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Antisemitismus-Vorwürfe

Gil Ofarim nach Auftauchen von Beweisvideo: „Ich habe nicht gelogen“

Musiker Gil Ofarim
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Gil Ofarim soll in einem Leipziger Hotel antisemitisch beleidigt worden sein.

Nach Antisemitismus-Vorwürfen des Sängers Gil Ofarim gegen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels werden derzeit Videoaufnahmen von dem Vorfall ausgewertet. Diese werfen Fragen auf. Nun meldet der Sänger sich selbst zu Wort.

  • Musiker Gil Ofarim soll nach eigenen Angaben in einem Hotel Opfer von Antisemitismus geworden sein.
  • Jetzt werfen Überwachungsvideos Fragen zu dem Hergang auf.
  • Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Update, 14.11 Uhr - Ofarim: „Habe nicht gelogen“

Nach dem Auftauchen eines Überwachungsvideos, das Zweifel an Ofarims Darstellung aufkommen ließen, meldet der Musiker sich jetzt zu Wort.

Mit den Worten „Packen Sie den Stern weg“, sei er im Westin Leipzig Hotel erst von einem Besucher und dann von einem Mitarbeiter antisemitisch beleidigt worden. Auf dem Überwachungsvideo aber sei die Kette gar nicht zu sehen, an der der Davidstern hängt. Im Instagram Live Video, in dem Ofarim anschließend von dem Vorfall berichtete, trug er den Stern wieder.

Auf die Frage, wie es sein könne, dass man auf dem Video von dem Stern weit und breit nichts sieht, antwortete Ofarim bei Bild Live.

„Ich habe diese Kette immer an, ich bin auch bekannt dafür, dass ich immer mit dieser Kette auftrete“, betonte er. Auch an diesem Tag habe er die Kette getragen, er sei sich gegenüber der Polizei nur nicht mehr sicher gewesen, ob er sie über oder unter dem Shirt getragen habe. So oder so, man könne den Stern auch durch das Shirt hindurch sehen, so der Musiker weiter. „Ich wurde als Jude angegriffen, weil ich den Stern trage. Ich habe nicht gelogen“, hieß es abschließend. Er würde über solche Themen keine Witze für PR-Zwecke machen beteuert er zudem. Bereuen könne er es nicht, dass er im Anschluss an den Vorfall alles bei Instagram öffentlich gemacht habe. „Ich würde, wenn ich wieder antisemitisch beleidigt werde, wieder meinen Mund aufmachen.“

Erstmeldung

Leipzig - Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte, seien mehrere Videos von Überwachungskameras sichergestellt worden. Die Auswertung dieser Videos sei aber noch nicht abgeschlossen. Zu dem Inhalt könnten daher noch keine weiteren Angaben gemacht werden.

Gil Ofarim: Videos werfen Fragen auf

Wie verschiedene Medien berichten, werfen diese Überwachungsvideos Fragen zu dem von Ofarim geschilderten Hergang auf. Außerdem beriefen sich die „Bild“ und die „Leipziger Volkszeitung“ auf Informationen aus Ermittlerkreisen. Auf den Videos soll die Kette mit dem Davidstern nicht deutlich sichtbar sein. Sowohl beim Betreten des Hotels als auch bei dem Gespräch an der Rezeption ist die Kette nicht zu sehen. Auch beim Verlassen des Gebäudes ist sie nicht sichtbar.

Pikant ist diese Information deshalb, weil Ofarim in einem Video Anfang Oktober geschildert hatte, dass ihn ein Mitarbeiter des Hotels „The Westin Leipzig“ aufgefordert habe, seine Kette mit dem Davidstern abzunehmen.

Laut „Bild am Sonntag“ sagte ein Ermittler, dass es mittlerweile „ernst zu nehmende Zweifel“ an dem Ablauf der von Ofarim geschilderten Ereignisse gebe. Ofarim hätte in seiner Aussage gegenüber den Beamten nicht sagen können, ob er die Kette mit dem Davidstern an diesem Abend getragen habe. Polizisten waren am Dienstag nach München gefahren, um Ofarim zu vernehmen.

Gil Ofarim äußert sich zu Vorfall

Wie die „Bild am Sonntag“ weiter berichtet, äußerte sich der Sänger zu dem Vorfall folgendermaßen: „Der Satz, der fiel, kam von hinten. Das heißt, jemand hat mich erkannt. Es geht hier nicht um die Kette. Es geht eigentlich um was viel Größeres. Da ich oft mit dem Davidstern im Fernsehen zu sehen bin, wurde ich aufgrund dessen beleidigt.“

Der Sänger selbst hatte auf Instagram von der Strafanzeige berichtet und erklärt, dass er in den vergangenen Tagen in Interviews alles gesagt habe, was er zu dem Thema sagen könne.

Hotelgruppe äußert sich abwartend

Mariott International, zu der das Hotel gehört, will das Ergebnis der Polizeiermittlungen abwarten, hieß es am Sonntag. „Wir sind der Meinung, dass alle Hinweise am besten im Rahmen dieser Gesamtuntersuchung bewertet werden“, teilte die Hotelgruppe der dpa mit. Das „Westin Leipzig“ selbst verwies auf eine beauftragte Rechtskanzlei, die sich um die Aufklärung des Falles kümmere.

„Was genau in dem Video zu sehen ist, ist Bestandteil der laufenden Ermittlungen“, erklärte eine Polizeisprecherin der Leipziger Polizeidirektion auf Anfrage.

Mehrere Anzeigen nach Vorfall

Mittlerweile liegen der zuständigen Staatswanwaltschaft Leipzig mehrere Anzeigen zu dem Vorfall vor. Auch der beschuldigte Hotelmitarbeiter hat Klage gegen Ofarim wegen Verleumdung eingereicht. Er schildert nach früheren Angaben die Vorkommnisse anders als der Künstler.

fgr/dpa

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