Manfred Bughartswieser vor dem Heimspiel gegen den Spitzenreiter Memmingen am Samstag, 14 Uhr

"Wir schaffen den Klassenerhalt sicher"

+
Manfred Burghartswieser, Spieltertrainer des TSV 1860 Rosenheim.

Rosenheim - Im letzten Spiel vor der Winterpause findet am Samstag das Topspiel der Fußball-Bayernliga im Rosenheimer Jahnstadion statt. Die Sportredaktion sprach vor der Begegnung gegen den Tabellenführer aus Memmingen mit Sechziger-Trainer Manfred Burghartswieser.

Manfred Burghartswieser, nach dem Spiel am Samstag um 14 Uhr gegen den FC Memmingen beginnt in der Fußball-Bayernliga die Winterpause. Das bisherige Fazit kann für einen Aufsteiger eigentlich nur positiv sein?

Im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein, wir sind im Soll. Haben aber versäumt, uns ein Polster anzulegen. Wir sind bei einem Schnitt von 1,3 Punkten, das müssen wir auch weiterhin schaffen, um die 45 Punkte zu holen, die man zum Klassenerhalt brauchen wird.

Was waren die positiven, was die negativen Erkenntnisse in den bisherigen 20 Spielen?

Negativ war sicherlich die mangelnde Chancenverwertung, dadurch haben wir zu viele Punkte liegen lassen. Positiv war, wie wir uns präsentiert haben, wir waren in keinem Spiel wirklich unterlegen, haben immer mithalten können und unsere Abwehr hat wenig Gegentore zugelassen.

Was auffällt, ist die fehlende Konstanz. Nach guten Phasen kommen wieder schlechte. Woran liegt das?

Das ist eben die Bayernliga. Die ist vom Niveau her wieder eine Stufe über der Landesliga und wenn man nicht hundertprozentig seine Leistung abruft, ist da nichts zu holen, das rächt sich in der Bayernliga sofort. Vor dem Erlangen-Spiel zum Beispiel haben wir drei Spiele gewonnen und dann eine katastrophale erste Halbzeit hingelegt, vielleicht war man nach guten Ergebnissen zu schnell zufrieden.

Die Abwehr hat in den ersten zehn Spielen nur sieben Gegentore zugelassen, in den nächsten zehn dann zwölf. Liegt das daran, dass Sie als Spielertrainer verletzt ausgefallen sind?

Das lässt sich nicht an einzelnen Personen oder Positionen festmachen, die ganze Mannschaft muss defensiv arbeiten. Wir haben zwar in Erlangen drei, in Buchbach zwei Tore kassiert, aber das waren sehr starke Gegner, eine Tendenz kann ich da jetzt nicht erkennen. 19 Gegentore in 20 Spielen sind für einen Aufsteiger ein Superschnitt.

Vorne trifft zwar Thomas Masberg konstant, die anderen Stürmer hinken ein bisschen hinterher.

Karayün war mit vier Treffern auf einem guten Weg, musste zuletzt aber wegen der Roten Karte pausieren. Majdancevic hat sich gerade in Großbardorf einige Chancen hervorragend erarbeitet, doch fehlt ihm noch ein bisschen das nötige Glück. Im Offensivbereich sehe ich aber ein sehr gutes Potenzial, ich denke, dass wir das hinkriegen. Man muss daran glauben. Und ich glaube an die Jungs.

Ein Diskussionsthema ist das System. Ist mittelfristig an eine dauerhafte Umstellung auf die Viererkette gedacht?

Ich denke, das kann man gar nicht so streng trennen, unser System ist variabel. Es ist ja nur eine Position, die man leicht verschiebt. Wir können uns schnell auf den Gegner einstellen und je nach Bedarf mit Dreier- oder Viererkette spielen. Das geht ruckzuck.

Wobei Franz Höhensteiger und Christian Hofmann sicher nicht die typischen Außenverteidiger für eine Viererkette sind.

Das ist der Punkt. Man muss sich ja nach den Spielertypen richten, die man zur Verfügung hat. Und deshalb lasse ich mir immer noch die Möglichkeit offen, eine Dreierkette zu spielen, weil wir für die Viererkette auf den Außenpositionen nicht das richtige Spielermaterial haben. Oder noch nicht. Wenn jetzt Junge nachkommen, die dafür ausgebildet sind, dann sollte man schon umstellen.

Der FC Memmingen ist jetzt noch ein harter Prüfstein vor der Pause. Sehen Sie reelle Chancen gegen den Tabellenführer?

Natürlich rechne ich mir da was aus, ganz klar. Wir haben auch in Memmingen nicht so schlecht ausgesehen. Wir sind in einer guten Position, haben nichts zu verlieren gegen den kommenden Aufsteiger. Wir wollen aggressiv spielen wie gegen Rain und Memmingen das Leben möglichst schwer machen.

Wie sieht die Wintervorbereitung aus?

Am Spielfeldrand: Manfred Burghartswieser.

Wir haben eine sehr kurze Winterpause, beginnen schon am 16. Januar wieder mit einem Koordinations-Leistungstest im Reha-Zentrum in Bad Endorf mit der Vorbereitung. Am Wochenende drauf fahren wir ins Trainingslager nach Bad Füssing. Wir machen vier bis fünf Vorbereitungsspiele, terminiert sind die Tests gegen Fürstenfeldbruck, gegen Seekirchen und gegen Buchbach, geplant sind weitere gegen Red Bull Salzburg und den Sportbund. Am 20. Februar geht es ja schon mit dem ersten Punktspiel in Hof weiter.

Was ist das Ziel für die restliche Saison?

Wir haben noch 16 Spiele, da brauchen wir 18 Punkte, das muss machbar sein. Wir schaffen den Klassenerhalt, da bin ich mir ganz sicher.

Mit Ihnen auf oder neben dem Platz?

Mich plagen derzeit brutale Probleme mit der Achillessehne, für eine konzentrierte Reha aber fehlt mir die Zeit. Das will ich nun in der Winterpause anpacken und hoffe, dass ich dann die Vorbereitung wieder voll mitmachen kann.

Interview: Reinhard Hübner (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT