Indische Regisseurin ausgezeichnet

Friedenspreis des Deutschen Films für Nair

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Die indische Filmregisseurin Mira Nair und der Schauspieler Riz Ahmend lächeln am 04.07.2013 vor der Verleihung des Friedenspreis des Deutschen Film 2013 "Die Bücke" in München (Bayern).

München - In ihrem neuen Film "Die Brücke" zeigt die indische Regisseurin Mira Nair, wie zerstörerisch Misstrauen sein kann. Dafür hat sie nun den Friedenspreis des Deutschen Films erhalten.

Die indische Regisseurin Mira Nair ist in München mit dem Friedenspreis des Deutschen Films geehrt worden. Die Filmemacherin erhielt die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung „Die Brücke“ am Donnerstag für ihren Film „The Reluctant Fundamentalist“. Darin wird ein Pakistaner nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York mit wachsendem Misstrauen konfrontiert und gerät nach der Rückkehr in seine Heimat ins Visier von Terrorfahndern.

„Mira Nair wagt die Innenansicht eines jungen Mannes auf dem Weg vom erfolgshungrigen Wall-Street-Banker zum Fundamentalisten wider Willen“, begründete die Jury. Damit schlage sie eine irritierende Brücke zwischen anglo-amerikanischen Marktgesetzen und koran-missbrauchendem Fundamentalismus. Der Hauptdarsteller Riz Ahmed wurde als bester Schauspieler geehrt (5000 Euro).

"Man erfährt nicht, was im Namen von Freiheit zerstört wird"

Münchens früherer Opern-Intendant Sir Peter Jonas sprach Nair, die auch in den USA lebt, in der Laudatio seine Hochachtung aus. „Es ist mutig von Mira Nair, im heutigen Amerika die Verständnislosigkeit unter den Kulturen zu untersuchen, zugleich beleuchtet sie auch die neue Paranoia, die in diesem noch jungen Jahrhundert von der Welt Besitz ergriffen hat.“

Die Regisseurin wünschte sich in ihrer Dankesrede mehr Kommunikation zwischen Ost und West. „Was wir hören, ist meistens ein Monolog, kein Dialog“, kritisierte sie. „Mit einem Monolog haben wir nur Krieg.“ Viele Filme hätten seit dem 11. September nur die Seite der amerikanischen Soldaten gezeigt, die in anderen Teilen der Erde für Freiheit und Demokratie kämpften. „Aber man sieht nie, auf welche Menschen diese Bomben niederfallen“, sagte Nair. „Man erfährt nicht, was im Namen von Freiheit und Demokratie zerstört wird.“

Nachwuchspreis geht an den Münchner Regisseur Daniel Harrich

Der mit 5000 Euro dotierte Nachwuchspreis ging an den Münchner Regisseur Daniel Harrich. In seinem Kinodebüt thematisiert er die Ungereimtheiten bei den Ermittlungen rund um das Attentat auf das Oktoberfest 1980. Sein Film „Der blinde Fleck“ sei ein realer Politthriller, ein Plädoyer für Zivilcourage und unbequemen Zweifel, befanden die Juroren.

Den Spezialpreis bekam die saudi-arabische Regisseurin Haifaa Al Mansour für „Das Mädchen Wadjda“ über ein Mädchen, das von einem eigenen Fahrrad träumt und diesen Traum gegen die gesellschaftlichen Widerstände in Saudi-Arabien verwirklichen will. Es sei ein poetischer Film, der Herz und Seele tief berühre, hieß es in der Jury-Begründung.

Der Friedenspreis ehrt seit 2002 künstlerisch herausragende Filmwerke, die für Frieden und Verständnis eintreten. Er erinnert an den Regisseur Bernhard Wicki, der unter anderem den berühmten Antikriegsfilm „Die Brücke“ inszeniert hat.

dpa

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