr, höchstens mal ein bisschen Schnupfen oder so", berichtet Susanna Czerny begeistert. Die 55-Jährige ist seit 2010 begeisterte Triathletin. "Seitdem ich das aktiv betreibe, bin ich auch viel ausgeglichener." Die Sportart sei etwas für den ganzen Körper, alles werde abgedeckt. "Ich würde meine Begeisterung dafür gerne auch anderen näherbringen. Denn ich fürchte, das ist schon etwas abschreckend, wie viel Aufwand da hineinfließt." 

Früher war sie begeisterte Springreiterin. "Doch dann musste vor einigen Jahren mein Pferd eingeschläfert werden. Das war hart für mich, ich hatte einen Durchhänger." Ein Freund habe sie in dieser Phase auf die Idee mit dem Triathlon gebracht. "Zuerst habe ich mir gedacht: 'Das schaffe ich doch überhaupt nicht'", beschreibt sie ihre erste Reaktion, "Aber dann hat mich die Idee irgendwie nicht mehr losgelassen, dass das vielleicht doch ganz spannend sein könnte." Sie sei dann doch in einen neu gegründeten Waldkraiburger Verein eingetreten und habe mit dem Training begonnen. "Gleich im Jahr darauf bin ich dann in Waging am See bei einem Rennen gestartet und habe festgestellt, dass mir das unheimlich viel Spaß macht." 

Aufwändige Qualifikation für Ironman in den USA

Unterstützt wird sie von ihrem Mann Dieter Czerny. "Ich laufe schon seit fast 40 Jahren", berichtet dieser, "Schon vor meiner Bundeswehr-Zeit war ich sportlich sehr aktiv. Als ich dann in Traunstein als Zeitsoldat stationiert war, bin ich sportlich sehr aktiv gewesen." Daraufhin war er zunächst als Biathlet aktiv und trainiert dafür auch im Sommer. "Dafür habe ich mir dann auch mein erstes Rennrad gekauft." Später wechselte er dazu, im Sommer Laufen zu gehen und im Winter Langlauf zu betreiben. "Aber meine Frau war dafür damals nie zu begeistern", berichtet er lachend. 

Erst die erfolgreiche Teilnahme beim Rennen in St. Pölten brachte die Qualifikation für den Ironman in Chatanooga.

Inzwischen hat seine Frau an einer Reihe von Rennen teilgenommen. Teils mit beachtlichen Erfolgen. Ein Höhepunkt war für die beiden dann die Teilnahme bei der Weltmeisterschaft in Chatanooga 2017. "Da war von Anfang an klar: Das wird eine Herausforderung", berichtet Dieter Czerny, "Mal davon angefangen, dass das eine Klasse für sich ist und einen entsprechenden Trainingsaufwand mit sich bringt." Darüber hinaus bedeutete die Tatsache, dass das Ganze in den USA stattfindet einen nicht unerheblichen Organisationsaufwand. "Aber erstmal galt es, sich zu qualifizieren", erzählt Susanna Czerny, "Dazu war eine gute Platzierung beim Rennen in St. Pölten zuvor notwendig." Das gelang auch, dann kam die Stunde der Entscheidung. "Da muss man sich relativ rasch nach dem Ende des Rennens in St. Pölten eintragen. Wir haben uns dann nochmal kurz beraten, ob wir das wirklich durchziehen wollen, aber dann haben wir beschlossen, es zu machen." 

Sport stellt einiges an Ansprüchen

Der Sport stellt einiges an Ansprüchen an den Athleten. "Das ist auch eine Lebensumstellung." Neben den Trainingseinheiten ist auch die richtige Ernährung und viel Schlaf wichtig. Rauchen oder übermäßig Alkohol trinken sind auch nicht mehr drin. "Mir ist schon klar, dass das auf junge Leute erstmal abschreckend wirken muss", meint Czerny, "Denn im Endeffekt heißt das ja: Am Partyleben, wie es die meisten betreiben, teilzunehmen, ist dann nicht mehr möglich." Sowohl in der Jugendarbeit in Waldkraiburg als auch andernorts habe sich gezeigt: Vor allem die unter-18-Jährigen seien zu begeistern. "Die Frage ist dann: Bleiben die auch dabei?" Sonst gäbe es neben überzeugten Sportsmenschen in der Szene vor allem aber auch viele Quereinsteiger, die später im Leben zum Triathlon finden. "Man muss ja nicht mit 20 anfangen, mit 40 ist das auch noch locker möglich", ergänzt ihr Mann. "Es ist nie zu spät", zeigt sich Susanna Czerny optimistisch.

"Elf Monate im Jahr ist Training, das muss man schon bedenken", räumt Czerny ein.

"Die Kombination der verschiedenen Sportarten, das ist die Sache die mir so sehr daran gefällt", schwärmt sie, "Man kann bei jedem Wetter etwas tun. Wenn es mal beispielsweise regnet, geht man halt ins Hallenbad oder das Fitnessstudio." Natürlich müsse man aber dabei auf seinen Körper achten. "Auch mit regelmäßigem Training ist man vor Verletzungen nicht gefeit, das kann auch mal ein dummer Unfall sein", betont ihr Mann. "Zum Glück ist mir, bis auf einen Sturz einmal, noch nichts schlimmes passiert", berichtet sie wiederum.

"Elf Monate im Jahr ist Training, das muss man schon bedenken!"

"Elf Monate im Jahr ist Training, dass muss man schon bedenken!", räumt Czerny ein. Nur im Oktober sei einmal Pause. "Dann braucht man das aber auch mal. Da gehen wir wandern oder auch mal ins Kino. Ich mache dann schon weiter Sport, aber nicht mehr so intensiv", berichtet sie, "Da geht man dann nicht mehr 17 bis 20 sondern nur noch sieben oder acht Kilometer laufen." Ganz abschalten sei aber nicht drin. 

"Ich brauche alleine eine Unmenge an gescheiten Laufschuhen."

Auch ganz billig sei das Hobby nicht, wenn man es professionell betreiben wolle. "Alleine schon die Ausrüstung kann gut ins Geld gehen. Man braucht ja passende Kleidung, sowohl für das Laufen und Radeln als auch fürs Schwimmen", berichtet Susanna Czerny, "Ich brauche alleine eine Unmenge an gescheiten Laufschuhen." Stolz zeigt sie die Sammlung der Familie. "Am Anfang, zum reinschnuppern reicht aber auch erstmal kostengünstige Ausrüstung und ein gebrauchtes Rennrad für 400 Euro", bemerkt ihr Mann.

Es gibt durchaus noch Herausforderungen, vor denen sie zurückschreckt. "Der Ironman in Hawaii macht mir noch zu viel Angst", gibt Czerny zu. "Zu dem enormen Trainingsaufwand kommen dort auch noch die Belastungen durch die Temperaturen vor Ort. Das schreckt mich ab." 

Quelle: rosenheim24.de

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