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Hells-Angels-Demo (Berlin): Tausende Rocker wollen Zeichen am Brandenburger Tor setzten

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Hells Angels: Biker-Alarm in der Hauptstadt Berlin! Bis zu 1500 Rocker rotten sich zusammen und halten eine Demo ab.

Update vom 13. September 2019: Die Hells Angels vermissen ihn, ihren geflügelten Totenkopf auf den Lederwesten. Keinerlei Abzeichen ihrer Gruppierung dürfen Rocker-Gruppen wie die Hells Angels mittlerweile mehr auf ihren Kutten tragen. Schon im März 2017 ist das verschärfte Vereinsrecht in Kraft getreten. Beschlossen wurde das Verbot von Bundestag und Bundesrat. Eine Klage gegen das verschärfte Vereinsrecht haben die Hells Angels eingelegt. Noch in diesem Jahr soll es eine Entscheidung geben.

Um ihrer Klage Nachdruck zu verleihen, haben die Höllenengel eine Demo in Berlin organisiert. Der Chef der Rocker, André Sommer, äußerte sich zu der Aktion: „Mit dem Korso unter dem Motto ‚fFreedom is our religion‘ (Freiheit ist unsere Religion) wollen wir gegen die Verschärfung des Vereinsgesetzes protestieren.“

Der Club von Sommer hat auch schon eine Prognose, wie viele Hells Angels sich zusammenrotten könnten, wie bz-berlin.de berichtet: „Wir erwarten zwischen 1000 und 1500 Teilnehmer“, steht in der Ankündigung. Außerdem heißt es, man wolle am Samstag gegen 17 Uhr von einem Parkplatz in Biesdorf über die B1 in Richtung Großer Stern mit den Bikes fahren. Eine Zwischenkundgebung mit Redebeiträgen soll am Brandenburger Tor in Berlin stattfinden. Nach dem Korso wollen die Rocker und ihre Unterstützer noch eine Feier in der Straße Alt Biesdorf ausrichten.

Hells Angels und Bandidos-Krieg: Eskalation! Wegen FIFA 18 auf PlayStation

Ursprüngliche Meldung: Köln - Gerade ist am Kölner Amtsgericht ein Prozess gestartet der symbolisch für die Rocker-Feindschaft zwischen den Hells Angels und den Bandidos ist. Der 29-jährige Orhan A., Mitglied bei den Angels, ist angeklagt wegen gefährlicher Körperverletzung und illegalem Waffenbesitz. Angeblich soll der Angeklagte den Bandidos-Chef Aykut Ö. (31) mit einer Waffe bedroht und auf ihn eingeschlagen haben.

Die Hells Angels haben sich bereits 1948 gegründet

Die beiden Motorrad-Klubs sind schon seit ihrer Gründung in den USA vor über 50 Jahren verfeindet. Es kommt häufig zu Auseinandersetzungen zwischen den Mitgliedern. Bei beiden Gangs kam es immer wieder zu Verurteilungen wegen Gewalt- und Drogendelikten. Auch in Deutschland eskaliert der Streit zwischen den Klubs regelmäßig, wie in Hamburg, als Hells Angels Boss Dariusch F. in seinem Bentley angeschossen wurde, wie Merkur.de* berichtete.

Der wohl berühmteste Motorrad-Klub der Welt, die Hells Angels, wurden schon 1948 im amerikanischen San Bernardino County in Kalifornien gegründet. Sie sind inzwischen in 32 Ländern mit Ablegern - sogenannten Chartern - vertreten. Traurige Berühmtheit erhielt der Klub 1969, als sie bei einem Rockkonzert der Rolling Stones in Altamont (Kalifornien) als Sicherheitskräfte eingesetzt wurden. Bei einer Auseinandersetzung mit dem Publikum wurde damals der 18-jährige Meredith Hunter direkt vor der Bühne erstochen.

Der typische Totenschädel mit Engelsflügeln ziert die Weste der Hells Angels Anhänger (Symbolbild).

Zwischen dem Hells Angel Orhan A. und dem Bandidos-Boss Aykut Ö. krachte es in Köln

Die Bandidos wurden hingegen erst 18 Jahre später in Houston (Texas) gegründet. Die Mitglieder des Klubs fahren - genau wie die Hells Angels - bevorzugt Harley Davidson Motorräder. 1989 expandierten die Bandidos nach Europa und gründeten in Frankreich ihr erstes Chapter. 2012 waren dann alleine in Deutschland 71 Chapter bekannt und von der Polizei überwacht. Den Klub-Namen hat Gründer Donald Eugene Chambers in Anlehnung an mexikanische Banditen gewählt. Soll heißen, sie wollen nach ihren eigenen Regeln spielen.

So sieht die traditionelle Rocker-Kluft der Bandidos aus (Symbolbild).

Die Feindschaft zwischen den Rocker-Klubs zieht sich also schon Jahre hin. Daher ist es umso erstaunlicher, dass sich Bandidos-Boss Aykut Ö., der sichimmer wieder mit TV-Sternchen Gina-Lisa Lohfink zeigt,  und Angels-Mitglied Orhan A. vor Gericht wieder so gut verstehen. Noch im Januar hat Orhan A. angeblich, als er bei einem Steuerberater nahe des Kölner Doms auf Aykut Ö. getroffen ist, einen Magnum Revolver gezogen und ihn damit bedroht. Dann habe er ihn damit geschlagen und die Männer sein auf die Straße gerannt. Hier wurden mehrere Schüsse abgegeben und das SEK musste anrücken. Am selben Tag wurden ebenfalls Schüsse auf Hells Angels Mitglieder in einer Bar abgegeben. 

Es herrscht vorerst wieder Frieden zwischen den Hells Angels und den Bandidos

Vor Gericht gaben sich die Rocker aber handzahm. Orhan A. ließ von seinem Anwalt Sebastian Schölzel folgende Begründung für den Streit vortragen. „Mein Mandant war übermüdet, weil er die ganze Nacht Fifa 18 auf der Playstation gespielt hat, und sehr reizbar“, berichtet Bild.de. Auch die Schüsse sein nur Warnschüsse gewesen, behauptet der 29-Jährige. Grund für die sanften Töne könnte das ungeschriebene Gesetzt zwischen den Rockerbanden Bandidos und Hells Angels sein: Niemand spricht mit der Polizei. Dennoch könnten sich die Schüsse für Orhan A. negativ auswirken. Da sie auf einer belebten Straße erfolgten, kann das eine mögliche Strafe erhöhen.

Für die beiden Rocker ist die Sacher aber wohl abgehakt. Denn Bandidos-Boss Aykut Ö. sagte nach dem ersten Verhandlungstag: „Wir sind inzwischen wieder befreundet.“ Man darf gespannt sein, wie lange der Frieden zwischen den Angels und den Bandidos hält.

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