Happy birthday!

Prinz Charles wird 65: Geburtstagsfeier in Indien

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Charles wurde in Indien gefeiert.

London - Seit seinem vierten Lebensjahr wartet Prinz Charles auf den Thron - länger als jeder andere britische Prinz. Am heutigen Donnerstag wird Königin Elizabeths ältester Sohn 65 Jahre alt.

Mit einem besonderen Geburtstagskuchen hat Prinz Charles am Donnerstag in Indien seinen 65. Geburtstag gefeiert. Seine Mitarbeiter überreichten ihm eine Torte, die einer Busfahrkarte für Rentner nachempfunden war. Wie seine Altersgenossen in Großbritannien hat Charles mit dem Erreichen des Rentenalters nun offiziell Anspruch auf kostenlose Busfahrten.

Charles liebe es, wenn ihm Kuchen angeboten werde, vertraute seine Ehefrau Camilla dem britischen "Daily Telegraph" an. Schon in der vergangenen Woche hatte ihm Kinder aus einem Slum in Neu-Delhi einen Schokoladenkuchen überreicht.

Camilla schenkt Charles "etwas aus Porzellan"

Ihr selbst falle es sehr schwer, ihren Ehemann mit einem passenden Präsent zu überraschen, sagte die Herzogin von Cornwall. Stattdessen lege er ihr detaillierte Listen seiner Wünsche vor. Er sei „der am schwierigsten zu beschenkende Mensch auf der Welt“, sagte die 66-Jährige. „Ich bemühe mich ewig, etwas für ihn zu finden, das wirklich toll ist, und dann sagt er nur: "Oh, vielen Dank."“, zitierte die Nachrichtenagentur PA am Donnerstag Camilla.

Dieses Jahr habe sie ihm etwas aus Porzellan gekauft, näheres wollte sie nicht verraten. Insgesamt feiere Charles sehr gerne seinen Geburtstag, lege aber selten seine Arbeit zur Seite.

Charles und Camilla: Bilder vom Besuch in Indien und Sri Lanka

Charles und Camilla: Bilder vom Besuch in Indien und Sri Lanka

Am Mittwoch hatten Charles und Camilla auf ihrer neuntägigen Indien-Reise einen Ruhetag eingelegt, um in einem Wellnesshotel zu entspannen und im kleinen Kreis zu feiern. An seinem Geburtstag besuchten sie ein jüdisches Viertel, eine Kirche und einen früheren Kolonialpalast im südindischen Kochi.

Am Donnerstag flog das Paar weiter nach Sri Lanka. Am Flughafen in der Hauptstadt Colombo wurden sie von Trommlern und Tänzern empfangen. Für den Abend war in der britischen Vertretung ein Empfang geplant. Dort erwarten Charles ein Ständchen und "vielleicht sogar ein Kuchen", wie ein Sprecher des Prinzen verriet.

Mehrheit will Charles als König

Für Charles war die Zeit des Wartens kein Zuckerschlecken. Jahrzehnte lang beherrschten Details aus seinem Privatleben die Schlagzeilen. Seine Ehe mit Diana, die 1981 märchenhaft begann, endete in einem bitteren Rosenkrieg. Als sich das Prinzenpaar 1992 trennte, waren Charles und seine langjährige Geliebte Camilla die Bösewichte.

Auto von Charles und Camilla angegriffen

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Zu der Zeit kämpfte Charles gegen Forderungen, sein Recht auf den Thron aufzugeben. 1997 erschütterte Dianas Unfalltod das Land und die britische Monarchie. Während die glamouröse Lady Di Menschen auf der ganzen Welt bezauberte, galt Charles als altmodischer Sonderling, der sich in mystischer Philosophie verlor und zugab, mit seinen Pflanzen zu sprechen. Mit der Erziehung seiner Söhne William und Harry zu beliebten jungen Männern baute Charles ein bodenständigeres Image auf, gleichzeitig engagierte er sich für wohltätige Zwecke. So gewann der Prinz ganz allmählich die öffentliche Akzeptanz zurück.

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Dass die Briten schließlich Camilla vergaben, war für Charles von entscheidender Bedeutung. Das Paar heiratete 2005 und heute ist die Frau, die er seit vier Jahrzehnten liebt und die früher mit Hass-Mails bombardiert wurde, immer an seiner Seite. "Es war ein langer, langer Weg, bis er das Vertrauen der Öffentlichkeit wieder hatte", sagt seine Biographin Penny Junor. "Aber seit er Camilla zur Frau hat, ist er einfach viel glücklicher - und ein glücklicherer Mann arbeitet besser." Umfragen zufolge will ihn heute eine Mehrheit als König sehen.

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Nach seiner einsamen Kindheit im Buckingham-Palast und der verhassten Internatszeit studierte der Prinz in Cambridge und diente fünf Jahre in der britischen Marine. Als jahrzehntelanger König in Wartestellung brauchte Charles lange, bis er seine Berufung fand.  Der Kronprinz engagiert sich in erster Linie in Umweltfragen, hält aber auch bei anderen Themen mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. So macht er aus seiner Abneigung gegen modernistische Architektur keinen Hehl, während er zum Leidwesen vieler Schulmediziner die alternative Medizin unterstützt.

Inzwischen hat sein wohltätiger Prince's Trust Tausenden benachteiligten Jugendlichen bei der Jobsuche geholfen. Seine Premium-Bio-Marke für Lebensmittel, Duchy Originals, wird inzwischen von einer Supermarktkette vertrieben und brachte Millionen für wohltätige Zwecke ein. Auch seine Rente, auf die er jetzt Anspruch hat, spendet Charles einer Wohlfahrtsorganisation für Senioren und wird damit seinem Ruf als vielbeschäftiger Philantrop gerecht. "Heute habe ich mehr denn je das Gefühl, dass es meine Pflicht ist, mich um die Leute und ihr Leben in diesem Land zu kümmern und nach Verbesserungen zu streben", sagte er vor kurzem dem US-Nachrichtenmagazin Time.

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Inzwischen dünnt die Queen ihren Terminkalender aus, so dass Charles ins Rampenlicht rückt. So wird er sie am Freitag beim Commonwealth-Gipfel in Sri Lanka vertreten. Die Königin war dem Staatentreffen bisher nur im Jahr 1952 fern geblieben.

Wenn er eines Tages den Thron besteigt, ist er für den Spitzenjob gut gerüstet: "Charles hatte 40 Jahre Zeit, die Welt zu bereisen und Staatschefs zu treffen", sagt seine Biographin Junor. "Er ist unglaublich gut vorbereitet."

dpa/afp

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