Tote-Hosen-Sänger

Campino: Über Migration wird zu negativ berichtet

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Campino beklagt die einseitige Berichterstattung über Migranten. Foto: Caroline Seidel/dpa

Der Erfolge der Intergration sind oft keine Schlagzeile wert. Beklagt Campino, Sänger der Düsseldorfer Band Die Toten Hosen.

Berlin/Düsseldorf (dpa) - Der Tote-Hosen-Sänger Campino hält die Integration von Zuwanderern für gelungener als oft dargestellt. "Man weiß zum Beispiel, dass jede Straftat, die nicht von einem Deutschen begangen wurde, von Populisten sofort benutzt wird, um eine ganze Volksgruppe zu stigmatisieren", sagte der 57 Jahre alte Musiker aus Düsseldorf der "Welt am Sonntag".

"Das ist für jeden, der sich für Integration einsetzt, immer wie ein Schlag in die Magengrube. Was mich an den Zuwanderungsdebatten in Deutschland stört, ist, dass Migranten und Flüchtlinge inzwischen fast ausschließlich negativ gesehen werden: Als ob sie für alle Probleme stehen."

Dass viele der mehr als eine Million Flüchtlinge und Migranten, die 2015 gekommen seien, erfolgreich integriert und in Ausbildung und Beruf gebracht seien, sei keine Schlagzeile wert. "Die Probleme der Migration und auch bei der Integration von Flüchtlingen sind ja oft und klar benannt worden. Da muss sicher auch künftig vieles verbessert werden. Weil aber ständig nur negativ darüber berichtet wird, entsteht der Eindruck, dass Deutschland als Ganzes überfordert und überlastet ist", sagte der Sänger.

Campino betonte, dass für ihn Religionsfreiheit und Toleranz zu den wichtigen Werten gehörten. "Wenn es zu antisemitischen Übergriffen oder Gewalttaten kommt, ganz gleich ob sie von Rechtsextremen oder von Islamisten begangen werden, muss man einen ganz klaren Riegel davorschieben."

Das letzte Jahrzehnt hat unser Leben deutlich verändert. Die Wirtschaftskrise von 2008 und die Flüchtlingskrise von 2015 haben eine autoritäre Wende eingeleitet. Heute lautet die Parole wieder mal: Weniger Demokratie wagen.

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