Kritik von TV-Moderator Domian

Alice Schwarzer spendet eine Million Euro

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Alice Schwarzer versucht ihren Steuerbetrug wiedergutzumachen.

Köln - Nach ihrem Steuerbetrugs-Geständnis gründet Alice Schwarzer mit einer Million Euro eine Stiftung zur Chancengleichheit. Allerdings hatte die Frauenrechtlerin das sowieso vor.

Das Projekt sei seit Monaten in Vorbereitung, teilte die von ihr herausgegebene Zeitschrift „Emma“ am Montag auf ihrer Internetseite mit. Doch wegen der „aktuellen Debatte“ habe sich Schwarzer entschlossen, mit der Ankündigung früher als geplant an die Öffentlichkeit zu gehenDie 71-Jährige selbst gebe zum Start eine Million Euro als Stiftungskapital, hieß es in der Mitteilung.

Schwarzer hatte sich am Sonntag dazu bekannt, seit den 80er Jahren ein Schweizer Konto gehabt und es erst im vergangenen Jahr beim Finanzamt angezeigt zu haben. Für zehn Jahre habe sie insgesamt etwa 200.000 Euro an Steuern nachgezahlt - plus Säumniszinsen. Die Affäre hat die Diskussion um Straffreiheit bei reuigen Steuersündern neu angefacht nicht zuletzt, da die Publizistin wohl straffrei bleiben wird.

Künftig würden auch die Gewinne der Zeitschrift „Emma“ zum Betrieb der Stiftung beitragen. Diese soll in vielen Bereichen Chancengleichheit und Menschenrechte von Frauen und Mädchen fördern.

Viel Zuspruch für Domian-Kritik an Schwarzer

Nach Meteorologe Jörg Kachelmann und seinen bissigen Twitter-Kommentaren über die Feministin hat sich auch TV-Moderator Jürgen Domian (55) im Internet kritisch zu Alice Schwarzers Steuer-Affäre geäußert und dafür viel Zuspruch von der Netzgemeinde erhalten.

Der Talkmaster prangerte in einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite vor allem Schwarzers Begründung für ihr Schweizer Konto an, wonach die "Hatz gegen sie in Deutschland" damals so groß gewesen sei, dass sie überlegt habe, ins Ausland zu ziehen: „Und dafür braucht frau dann ja ein paar Groschen für das Nötigste“, schrieb Domian. Sarkastisch fährt er fort: "Wir, vorwiegend natürlich die Männer, die bösen deutschen Männer sind im Grunde Schuld daran, dass die arme Alice so eine Dummheit begangen hat." Die Millionspende für eine Stiftung zur Chancengleichheit sieht Domian als fragwürdigen Versuch der Wiedergutmachung einer Frau, die sich selbst gerne als moralische Instanz sieht: "Die Gute! Die Hundekuchengute! [...] Sie kann uns demnächst also wieder in Talk-Shows nerven, wenn sie von ihren guten Taten berichtet."

Schon nach wenigen Stunden hatten über 18.000 Nutzer den „Gefällt Mir“-Button gedrückt und den Text fast 4000 Mal geteilt. Die meisten Kommentare schlossen sich der Kritik an der Frauenrechtlerin nach ihrer Steuer-Beichte an.

NRW-Finanzminister: Alice Schwarzer ist Täterin

Auch für Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans ist Alice Schwarzer kein Opfer, sondern Täterin. Der SPD-Politiker sagte in der ARD-Talkrunde „hart aber fair“ am Montagabend zum Steuerhinterziehungs-Fall der Publizistin: „Das ist nicht Sünde, das ist eine Straftat und jemand, der die begeht, ist auch Täter.“ Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki nannte die Veröffentlichung des Falls durch den „Spiegel“ dagegen „unerhört“. „Es rüttelt an den Grundfesten unseres Rechtsstaates“, schrieb er bei „Handelsblatt Online“.

Der Präsident der Bundessteuerberaterkammer, Horst Vinken, verteidigte das wieder neu diskutierte Instrument der strafbefreienden Selbstanzeige: „Die Selbstanzeige ist sinnvoll und legitim.“ Der Staat habe oft nicht das Personal, um komplexe Fälle aufzudecken, wie es durch eine Selbstanzeige geschehe. Dagegen meinte Walter-Borjans, mit der bisherigen Regelung könnten Steuersünder billiger wegkommen als die, die von Anfang an ehrlich gewesen seien.

dpa/hn

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