TV Traunstein siegt gegen BC Hellenen München II mit 89:34 – Gäste sorgen für Eklat im Schlussviertel

Heimsieg mit negativen Begleiterscheinungen

Beim sechsten Saisonerfolg der TVT-Herren standen nicht nur sportliche Aspekte im Vordergrund.
+
Beim sechsten Saisonerfolg der TVT-Herren standen nicht nur sportliche Aspekte im Vordergrund.

Traunstein - Die Bayernliga-Basketballer des TV Traunstein konnten am vergangenen Samstag ihre Siegesserie mit einem 89:34 gegen den BC Hellenen München II weiter ausbauen. Im Anschluss an die Partie sorgte aber nicht der über weite Phase überzeugende Auftritt der Chiemgauer für Gesprächsstoff, sondern das Verhalten der Gastmannschaft in den letzten siebeneinhalb Minuten der Begegnung. Aus Protest gegenüber der Schiedsrichterleistung stellten die Münchner ihr Spiel komplett ein, verweigerten jede weitere Korbaktion und überließen den Ball für den Rest der Spielzeit den Traunsteinern. So fiel der Sieg der Heimmannschaft noch deutlicher aus, doch auch vor der Münchner Spielverweigerung war man bereits auf bestem Wege zum sechsten Saisonsieg. Durch den Wasserburger Rückzug aus der Bayernliga traten die Traunsteiner nun bereits Ende November zu ihrem letzten Heimspiel im Jahr 2019 an. Mit dem BC Hellenen München 2 traf man auf einen wohlbekannten Gegner, dessen Wege man bereit zu Bezirksoberligazeiten immer wieder kreuzte. Der schwache Saisonstart der Münchner mit einer Bilanz von 1:5, sollte dabei nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Regionalligareserve mit ihren erfahrenen Kräften immer für eine Überraschung zu haben ist. TVT-Coach Haindl konnte vorab auf seinen gesamten Kader zurückgreifen und gab dabei auch dem Reiserückkehrer Lukas Schwankner das Vertrauen, der nun nach rund zweimonatiger Weltreise wieder voll ins Geschehen eingreifen kann.

Für einen hervorragenden Start in die Begegnung zeichneten sich zunächst aber die langjährigen Erfolgsgaranten auf Seiten der Traunsteiner verantwortlich. Ein in seiner Athletik kaum zu stoppender Stefan Gruber, der enorm treffsichere Thomas Weber mit drei Dreipunktwürfen allein im ersten Viertel und der immer variable Valentin Rausch sorgten gemeinsam mit Neuzugang Kenan Biberovic für ein 21:6 nach den ersten zehn Minuten. Dabei stimmte die defensive Einstellung mit viel Druck auf den ballführenden Spieler und vorne wurden Ball und Gegner geduldig bewegt, bis sich gute Wurfgelegenheiten ergaben. Mit dieser Führung wirkten die Traunsteiner im folgenden Viertel aber zunehmend selbstzufrieden und sie ließen die letzte Konsequenz vermissen. Dadurch kamen die Hellenen auch besser ins Spiel und konnten vor allem in Korbnähe mehr Akzente setzen. Mit dem Pausenstand von 34:19 konnte man durchaus zufrieden sein, die zunehmende Selbstgefälligkeit sprach aber Trainer Haindl in der Halbzeitansprache deutlich an. Das Team bewies anschließend auf dem Feld, dass der Mann an der Seitenlinie offensichtlich die richtigen Worte gefunden hatte. Ein 8:0-Lauf vom Seitenwechsel an weg, versetzte Comeback-Hoffnungen der Gäste einen starken Dämpfer. Auch wenn sich im Anschluss der Spielabschnitt ausgeglichener gestaltete, gehörte das Ende wieder den Traunsteiner. Zunächst konnte Lorenzo Griffin im Schnellangriff auch durch ein gegnerisches Foul nicht gestoppt werden und verwandelte den Bonusfreiwurf sicher, ehe Lukas Schwankner in letzter Sekunde bewies, dass er von seinem Wurftalent nichts verloren hatte.


Das letzte Viertel wurde ebenso konzentriert angegangen und Traunstein erhöhte auf 58:34. Die Frustration auf Seiten der Hellenen war groß und das Hadern mit Schiedsrichterentscheidung nahm immer weiter zu. Nachdem dies auch nach Ermahnungen der Offiziellen kein Ende fand, setzte es schließlich zwei technische Fouls, die für zwei Freiwürfe für Traunstein sorgten. Es folgten dann Szenen, die wohl so bislang keiner der Anwesenden in der Halle erlebt hatte. Statt den Ball unter dem eigenen Korb einzuwerfen und das Spiel fortzusetzen, sammelten sich die Gästespieler in der Hälfte der Traunsteiner und machten keine Anstalten weiterzuspielen. Sie folgten auf Nachfrage der verwunderten Traunsteiner der Anweisung ihres Trainers. Der sah sich spieltagsübergreifend zum wiederholten Male von den Schiedsrichtern unfair behandelt und sowohl er, als auch seine Mannschaft verweigerte jede Aufforderung das Spiel in normalen Rahmen fertig zu spielen. Nun war zunächst Regelkunde bei den rund 110 Zuschauern gefragt. Denn wenn es einer Mannschaft nicht gelingt, den ihr zustehenden Einwurf innerhalb von fünf Sekunden auszuführen, wechselt automatisch der Ballbesitz. Dies war die unweigerliche Konsequenz, als sich kein Münchner auch nur in die Nähe des zum Einwurf bereitliegenden Balls bewegte. So warf Traunstein nach dem Ballbesitzwechsel unter dem gegnerischen Korb ein und konnte ohne Gegenwehr punkten. Die erneute Folge: Einwurf für die Hellenen - Verstoß gegen die Fünf-Sekunden-Regel - Einwurf Traunstein.

Mit rund siebeneinhalb verbleibenden Minuten auf der Spieluhr, zwar nun eine Gelegenheit für die Traunsteiner den Punktestand in absurdem Maß in die Höhe zu treiben, für Zuschauer und Spieler aber ein unwürdiges Spektakel. Zeigte die Aktion des BC Hellenen München doch letztlich nur fehlenden Respekt gegenüber dem Gegner, Sportgedanken und Publikum, das für ein Basketballspiel so zahlreich den Weg in die Halle gefunden hatte und nun letztlich einer trotzigen Spielverweigerung beiwohnen mussten. Um das unwürdige Spektakel zu einem schnelleren Ende zu bringen und ein ständiges Anhalten der Spieluhr zu vermeiden, konnten die Münchner zumindest dazu bewegt werden, den Ball einzuwerfen. Die Traunsteiner holten sich im Anschluss den Ball, dribbelten Zeit von der Uhr, ehe zum Ende der Wurfuhr noch gepunktet wurde. Stefan Gruber bot mit einigen unbedrängten Dunkings für etwas Entschädigung - bei der Schlusssirene und dem Stand von 89:34 fiel die Freude aber doch eher Verhalten aus. Den Heimabschluss der Hinrunde hätte man sich sicherlich anders vorgestellt. Abzuwarten bleibt, ob das Verhalten der Gäste noch Konsequenzen nach sich zieht. Formal konnte ihr Verhalten während des Spiels nur mit dem immer wiederkehrenden Ballverlust und einem stetig wachsenden Rückstand bestraft werden. Die grundsätzlich rufschädigende Außenwirkung für den Sport und das schlichtweg negative Beispiel, sollte den Verantwortlichen der Bayernliga aber zu denken geben.


Mit dem vierten Sieg in Folge und dem sechsten Erfolg insgesamt klettert der TV Traunstein vorübergehend auf den dritten Rang, hinter Jahn München und Memmingen. Insgesamt können die Chiemgauer zufrieden auf die Entwicklung der letzten Woche blicken. Immer häufiger gelingt es, die sich selbst gesetzten Vorgaben und Ziele umzusetzen und eine aggressive und spielbestimmende Einstellung an den Tag zu legen. Es folgt am kommenden Sonntag eine kurze Auswärtsfahrt. Gegen den noch sieglosen SB DJK Rosenheim II hat man eine vermeintlich leichte Aufgabe vor der Brust. Zu Bedenken gilt aber, dass das sehr junge Team zuletzt gegen Memmingen lange gut mithalten konnte und dadurch etwas Selbstvertrauen schöpfen konnte. Außerdem kann es in der Außenseiterrolle gänzlich druckfrei aufspielen kann.

Für den TV Traunstein spielten: Stefan Gruber (23 Punkte), Kenan Biberovic (15 / 1 Dreier), Thomas Weber (12 / 4), Valentin Rausch (10), Julian Rosnitschek (10), Florian Pavic (9), Lorenzo Griffin (7), Lukas Schwankner (3), Ante Bandov, Franz Hell, Nils Joerger und Sebastian Kösterke.

JR Pressemitteilung TV Traunstein Basketball

Hinweis

Inhalte Drittanbieter
Die in diesem Ressort aufgeführten Artikel und Meldungen stammen nicht von der OVB24-Redaktion, sondern von den Sport-Vereinen aus der Region. Die Inhalte dieser Pressemeldungen spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. Die OVB24-Redaktion übernimmt für die Inhalte der Artikel keine Haftung und behält sich vor, Beiträge zu kürzen oder zu löschen, sollten sie gegen den Pressekodex verstoßen.

Live: Top-Artikel unserer Leser

Kommentare