WM-Medaillengewinner zu Besuch beim TSV Siegsdorf

Eisenbichler traurig über stillliegende Schanzen in Ruhpolding

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Siegsdorf/Ruhpolidng - Zu einer kleinen spontanen Feier haben sich Mitglieder des TSV Siegsdorf mit ihrem WM-Medaillengewinner Markus Eisenbichler getroffen. Der 25-jährige Skispringer hatte bei der Nordischen Ski-WM in Lahti Gold im Mixed-Team und Bronze von der kleinen Schanze erobert.

Nach seiner Rückkehr und einem kurzen Zwischenstopp beim Weinmüller in Siegsdorf, muss Eisenbichler gleich weiter nach Norwegen. Dort finden innerhalb weniger Tage sechs Weltcupspringen statt. Noch etwas wehmütig blickte der Sportler auf die verpasste Medaille im Teamspringen zurück. „Das war schon bitter“, meinte er angesichts der „Windlotterie“ in Lahti und dem undankbaren vierte Platz. Dabei hatte Markus Eisenbichler an diesem Tag wieder seine besten Sprünge gezeigt. „Wir gewinnen miteinander und wir verlieren zusammen“, brachte es Eisenbichler auf den Punkt. Hätte ihm vor der Weltmeisterschaft jemand gesagt, dass er zwei Medaillen gewinnt, hätte er das sofort unterschrieben. Vor allem die Bronzemedaille von der kleinen Schanze hat bei ihm einen großen Stellenwert. „Ich habe mich bereits im ersten Durchgang sehr gut gefühlt, obwohl ich vom Podest noch etwas weg gewesen bin. Der Sprung im zweiten Durchgang ist sensationell gewesen“, meinte er. Auch die Goldmedaille im Mixedbewerb hat für ihn einen sehr großen Stellenwert. Zusammen mit Andreas Wellinger, der Frauen-Goldgewinnerin Carina Vogt und Svenja Würth ist ein Highlight seiner bisherigen Karriere gewesen. „Das ist auch sehr gut für die Region, was der Andi Wellinger und ich geschafft haben“, fügte er hinzu.

Trainingsmöglichkeiten im Chiemgau unmöglich

Schade ist für Eisenbichler die Situation was die Schanzen in der Chiemgau Arena betrifft. „Wir haben eine tolle Anlage quasi vor der Haustüre und können da nicht springen. Jedes Mal müssen der Andi ich nach Oberstdorf.“ Die Gemeinde Ruhpolding kann sich den Betrieb auf den Schanzen nicht mehr leisten. Die Kosten sind immer mehr gestiegen und die Trainingsstätten-Förderung von Bund und Land über den Olympiastützpunkt Bayern nicht angepasst worden. Ein sechsstelliger Betrag wäre für den Betrieb notwendig. „In meiner Jugendzeit waren die Schanzen immer perfekt präpariert“, erinnert sich Eisenbichler. Trotzdem hat sich der 25-Jährige seit dem vergangenen Jahr immer mehr gesteigert und ist in die Weltklasse aufgestiegen. Viel zu verdanken hat er seinen ehemaligen Trainer aus dem B-Kader, Bernhard Metzler. Aber auch bei der Bundespolizei in Bad Endorf ist der Siegsdorfer beruflich und sportlich in besten Händen. So dürfte von ihm noch einiges zu erwarten sein. Vor allem mit dem Blick auf die Olympischen Winterspiele im kommenden Jahr in Südkorea. 

SJH

Quelle: rosenheim24.de

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